Glossar

A

Abandon

Abandon wird der Verzicht auf Leistungen (bzw. auch Gegenstände) gegen oder ohne Entgelt genannt, damit hierdurch eine Entbindung von (Zahlungs-) Verpflichtungen erfolgen kann.

Abfindung

Eine AG, welche eine andere AG eingliedert, d.h. sie zu mindestens 95% übernimmt, ist zur Zahlung einer Abfindung an die außenstehenden Aktionäre der übernommenen AG verpflichtet. Möglichkeiten der Abwicklung sind eine Barabfindung oder ein Aktientausch, wobei die Aktionäre Aktien der übernehmenden AG erhalten.

Abgabeneigung

Es handelt sich um eine Börsentendenz, die auf rückläufige Kurse hindeutet. Hierbei überwiegen die Verkäufe.

Abgabesatz

Es handelt sich um den Zinssatz, zu welchem von der Deutschen Bundesbank kurzfristige Wertpapiere ("Geldmarktpapiere") von bundeseigenen Unternehmen oder vom Bund selbst angeboten werden. Die Höhe dieses Zinssatzes spiegelt mehr als andere Kriterien die allgemeinen kreditpolitischen Zielsetzungen der Bundesbank wider.

Abgeld

Das Abgeld ist bei Neuemissionen der Abschlag, um welchen der Ausgabepreis unter dem entsprechenden Normpreis, meist unter dem Nennwert liegt. Beim Optionsscheinhandel ist dies der in Prozent genannte Betrag, um welchen der Bezug der Aktie über den gekauften Optionsschein billiger ist, als ein direkter Kauf der Aktie. Im Gegensatz hierzu steht das Aufgeld/Prämie.

Abnahmepflicht

Der Verkäufer einer Option (Stillhalter) hat bei einer Kaufoption (Call) die Pflicht zur Lieferung, wenn der Käufer der Option dies verlangt. Bei einer Verkaufsoption muss der Verkäufer dieses Puts die vom Käufer angebotene Leistung abnehmen. Der Käufer einer Option ist dagegen frei in seiner Entscheidung, ob er die Option ausübt.

Abrechnungsverkehr

Der Abrechnungsverkehr wird auch als Clearing bezeichnet und meint die Verrechnung von Verbindlichkeiten und Forderungen im Wertpapiergeschäft der Banken untereinander durch hierfür zuständige Institutionen.

Abschlag vom Börsenkurs

Ein Abschlag ist die geringere Bewertung bei Börsenkursen, wenn bestimmte Tatbestände Veranlassung zu Kursrückgängen geben. So vor allem die Abtrennung fälliger Dividendenscheine (Dividendenabschlag), der Fortfall des Bezugrechts (Bezugrechtabschlag), die Ausgabe von Berichtigungsaktien (Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln), bei Ausschüttung einer Liquidationsrate, als Zinsabschlag. Als Abschlag wird auch die Spanne, um die ein Kurs oder Preis hinter dem Nominalbetrag zurückbleibt (Disagio)bezeichnet.

Abschlagsdividende

Während die Abschlagsdividende im Ausland üblich ist, ist sie eine in der Bundesrepublik unzulässige Vorauszahlung auf die Jahresabschluss-Dividende, z.B. als Halbjahres-Dividende.

Abschlussprüfer

Ein Abschlussprüfer prüft den Jahresabschluss von Kapitalgesellschaften im Sinne von §267 Abs. 1 HGB. Dabei achtet der Prüfer besonders auf die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und ergänzende Bestimmungen der Satzung. Außerdem wird der Lagebericht auf die Übereinstimmung mit dem Jahresabschluss geprüft. Zudem wird geprüft, ob die Vorstellungen von der Lage der AG richtig sind. Schließlich stellt der Abschlussprüfer ein Testat (Abschlusstestat) aus.

absichern

Durch den Kauf bzw. Verkauf von Derivaten (Futures, Optionen, Swaps) können bestehende Wertpapier- oder Devisenpositionen gegen negative Kursentwicklungen durch die Übernahme eines zweiten, kompensatorischen Risikos abgesichert werden.

Absicherungsgeschäft

Bei einem Absicherungsgeschäft handelt es sich um ein Termingeschäft, welches zum Schutz gegen eventuelle Verluste durch Preisänderungen im Waren-, Devisen- oder Wertpapierverkehr abgeschlossen wird.

Abstemplung

Wesentliche Angaben auf einem Wertpapier (wie z.B. Veränderung des Zinssatzes bei einer Anleihe oder Änderung des Nennwertes einer Aktie) werden durch eine Abstemplung geändert. Diese kann maschinell oder handschriftlich eingetragen werden.

Abwertung

Maßnahme zur Stabilisierung eines Währungskurses durch die Notenbank. Dies erfolgt durch eine Senkung der Leitzinsen, was zu einer Erhöhung der sich im Umlauf befindenden Geldmenge führt. Eine Abwertung bewirkt einen geringeren Außenwert der Währung (Kaufkraftparität), wodurch Exporte günstiger und Importe teurer werden.

Abzinsungsfaktor

Der Abzinsungsfaktor wird auch als Diskontierungsfaktor bezeichnet. Mit dem Abzinsungsfaktor wird aus einem Endkapital der Barwert ermittelt.

Abzinsungspapier

Wertpapier, dessen Erwerbspreis sich durch Abzinsung des später zurückzuzahlenden Nominalbetrags auf den Kaufzeitpunkt ergibt. Erst am Ende der Laufzeit werden die Zinsen (und Zinseszinsen) zusammen mit der Tilgung ausgezahlt. Typische Abzinsungspapiere sind Zerobonds, Finanzierungsschätze und unverzinsliche Schatzanweisungen usw.

Actuals

Actuals bezeichnen Finanztitel, auf deren Basis Finanzterminkontrakte gehandelt werden.

Ad-hoc

Kursbeeinflußende Unternehmensmeldungen werden von Aktiengesellschaften im Rahmen von Ad-hoc Meldungen gemäß § 15 des Wertpapierhandels-Gesetzes (WpHG) publiziert. Der Emittent von Wertpapieren, die zum Handel an einer inländischen Börse zugelassen sind, muss unverzüglich eine Neuigkeit veröffentlichen, wenn sie sich auf die Vermögens- und Finanzlage auswirkt und geeignet ist, die Börsenpreise der Wertpapiere erheblich zu beeinflussen. Für den Inhalt der Meldungen ist das jeweilige Unternehmen verantwortlich. Ad-hoc Meldungen sollen eine gleichmäßige Informationsversorgung aller Marktteilnehmer gewährleisten.

Ad-hoc-Mitteilung

Es handelt sich um eine Meldung seitens des Unternehmens, die alle Aktionäre gleichzeitig erreichen soll. Börsennnotierte Unternehmen sind nach §15 WpHG verpflichtet, Unternehmensnachrichten, die den Aktienkurs potenziell erheblich beeinflussen können, unverzüglich zu veröffentlichen.

Additional Margin

Die Additional Margin deckt die zusätzlich anfallenden potenziellen Glattstellungskosten, die bei der ungünstigsten möglichen Preisentwicklung (Worst-Case-Loss) innerhalb der nächsten 24 Stunden anfallen könnten. Die Margin (Prämien- und Additionalmargin) ist vom Kontraktinhaber an das zentrale Clearinghaus zu zahlen.

Adjustierung

Führt eine AG einen Aktiensplit oder eine Kapitalerhöhung durch, müssen die für die Charttechnik relevanten historischen Kursdaten adjustiert, d.h. neu berechnet werden.

AEX

Aktienindex der Börse in Amsterdam

Agio

Das Agio wird auch als Aufgeld bezeichnet. Es meint die Differenz zwischen dem Nennwert und einem höheren Kurs oder Rückzahlungspreis. Außerdem spricht man von einem Agio, wenn ein Wertpapier über seinem rechnerischen Wert gehandelt wird, beispielsweise bei überparitätischer Bezugsrechtsnotiz u.ä. Bei der Emission von Schuldverschreibungen ist ein Agio selten, dagegen wird häufig ein unter Pari liegender Ausgabepreis (Disagio) gewählt. Aktien dürfen nicht zu einem Preis unter ihrem Nennwert ausgegeben werden (§ 9 AktG), vielmehr ist ein Aufgeld durchaus üblich. Das bei einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlage erzielte Agio ist in die gesetzliche Rücklage einzustellen (§ 150 AktG).

Akkumulation

Akkumulation bedeutet Anhäufung oder Ansammlung. Akkumuliert man verschiedene Werte, so wird die Summe dieser Werte gebildet.

Akquisition

Akquisition meint den Kauf eines Unternehmens oder Teile davon, um die strategische Ausrichtung und/oder den Ressourceneinsatz bestimmen oder kontrollieren zu können. Das Management des zu akquirierenden Unternehmens ist mit einem Verkauf des Unternehmens einverstanden. Ist der Verkauf nicht freiwillig, so spricht man von einem Takeover.

Aktie

Eine Aktie wird auch als Share oder Anteilsschein bezeichnet. Aktien sind Anteilsrechte an einer Aktiengesellschaft. Sie zerlegen das Grundkapital der Aktiengesellschaft in kleinere Anteile und verbriefen die Teilhaberechte an ihr. Die Aktie verbrieft einen Anteil am Grundkapital, den Gewinnausschüttungen, Kapitalaufstockungen aus Gesellschaftsmitteln und am Liquidationserlös. Der Kurs der Aktie selbst wird jeweils im Börsenhandel neu gebildet.

Aktien-Futures

Hiermit sind Futures auf einzelne Aktien gemeint. In der Vergangenheit wurden die Aktienoptionen den Aktien-Futures vorgezogen. Allerdings gewinnen die Aktien-Futures zunehmend an Beliebtheit. Viele Terminbörsen führen den Handel mit diesem Instrument in steigendem Maße ein.

Aktien-Zertifikat

Das klassische Aktien-Zertifikat ermöglicht die Investition in Underlyings, die an deutschen Börsen nicht oder nur schlecht gehandelt werden können. Der Preis des Zertifikats entspricht dem Preis des Underlyings unter Berücksichtigung einer eventuellen Ratio und der Währungsumrechnung.

Aktienanalyse

Die Aktienanalyse kann prinzipiell auf zwei Arten erfolgen: Bei der Fundamentalanalyse wird eine Aktiengesellschaft aufgrund von Kennzahlen bewertet. Wichtigste Größen sind hierbei die Profitabilität (Erträge), die Finanzkraft (Cash-Flow / Zinsaufwendungen etc.), Kurs-Gewinn-Verhältnis (siehe KGV), Wachstumschancen und konjunkturelle sowie fiskalpolitische Rahmenbedingungen. Mit diesen Informationen wird versucht, die Geschäftstätigkeit und deren Rentabilität zu prognostizieren und daraus Chancen auf Kursgewinne abzuleiten. Bei der technischen Analyse treten Unternehmenskennzahlen in den Hintergrund. Die sogenannten Chartisten orientieren sich an der graphischen Darstellung von historischen Kursverläufen und leiten aufgrund von Indikatoren und charttypischen Formationen Aussagen über mögliche Kursentwicklungen für die Zukunft ab.

Aktienanleihe

Aktienanleihen sind mit einem hohen Zinssatz (Kupon) ausgestattete Anleihen, deren Kursentwicklung an den Preis eines Underlyings gekoppelt ist. Der Anleger erhält für jeden Tag, den er die Aktienanleihe besitzt, Zinsen auf ihren Nominal-Betrag. Die Zahlung der Zinsen ist unabhängig vom Kurs der Anleihe. Zum Laufzeitende kann der Emittent abhängig vom Preis des Underlyings entweder: - ein der Ratio entsprechende Anzahl Aktien des Underlyings liefern, falls der Preis des Underlyings unter der Strike-Barriere liegt - den Nominal-Betrag auszahlen Bei starken Kursverlusten des Underlyings geht der Anleger also das Risiko ein, nicht den vollen Nominal-Betrag zurückzuerhalten. Falls die Anleihe mit einem Knock-In ausgestattet ist, wird das Recht des Emittenten eingeschränkt: Die Lieferung von Aktien ist ihm nur erlaubt, wenn der Preis des Underlyings mindestens einmal die Knock-In Schwelle unterschritten hat. Bei "Plus Pro" Aktienanleihen muss dieses Knock-In innerhalb des letzten Monats vor Laufzeitende erreicht werden, sonst erfolgt eine Rückzahlung zum Nominalwert.

Aktienbuch

Im Aktienbuch werden die emittierten Namensaktien und Zwischenscheine unter Angabe des Inhabers nach Namen, Wohnsitz und Beruf eingetragen.

Aktienfonds

Aktienfonds bezeichnen die von einer Investment- oder Kapitalanlage-Gesellschaft verwalteten Vermögen. Zumeist wird in diesem Investmentfonds das Kapital schwerpunktmäßig in Aktien angelegt

Aktienformen

Es werden diverse Aktienformen unterschieden, wie z.B. Inhaberaktien, Namensaktien, Belegschaftsaktien, Stammaktien und Vorzugsaktien.

Aktiengesellschaft (AG)

Die Aktiengesellschaft ist eine Unternehmensform, die im Aktiengesetz ihre besondere rechtliche Regelung erfährt. Ihr Grundkapital, das sich auf einen Mindestnennbetrag von 50.000.- Euro (§ 7 AktG) belaufen muss, ist in einzelne Aktien aufgeteilt. Die Rechtsform der Aktiengesellschaft findet sich in allen westlichen Industriestaaten, wenn auch einzelne Regelungen rechtlich modifiziert sind. Sie ist die typische Form der Kapitalgesellschaft. Durch sie wurden die finanziellen Leistungen zum Aufbau großer Industrie- und Handelsunternehmen ermöglicht. Die großen Publikumsgesellschaften verkörpern den Prototyp der Aktiengesellschaft. Eine Vielzahl von Aktionären ist mit oft kleinen und kleinsten Beträgen an einer AG beteiligt. Die Haftung beschränkt sich jeweils auf die Höhe des Aktienanteils, wodurch das Wesen der Aktiengesellschaft gekennzeichnet wird (§ 1 AktG). Die Organe der Aktiengesellschaft sind Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung. Geleitet wird sie vom Vorstand, der durch den Aufsichtsrat bestellt wird, während letzterer von der Hauptversammlung, der Versammlung der Aktionäre, zu wählen ist. Beteiligungen an Aktiengesellschaften gehören zu den bevorzugten Formen der modernen Geldanlage; der Vorteil für den Aktionär liegt darin, dass er bei börsennotierten Aktiengesellschaften jederzeit die Aktie unter Einschaltung eines Kreditinstitutes an der Börse verkaufen kann.

Aktiengesetz (AktG)

Das Aktiengsetz (vom 06.09.1965) ist die juristische Grundlage für Aktiengesellschaften. Es enthält im wesentlichen Regelungen zu folgenden Punkten: - Gründung der Gesellschaft - Rechtsverhältnisse der Gesellschaft und der Gesellschafter - Verfassung der AG - Satzungsänderungen - Maßnahmen zur Kapitalbeschaffung - Auflösung der Gesellschaft - KGaA - Verbundene Unternehmen - Vermögensübertragung

Aktienindex

Ein Aktienindex ist eine Kennzahl für die Kursentwicklung des Aktienmarktes insgesamt und/oder einzelner Aktiengruppen (z.B. DAX 30). Aktienindizes sollen den Kapitalanlegern eine Orientierungshilfe für die Tendenz am Aktienmarkt bieten. Ein Index errechnet sich aus einer gewogenen Messzahl für die durchschnittliche Entwicklung der Aktiengesellschaften, die im jeweiligen Index enthalten sind. Aktienindizes gibt es als Kursindex und als Performance-Index.

Aktienindex-Future

Hiermit ist ein ein Future auf einen bestimmten Aktienindex gemeint. So kann beispielsweise an der Deutschen Terminbörse ein Future auf den DAX gekauft bzw. verkauft werden. Somit erhält der Anleger die Möglichkeit, entweder bestehende Positionen auf Zeit abzusichern oder sich spekulativ zu engagieren.

Aktienkapital

Hiermit ist das Grundkapital einer einer Aktiengesellschaft gemeint. Dabei wird die Beteiligung des Aktionärs am Grundkapital als Nennwert der von ihm gekauften Aktie bezeichnet.

Aktienkurs

Der Aktienkurs meint den Preis, zu welchem eine Aktie an der Börse gehandelt wird (sowohl Kauf, als auch Verkauf). Während der Börsenöffnungszeit wird dieser Kurs nach Angebot/Nachfrage von den Skontroführern festgestellt.

Aktienoption

Diese verleiht ihrem besitzer das Recht, eine bestimmte Anzahl Aktien zu einem vorher festgelegten Preis innnerhalb einer bestimmten Frist zu kaufen (Call-Option) oder zu verkaufen (Put-Option). Optionen werden an der Eurex, der früheren Deutschen Terminbörse, gehandelt.

Aktienpaket

Hierbei handelt es sich um die Menge von Aktien, die sich im Besitz einer einzelnen Person oder eines anderen Unternehmens befindet.

Aktienrückkauf

Unter bestimmten Umständen können Aktiengesellschaften eigene Aktien zurückkaufen. Der Aktienrückkauf bedarf einer Genehmigung seitens der Aktionäre auf der Hauptversammlung. In Deutschland darf ein Unternehmen maximal zehn Prozent der eigenen Aktien zurück kaufen. Die Gründe für den Aktienrückkauf können unterschiedlicher Art sein: Zum Beispiel kann so überflüssiges Eigenkapital an die Aktionäre zurück gegeben werden. Des weiteren kann mit dem Aktienrückkauf auch der Aktienkurs stabilisiert werden.

Aktiensplit

Bei einem Aktiensplit wird der aktuelle Aktienbestand eines Unternehmens in eine höhere Anzahl Aktien aufgeteilt. Dadurch werden Aktien mit hohem Kursniveau optisch günstiger. Für den Aktionär ändert sich an seinem Anteil an der AG nichts, da er lediglich eine höhere Anzahl von Aktien als vor dem Split erhält.

Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)

Allgemeine Geschäftsbedingungen werden die Bestimmungen genannt, die das Geschäftsverhältnis zwischen Kunden und Firmen (Kreditinstituten etc.) regeln. Diese sind bindend, auch wenn sie zumeist nicht ausdrücklich zur Kenntnis genommen werden. Abweichungen sind nach Zustimmung möglich, sollten allerdings schriftlich festgelegt werden.

am Geld

Eine Option wird als "am Geld" bezeichnet, wenn ihr Basispreis (vereinbarter Preis des Basiswerts bei Fälligkeit des Optionsscheins) mit dem Kursniveau des Basiswertes identisch ist. Bei einer Kaufoption auf den US-Dollar mit einer Basis von 1,23 Euro ist die Option am Geld, wenn der US-Dollar mit 1,23 Euro notiert wird. In einem solchen Fall besitzt der Optionsschein keinen inneren Wert.

American Depository Receipts (ADR)

Hierbei handelt es sich um "Hinterlegungsscheine für Aktien", welche an Stelle der eigentlichen Aktien gehandelt werden.

Amtliche Notierung

Die Amtliche Notierung meint die Kursnotierung der zum Amtlichen Handel zugelassenen Wertpapieren. Um zum Amtlichen Handel zugelassen zu werden, müssen die Wertpapiere bestimmte Bedingungen erfüllen, wie z.B. die Veröffentlichung eines Prospekts und der jährlichen Bilanz. Die Kursfestsetzung erfolgt während der Börsenzeit durch die sog. Skontroführer und wird im Amtlichen Kursblatt der Börse bzw. auch in der Tagespresse und anderen Medien veröffentlicht.

Amtlicher Handel

Der umfangreichste an den deutschen Börsen durchgeführte Handel in Wertpapieren, die nach einem festgelegten, strengen Verfahren zu diesem Handel zugelassen sind. Insbesondere unterliegen solche Unternehmen, deren Aktien in diesen Handel eingeführt werden sollen, einer strengen Publikationspflicht. Für die Kursfestsetzung in diesem Handel ist der Vorstand der jeweiligen Börse unter Mitwirkung der vereidigten, amtlichen Makler zuständig. Die entsprechenden Notierungen werden im amtlichen Kursblatt der Börse veröffentlicht.

Amtlicher Makler

Der amtliche Makler wird auf Vorschlag der Geschäftsführung von der zuständigen Börsenaufsichtsbehörde bestellt. Da er amtliche Kurse festzustellen hat, wird er auf seine Neutralität hin vereidigt. Das Börsengesetz schreibt vor, dass der amtliche Makler in den Wertpapieren, für die er amtliche Kurse feststellt, keine Geschäfte auf eigene Rechnung abschließen darf. Er ist zu einem Ausgleich berechtigt. Für seine Tätigkeit erhält der amtliche Makler eine Provision, Courtage genannt.

Amtlicher Markt

Vormals nannte sich der amtliche Markt amtlicher Handel. Es handelt sich um das Börsensegment der zum amtlichen Markt zugelassenen Wertpapiere sowie um den umfangreichsten an den deutschen Börsen durchgeführten Handel von Wertpapieren. Die Börsenzulassung erfolgt nach einem festgelegten, äußerst strengen Verfahren. Die in diesem Marktsegment ermittelten Kurse werden von öffentlich-rechtlichen Maklern festgestellt und sind amtlich.

Andienungsrecht

Das Andienungsrecht steht für die Sicherheit des Käufers, dass der Verkäufer jederzeit in der Lage ist, während der Laufzeit der Option die versprochenen Waren zu liefern.

Anfangskurs

Der Eröffnungskurs oder Anfangskurs ist die erste festgestellte Notierung nach Börsenbeginn. Anleger dürfen ausdrücklich fordern, dass ein Auftrag zu genau diesem Kurs ausgeführt wird.

Anlageausschuss

Der Anlageausschuss besteht aus Fachleuten des Wertpapiergeschäfts und der Wertpapieranalyse. Die Aufgabe des Ausschusses besteht in der Beratung von Kapitalgesellschaften bezüglich Kauf und Verkauf von Wertpapieren, hauptsächlich bei Aktienfonds.

Anlagepolitik

Anlagepolitik meint die Festlegung aller Maßnahmen zur Gestaltung des Investmentvermögens durch das Portfolio-Management. Neben der Beachtung der Anlagegrenzen des KAGG setzt sich das Portfolio-Management Anlageziele, z.B. einen Referenzindex wie den Deutschen Aktienindex (DAX) zu schlagen. Die meisten Fonds sollen durch Kauf/Verkauf von Wertpapieren bei einem definierten Risiko einen möglichst hohen Ertrag erzielen. Die Anlagepolitik wird zunächst für einen bestimmten Zeitraum festgelegt. Im einzelnen werden Entscheidungen über die Auswahl der Wertpapiere, den Zeitpunkt der Anschaffung, die Anlagedauer sowie Absicherungen gegen Kursverluste getroffen. Die Anlagepolitik deutscher Fonds muss im Rahmen gesetzlicher und vertragsmäßiger Vorschriften sein.

Anlagevermögen

Das Anlagevermögen ist ein aktiver Bilanzposten. Zum Anlagevermögen zählen Teile des Vermögens einer Unternehmung, die nicht zur Veräußerung bestimmt sind . Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme ist i. d. R. in der Industrie erheblich höher als im HandeI. Nach dem Bilanzrecht ( § 247 II HGB ) gehören zum Anlagevermögen nur die Gegenstände, die bestimmt sind, dauerhaft dem Geschäftsbetrieb zu dienen. Zusammensetzung des Anlagevermögens: 1. Immaterielle Vermögensgegenstände: z. B. Konzessionen, Firmenwert, geleistete Anzahlungen; 2. Sachanlagen: z. B. Grundstücke und Bauten, technische Anlagen und Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3. Finanzanlagen: z. B. Beteiligungen, Wertpapiere des Anlagevermögens.

Anleihe

Eine Anleihe kann auch als loan, bond, Schuldverschreibung, Rentenwert, Obligation oder festverzinsliches Wertpapier bezeichnet werden. Es handelt sich bei einer Anleihe um ein festverzinsliches Wertpapier zur langfristigen Kreditfinanzierung. Anleihegläubiger haben das Recht auf Rückzahlung des ausgewiesenen Anleihebetrages sowie der festgelegten Verzinsung. Zur Verbriefung der Anleiheforderungen werden Papiere mit festem oder variablem Zins und fester Laufzeit ausgegeben. Der Verkauf erfolgt über Banken und Sparkassen. Neben der "klassischen" Festzinsanleihe gibt es Schuldverschreibungen, die sozusagen als Zwischenformen zu betrachten sind: Wandelanleihen, Optionsanleihen, Gewinnobligationen und Genussscheine.

Anleihemarkt

Am Anleihemarkt findet der gesamte Handel mit Anleihen statt. In Deutschland ist der Anleihemarkt in erster Linie ein Interbankenmarkt. Öffentliche Anleihen werden auch an der Börse gehandelt.

Annuität

Eine Annuität ist die Summe der jährlich auf ein Darlehen zu zahlenden Zins- und Tilgungsraten. Bei der Annuitätentilgung ist dieser Betrag über die gesamte Laufzeit des Darlehens konstant, wobei der Tilgungsanteil jährlich um die ersparten Zinsen wächst.

Annuitätenanleihe

Annuitätenanleihen werden auch als Annuitätenbonds bezeichnet. Bei Annuitätenanleihen werden Anleihen in festen Jahresbeträgen zurückgezahlt. Diese Zahlungen beinhalten die Zinsen für das abgelaufene Jahr sowie einen Rückzahlungsbetrag (Tilgung). Im letzten Jahr der Laufzeit wird die Anleihe mit der Zahlung der letzten Rate insgesamt zurückgezahlt.

Annuitätenbonds

Annuitätenbonds werden auch als Annuitätenanleihe bezeichnet. Bei Annuitätenbonds werden Anleihen in festen Jahresbeträgen zurückgezahlt. Diese Zahlungen beinhalten die Zinsen für das abgelaufene Jahr sowie einen Rückzahlungsbetrag (Tilgung). Im letzten Jahr der Laufzeit wird die Anleihe mit der Zahlung der letzten Rate insgesamt zurückgezahlt.

Anrechnungsverfahren

Das Anrechnungsverfahren meint das mit der Körperschaftsteuerreform, die am 1. Januar 1977 in Kraft getreten ist, begründete Recht des Aktionärs, die auf seine Dividende entfallende Körperschaftsteuer in vollem Umfange (nämlich in Höhe von 3/7 = 42,86 % der Dividende) auf seine Einkommensteuer anzurechnen. Ist der Aktionär nicht einkommensteuerpflichtig oder ist seine Steuerschuld geringer als das Steuerguthaben, wird ihm die Körperschaftsteuer ganz oder teilweise erstattet.

Anteilsschein

Investmentanteile/zertifikate verbriefen die Ansprüche der Anteilinhaber gegenüber der KAG. Anteilscheine haben keinen Nennwert, sondern lauten nur auf einen oder mehrere Anteile.

Anteilwert

Der Wert der Investmentanteile errechnet sich aus dem Wert des Fondsvermögens dividiert durch die Anzahl der sich im Umlauf befindlichen Anteile und ist identisch mit dem Rücknahmepreis.

antizyklisches Verhalten

Antizyklisches Verhalten an der Börse bedeutet, bei fallenden Kursen zu kaufen und bei steigenden Kursen zu verkaufen, also gegen den Trend zu agieren.

Arbitrage

Es handelt sich um ein Geschäft zur Ausnutzung von Preis-, Kurs- oder Zinsunterschieden zum gleichen Zeitpunkt an verschiedenen Handelsplätzen durch Kauf in Märkten mit niedrigem Kurs und Verkauf in Märkten mit hohem Kurs. Je nach Art der Börsenwerte wird unterschieden nach Devisen-, Sorten-, Effekten-, Wechsel-, Edelmetall- und Warenarbitrage.

Arrondieren

Wenn die vorhandene Anzahl eines bestimmten Wertpapiers durch Zu- oder Verkauf auf eine glatte (runde) Stückzahl gebracht wird, bezeichnet man dies als arrondieren.

Asset Allocation

Hierbei handelt es sich um die systematische Reduzierung des Anlagerisikos durch Verteilung des Vermögens auf verschiedene Anlagen.

At-the-money-option

Eine Option wird als "am Geld" bezeichnet, wenn ihr Basispreis (vereinbarter Preis des Basiswerts bei Fälligkeit des Optionsscheins) mit dem Kursniveau des Basiswertes identisch ist. Bei einer Kaufoption auf den US-Dollar mit einer Basis von 1,23 Euro ist die Option am Geld, wenn der US-Dollar mit 1,23 Euro notiert wird. In einem solchen Fall besitzt der Optionsschein keinen inneren Wert.

Attentismus

Attentismus meint, das Warten von Kreditnehmern, Anlegern o.ä. in der Hoffnung auf noch günstigere Kredit- oder Anlagemöglichkeiten.

Aufgeld

Das Aufgeld wird auch als Prämie oder Agio bezeichnet. Die Prämie drückt aus, um welchen Betrag der Aktienerwerb über die Optionsscheinausübung von dem direkten Erwerb an der Börse abweicht. Die in Prozent angegebene Abweichung wird dann Auf- oder Abgeld genannt. Je höher das Aufgeld, desto unattraktiver der Optionsschein, da das Underlying stärker bis zum Verfallstag steigen (Call) bzw. fallen (Put) muss, damit der Anleger gerade keinen Verlust erleidet.

Aufsichtsrat

Die Mitglieder des Aufsichtsrates einer Aktiengesellschaft werden von ihrer Hauptversammlung gewählt, soweit sie nicht satzungsmäßig oder als Arbeitnehmervertreter im Rahmen des Betriebsverfassungs-, des Mitbestimmungs-, oder des Mitbestimmungsergänzungsgesetzes entsandt werden. Jeder Aufsichtsrat hat aus mindestens 3 Personen zu bestehen; die Gesamtmitgliederzahl muß nach dem Betriebsverfassungsgesetz von 1972 immer durch drei teilbar sein. Ausnahmen gelten für Montangesellschaften sowie für Großunternehmen nach dem Mitbestimmungsgesetz von 1976. Für die genaue Mitgliederzahl ist die Höhe des Grundkapitals ausschlaggebend; die Obergrenze liegt bei 21 Mitgliedern. Der Aufsichtsrat wählt aus seiner Mitte einen Vorsitzenden und mindestens einen Stellvertreter. Der Aufsichtsrat hat den Vorstand zu bestellen sowie Kontroll- und Überwachungsfunktionen auszuüben. In den Satzungen der Aktiengesellschaften wird regelmäßig festgehalten, welche Einzelgeschäfte der Zustimmung durch den Aufsichtsrat oder seines Vorsitzenden bedürfen. Aufsichtsrat-Mitglieder üben sehr häufig Beratungsaufgaben für die Gesellschaften aus. Gewöhnlich wird die Auswahl der Mitglieder unter diesem Aspekt vorgenommen.

Auftragsstimmrecht

Jeder Aktionär kann einen Dritten (Kreditinstitut, geschäftsmäßigen Aktionärsvertreter oder sonstigen Bevollmächtigten) dazu bevollmächtigen, sein Stimmrecht in der Hauptversammlung auszuüben. Vielfach bevollmächtigen die Aktionäre zweckmäßigerweise ihre Depotbank zur Ausübung des Stimmrechts.

Aufwertung

Eine Aufwertung bewirkt einen größeren Außenwert der Währung (zur Anpassung der Kaufkraftparität), was Exporte verteuert und Importe vergünstigt.

Aufzinsungspapier

Es handelt sich um ein Wertpapier, das zum Nennwert emittiert wird, das aber nicht laufend verzinst wird, sondern dessen Rückzahlungsbetrag neben dem Kapitalbetrag auch Zinsen und Zinseszinsen enthält. Die Rückzahlung erfolgt meist nach einer fest vereinbarten Laufzeit. Die Höhe des Zinssatzes wird zum Emissionszeitpunkt festgelegt.

B

Baby Bonds

Schuldverschreibungen werden Baby Bonds genannt, wenn ihre Stückelung sehr klein ist.

Backwardation

Bei "Backwardation", hauptsächlich an Londoner Metallmärkten, liegt der Kassapreis höher als der Preis für Terminware; der umgekehrte Fall wird "contango" genannt.

Baisse

Die Baisse bezeichnet eine anhaltende Abwärtsbewegung ("Abwärtstrend" oder "Talfahrt") der Kurse. Sie ist als Gesamttendenz zu verstehen. siehe auch: Bear Market Das Gegenteil hierzu ist die "Hausse", der "Aufwärtstrend" an der Börse (Bull Market).

Baisse-Spread

Bei einem Baisse-Spread werden zum selben Zeitpunkt Call- oder Putoptionen verkauft oder gekauft. Durch diese Strategie werden Gewinne bei einem Nachgeben des Basiswertes erzielt.

Bankenaufsicht

Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen (BAKred), Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel (BaWe)

Bankgeheimnis

Die durch Bankvertrag (Nr. 2 der Allgemeinen Geschäftsbedingungen) übernommene Verpflichtung der Bank zur Verschwiegenheit über alle kundenbezogenen Tatsachen und Wertungen. Das Bankgeheimnis wird durch gesetzliche Vorschriften, die eine Auskunftspflicht begründen und durch den Kunden selbst, der die Bank zur Auskunft berechtigt, begrenzt. Insbesondere besteht eine unbeschränkte Auskunftspflicht in Strafverfahren und Steuerstrafverfahren. Im Todesfall bestehen bestimmte Meldepflichten gegenüber dem Nachlassfinanzamt.

Bankgeschäfte

Im Kreditwesengesetz sind Bankgeschäfte genau definiert und festgelegt. Hierzu zählen z.B. Investment-, Depot-, Einlagen-, Kredit-, Diskont-, Effekten- und Girogeschäfte.

Bardividende

Verteilung der Dividende in bar, nachdem die körperschaftssteuerliche Ausschüttungsbelastung abgezogen ist.

Bären

Börsianer mit pessimistischer Einstellung werden als Bären bezeichnet und rechnen mit einem Abfall der Kurse, einer Baisse. Symbolisch steht hierfür ein Bär, da er mit der Pranke von oben nach unten schlägt. Für ansteigende Kurse (Hausse) steht der Bulle, da er mit dem Kopf von unten nach oben stößt. Bekannt ist auch die Skulptur aus einem Bullen und einem Bären vor der Frankfurter Börse.

Bärenfalle

Engl. bear trap; Eine Falle, in die der mit fallenden Kursen rechnende Anleger aufgrund seiner technischen (Chart-)Analyse bzw. der dabei ermittelten Verkaufssignale hineintappt, insofern diese sich nachträglich als Fehleinschätzung erweisen.

Barreserve

Um flexibel auf Anlagechancen zu reagieren, kann das Fondsmanagement einen Teil des Fondsvermögens aus Bankguthaben bzw. Geldmarktpapieren bestehen lassen. Die Höhe der Liquidität wird durch die Vertragsbedingungen begrenzt und vom Ausschüttungstermin, den Anteilrückgaben und der Börsensituation beeinflusst. Laut KAGG darf ein Fonds, außer kurz nach der Auflegung, jedoch höchstens 49 Prozent Liquidität halten.

Barwert

Augenblicklicher Wert eines in der Zukunft liegenden Geldbetrages. Dieser wird durch Abzinsung mit einem bekannten Zinssatz errechnet. Häufige Verwendung in der Investitionsrechnung.

Basisobjekt

Als Basisobjekt werden beispielsweise Kassainstrumente oder auch Terminkontrakte auf Währungen, Indizes, Zinsen etc. bezeichnet. Das Basisobjekt ist ein Marktinstrument, welches das einem Geschäft zugrundeliegende Wertobjekt bezeichnet.

Basispreis

Der Basiswert wird auch strike genannt. Es handelt sich um einen vorher bestimmten Preis, zu dem der Basiswert gekauft (Call) oder verkauft (Put) werden kann, wenn der Put/Call ausgeübt wird.

Basiswert

Der Basiswert ist das Finanzinstrument, das einer Option, einem Optionsschein oder einem Zertifikat zugrunde liegt. Beispielhaft zu nennen wären hier Aktien, Indizes, Festverzinsliche Wertpapiere, etc.

Basket

Zusammenstellung von Werten einer bestimmten Art, z.B. Aktien, als Bezugswert (oft nach Branchen geordnet, z. B. Maschinenbau, Automobil, Elektro).

Bear

Bear steht im Gegensatz zum Bull. Hier wird auf fallende Preise spekuliert.

bearish

Markterwartung eines Anlegers, der mit einem bear-market, also mit tendenziell fallenden Kursen rechnet.

Beige Book

Im Beige Book berichten die zwölf regionalen Zentralbanken der USA über die Wirtschaftsaktivitäten in ihrer Region. Das 50 Seiten starke Werk setzt sich aus den einzelnen Berichten über die Regionen und einer Zusammenfassung, die ein Bild von der konjunkturellen Lage der Volksirtschaft geben soll zusammen. Es erscheint acht Mal pro Jahr, und zwar jeweils zwei Wochen vor der nächsten Sitzung des Offenmarktausschusses der Bundeszentralmarktbank (FOMC).

Belegschaftsaktien

Hierbei handelt es sich um Aktien, die Angehörigen einer Gesellschaft, z.B. Mitarbeitern, zu einem relativ günstigen Preis ausgegeben werden. Damit soll ihre Identifikation und letztlich ihre Motivation mit dem Unternehmen gesteigert werden. Meist unterliegt der Verkauf dieser Aktien einer Sperrfrist (i.d.R. bis zu 5 Jahren), innerhalb derer sie nicht verkauft werden dürfen.

Beleihungswert

Wert, der von einem Kreditgeber einem Vermögensgegenstand wie z.B. einem Grundstück oder einem Wertpapier zugeordnet wird und der die Höhe der möglichen Beleihung z.B. für eine Grundschuld oder eine Hypothek bestimmt. Der Beleihungswert soll in der Regel den am Markt nachhaltig erzielbaren Erlös des Beleihungsobjektes nicht überschreiten.

Benchmark

Hiermit wird eine Vergleichsgröße, die einem Fonds oder Portfolio als Orientierungsgröße gegenübergestellt wird, bezeichnet.

Berichtigungsaktien

Dies sind Aktien aus einer Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln. Sie werden an den Altaktionär ohne Zuzahlung in einem bestimmten Verhältnis zu den alten Aktien ausgegeben. Der Kurs der Aktien verringert sich entsprechend der vorgenommenen Kapitalerhöhung. Somit bleibt der Depotwert eines Anlegers betragsmäßig unverändert. Der häufig verwendete Begriff Gratisaktien ist hier daher irreführend.

Bestens

Bestens meint den Auftrag zum Verkauf von Wertpapieren zum höchstmöglichen erreichbaren Kurs, der ohne Limit erteilt wird.

bezahlt Brief (bB)

Abkürzung für bezahlt Brief. Kurszusatz, der besagt, dass zum festgestellten Kurs nicht alle Verkaufsaufträge ausgeführt wurden und noch Angebot bestand.

Bezugsrecht

Recht der Aktionäre, bei einer Kapitalerhöhung entsprechend ihrem Anteil am bisherigen Grundkapital junge Aktien zu beziehen.

Bezugsverhältnis

Das Bezugsverhältnis gibt an, wieviele Stück eines Basiswertes durch einen Optionsschein gekauft (Call) oder verkauft (Put) werden können. Man erkennt am Bezugsverhältnis, wieviele Optionsscheine benötigt werden, um das Recht auf den Kauf/Verkauf einer Einheit des Basiswertes zu erlangen.

bG

Der Kurszusatz bG drückt "bezahlt Geld" aus und meint, dass zum festgestellten Kurs nicht alle Kaufaufträge ausgeführt wurden und weiterhin noch Nachfrage bestand.

Bid

Bid gibt den Kurs an, zu dem für ein Wertpapier, eine Option oder ein Future Kaufaufträge vorliegen.

Bilanz

Gegenüberstellung von Aktiva und Passiva, also Soll und Haben zum Ende des Geschäftsjahres, woraus der Vermögensstand hervorgeht. Die Gliederung der Bilanz in bestimmte Posten ist bei Aktiengesellschaften gesetzlich vorgeschrieben. Die Bilanz gibt eine vollständige Vermögensaufstellung -eine Zusammenstellung der Werte eines Unternehmens- wieder. An der Bilanz misst man die Leistungskraft einer Gesellschaft. Die Bilanz ist in zwei Teile unterteilt: Die Aktivseite (Aktiva) und die Passivseite (Passiva). Im Gegensatz zu der Gewinn und Verlustrechnung, ist die Bilanz eine Bestandsmasse. D. h., dass alle aufgezeigten Vermögensgegenstände oder Schulden mit einem Stichtag bzw. mit einem Zeitpunkt verbunden sind. Als Beispiel: Bilanz zum 31.12.2005. Dementsprechend ist die Bilanz eine Bestandsrechnung.

Billigst

Der Anleger ist bereit, jeden sich am Markt herausbildenden Kurs zu akzeptieren. Er erteilt den Kaufauftrag also ohne Limit. An den deutschen Börsen haben diese Aufträge Vorrang vor den limitierten Aufträgen.

Blue Chip

Amerikanischer Ausdruck für eine umsatzstarke Aktie eines besonders substanz- und ertragsstarken Unternehmens (Standardwerte). In der Regel zeichnet sich ein Blue Chip durch ein hohes Rating aus.

Bobl

Abkürzung für Bundesobligation.

Bobl-Future

Der Bobl-Future ist ein Future auf eine fiktive mittelfristige Schuldverschreibung des Bundes, die auf eine Nominalverzinsung von sechs Prozent und auf eine Restlaufzeit von fünf Jahren standardisiert ist. Der Inhaber eines Bobl-Future-Kontraktes hat das Recht, eine diesem Kontrakt zugeordnete Bundesanleihe mit einer Restlaufzeit von 4 1/2 bis 5 1/2 Jahren im Wert von nominal 100.000 Euro zu kaufen oder zu verkaufen. Pro Jahr werden vier Laufzeiten gehandelt, die jeweils im März, Juni, September und Dezember enden.

Bogen

Das bei Aktien aus Gewinnanteilsscheinen (Coupons), bei Anleihen aus Zinsscheinen und dem jeweiligen Erneuerungsschein (Talon) bestehende Wertpapier zur Geltendmachung der entsprechenden Rechte.

Bonds

Festverzinsliche Wertpapiere (Rentenpapier.

Bonifikation

Die an die Banken von den Unternehmen u. ä. zu zahlende Vermittlerprovision für die Unterbringung neu ausgegebener Wertpapiere.

Bonität

Die Bonität beschreibt die Kreditwürdigkeit und Zahlungsfähigkeit eines Schuldners (Emittenten). Sie ist ausschlaggebend für die Sicherheit einer Anleihe. Die Schuldnerbonität ist darum ein sehr entscheidendes Kriterium für die Anlageentscheidung. Internationale Ratingagenturen wie Standard & Poor's (Abk.: S&P) überprüfen regelmäßig die Bonität von Schuldnern, die sich aufgrund von Entwicklungen im gesamtwirtschaftlichen/unternehmensspezifischen Umfeld ändert. Die Abstufungsmöglichkeiten reichen von AAA (sehr gute Bonität) bis D (sehr schlechte Bonität) bei Standard & Poor's.

Bonus

Ein Bonus ist die zusätzliche Ausschüttung der Aktiengesellschaft an die Aktionäre zu der regulären Dividende. Die Gründe für den Bonus können beispielsweise ein Firmenjubiläum oder ein extrem gutes Geschäftsjahr des Unternehmens sein.

Bonus-Zertifikate

Bonus-Zertifikate ermöglichen dem Anleger ein zusätzliches Renditepotenzial, selbst wenn sich die Aktienmärkte kaum bewegen. Solange die Märkte während der Laufzeit niemals auf ein bestimmtes Niveau fallen, erhält der Anleger am Laufzeitende immer den anfänglichen Zertifikatspreis zzgl. eines Bonusbetrages. Im Gegensatz zu einem Discountzertifikat existiert kein Höchstbetrag (Cap), so dass bei steigenden Kursen voll an den Kursgewinnen partizipiert werden kann.

Bookbuilding

Eine relativ neue Form der Platzierung von Wertpapieren. Hierbei wirken Investoren an der Findung des Emissionspreises direkt mit. Die wahrscheinlichen Zeichnungsmengen und Preisvorstellungen erfasst der Führer des Anleihekonsortiums. Diese Daten stellen eine Grundlage für Preis und Zuteilung des zu emittierenden Wertpapieres dar. Durch das Bookbuilding sollen sowohl Anleger als auch Emittenten profitieren.

Börse

Markt, an dem bestimmte austauschbare Güter (Waren, Wertpapiere, Edelmetalle, Devisen usw.) gehandelt werden. Die wichtigste Börse ist die New York Stock Exchange an der Wall Street. Danach folgen London und Tokio. In Deutschland gibt es acht Börsenplätze. Führend ist Frankfurt, dann Düsseldorf. Zudem gibt es noch die weniger wichtigen Regionalbörsenplätze Berlin, Bremen, Hamburg, Hannover, Stuttgart und München.

Börsenarten

Je nach dem Handelsobjekt unterscheidet man für Wertpapiere nach Effektenbörsen, für Währungen nach Devisenbörsen, für Terminkontrakte nach Terminbörsen und für fungible Waren nach Produktenbörsen. Spezialbörsen gibt es u.a. für Metalle, Zucker, Baumwolle oder für Dienstleistungen wie Frachten, Schiffer- oder Versicherungsleistungen.

Börsenaufsicht

Die Überwachung der Börsensitzung durch den Vorstand der Börse bzw. durch die staatlich bestellten, im Auftrag der obersten Aufsichtsbehörde (Landesregierung) tätig werdenden Aufsichtspersonen (Börsenkommissar). Bei gravierenden Verstößen oder aus besonderem Anlass kann die Landesregierung die Börse schließen, bei zu erwartenden schwerwiegenden Gefahren für die Gesamtwirtschaft kann eine solche Weisung auch die Bundesregierung erteilen.

Börsenauftrag

Auftrag für Kauf bzw. Verkauf von Wertpapieren, der in Deutschland per Bank an die Börse gegeben wird und u.a. Angaben wie Nennwert, Wertpapierbezeichnung, Auftragsgeltungsdauer sowie Angaben über Kurslimits enthält.

Börsencrash

Dramatischer Verfall der Börsenkurse innerhalb kurzer Zeit als Vorbote oder Ausdruck einer sich abzeichnenden Angst um eine weltweite Wirtschaftskrise, meistens in Zusammenhang mit entprechenden Entwicklungen am Anleihemarkt (Zinsanstieg). Der erste Börsencrash dieser Art fand 1929 an der New Yorker Börse statt; er riss alle übrigen Finanzplätze mit sich und läutete die Depression der dreißiger Jahre ein. Im Jahr 1962 und am 19. Oktober 1987 kam es ebenfalls zu einem dramatischen Kurseinbruch an der New Yorker Börse, in der Folge auch an den übrigen Börsen, der einen Rückgang der Kurse in einzelnen Werten von bis zu 30% an einem einzigen Tag bewirkte. Im Gegensatz zum Börsenkrash 1929 erholten sich die Kurse in den beiden anderen Fällen aber relativ schnell, so dass einige Märkte kaum ein halbes Jahr nach dem Ereignis die erlittenen Verluste sogar wieder wettmachen konnten. Ähnliches gilt für den Mini-Crash vom 16. Oktober 1989.

Börsenkurs

Der Kurs bzw. Preis für ein an der Börse gehandeltes Wertpapier wird Börsenkurs genannt.

Börsennotierung

Auch Kursfeststellung, Feststellung der Kurse für alle an der Börse zugelassenen Wertpapiere. Bei amtlich notierten Wertpapieren erfolgt diese Feststellung durch Kursmakler. Den Ablauf regelt die Börsenordnung. Das Geschäft wird zu dem Kurs abgeschlossen, bei dem die meisten Aufträge (Käufe und Verkäufe) ausgeführt werden können (Meistausführungsprinzip). Der Kurs für Wertpapiere kann börsentäglich einmal (Einheitskurs) oder mehrmals täglich fortlaufend notiert werden (Variable Notierung).

Börsenplatz

Der Börsenplatz ist der Ort, an dem sich eine Börse befindet bzw. an dem Wertpapiere gehandelt werden.

Börsenprospekt

Bevor ein Wertpapier zum Handel an einer Börse zugelassen wird, muss das entsprechende Unternehmen bzw. das dafür tätige Kreditinstitut die Öffentlichkeit in bestimmten regionalen Zeitungen, sog. Börsenpflichtblättern, über die beabsichtigte Einführung an der Börse informieren. Sinn und Zweck ist, die Öffentlichkeit ausreichend über das Wertpapier und den Emittenten zu informieren. Der Börsenprospekt muss Informationen zur bisherigen und erwarteten Entwicklung des Unternehmens, zur Produktpalette, zum letzten Jahresabschluss, u.ä. enthalten. Er muss der Zulassungsstelle, die den Informationsgehalt überprüft, vorgelegt werden. Pfandbriefanstalten können nach dem Börsengesetz von der Prospektpflicht befreit werden, da sie unter staatlicher Aufsicht stehen.

Börsenschluss

Bezeichnung für das Ende der Börsenzeit. Auch der Mindestbetrag für einen Abschluss an der Börse wird als Börsenschluss bezeichnet.

Börsensegment

Ein Börsensegment ist ein Börsenteilmarkt im Wertpapierhandel. Zu unterscheiden sind vertikale und horizontale Segmente. Vertikale Börsensegmente sind der Amtliche Handel, der Geregelte Markt, der Freiverkehr und der Neue Markt. Horizontale Marktsegmente entstehen durch die Aufgliederung vertikaler Marktsegmente in weitere Teilmärkte wie z.B. Kassa-, Termin- und Optionsmarkt.

Börsentendenzen

Einem Anleger werden fallende oder steigende Kurse durch Börsentendenzen signalisiert. Tendenzen sind am besten "fest" und "freundlich", als akzeptabel gelten "erholt" und "uneinheitlich". Die Tendenzen "leichter" und "schwach" deuten auf "sinkende" und "stärker fallende" Kurse.

Börsenumsatz

Der in der entsprechenden Währungseinheit sich zu einem bestimmten Zeitpunkt oder innerhalb eines bestimmten Zeitraums ergebende Gesamtbetrag der abgeschlossenen Geschäfte in einem Wertpapier oder am Gesamtmarkt.

Börsenumsatzstatistik

Die zahlenmäßige Erfassung aller getätigten Umsätze (sowohl von Banken als auch von Maklern) wird in der Börsenumsatzstatistik börsentäglich aufgezählt. Die Tagesumsätze werden vergleichsweise monatlich, vierteljährlich und jährlich zusammengefasst veröffentlicht.

Börsenzulassung

Es gibt festgesetzte Bedingungen für die Börsenzulassung zum amtlichen Handel an einer Börse, z.B. orientiert an der Offenlegung von Jahresabschlüssen oder der Bonität einer Person/Firma. Im sog. Börsenprospekt werden die Informationen gesammelt und von der Zulassungsstelle der Antrag zur Börsenzulassung veröffentlicht.

Brady Bonds

Anleihen, die zur Rekonstruierung von Bankkrediten durch öffentliche Schuldner begeben werden. Das Konzept beruht auf der "Brady Initiative" 1989 zur Verbriefung von Problemschulden von Entwicklungsländern. Die wertpapiermäßige Unterlegung wurde vollzogen, indem notleidende Kredite mit einem Abschlag, der sich nach der Höhe des Kreditrisikos und der Kreditlaufdauer richtet, in Anleihen umgewandelt wurden.

Branchen-Fonds

Investmentfonds, deren Vermögen hauptsächlich oder ausschließlich in Aktien einer bestimmten Branche (Industriezweig oder Wirtschaftsektor) anlegen, z.B. Telekommunikation oder Rohstoffe.

Break-Even

Der Break-Even ist der Kurs des Basiswerts, der erreicht werden muss, damit der Investor unter Berücksichtigung der zu zahlenden Optionsprämie bei Ausübung des Optionsrechts keinen Verlust erleidet. Unter Vernachlässigung der Transaktionskosten erzielt der Investor bei einem Call-Optionsschein dann einen Gewinn, wenn der Kurs des Basiswerts bei Ausübung des Optionsrechts über dem Break-Even notiert. Im Falle eines Put-Optionsscheins muss der Kurs des Basiwerts unter den Break-Even fallen, damit für den Erwerber aus der Transaktion ein Gewinn resultiert.

Break-Even-Kurs

Ab diesem Kurs des Basiswertes bei Optionen oder Optionsscheinen ist unter Berücksichtigung der gezahlten Optionsprämie eine verlustfreie Ausübung des Optionsrechtes möglich.

Brief

Kurszusatz, auch "B", der anzeigen soll, dass für ein bestimmtes Wertpapier nur Verkaufsangebote, allerdings keine Kaufangebote vorlagen, und somit zum angegebenen Kurs keine Umsätze zu Stande kamen. Sollten zwar Umsätze zu Stande gekommen sein, allerdings mehr Verkaufs- als Kaufsangebote vorliegen, wird der Kurszusatz "bezahlt Brief" oder "bB" verwendet.

Briefkurs

Der Briefkurs gibt an, zu welchem Preis der Emittent bereit ist, Optionsscheine zu verkaufen bzw. welchen Preis der Erwerber für die Optionsscheine bezahlen muss. Da der Emittent zu einem bestimmten Zeitpunkt die von ihm begebenen Optionsscheine stets zu einem höheren Kurs verkauft als erwirbt, liegt der Briefkurs immer über dem Geldkurs.

Broker

Bezeichnung für den Makler an der anglo-amerikanischen Börse, der im Gegensatz zu Börsenmaklern auch Privatkunden haben darf, allerdings nur Effektengeschäfte tätigen darf. Er schließt nicht auf eigene Rechnung, sondern im Auftrag anderer gegen Provision Wertpapiergeschäfte ab. Daneben steht der Broker seinen Kunden mit einer breiten Palette ergänzender Dienstleistungen wie z.B. Marktberichten, Unternehmens- und Branchenanalysen, Kaufs- und Verkaufsempfehlungen u.ä. zur Verfügung.

Bruttodividende

Dividende, von der Hauptversammlung festgesetzt, ohne Abzug der Körperschaftsteuer.

Bruttosozialprodukt

Geldwert aller innerhalb eines Jahres im Inland erzeugten Güter und in Anspruch genommenen Dienstleistungen. Zu unterscheiden vom Bruttoinlandsprodukt, welches sich aus dem BSP zzgl. dem Inlandseinkommen der Ausländer abzgl. dem Auslandseinkommen der Inländer errechnet. Das Nettosozialprodukt -oder auch Volkseinkommen- errechnet sich aus dem BSP abzgl. der enthaltenen Abschreibungen und indirekten Steuern zzgl. den staatlichen Zuschüssen.

Bull

Die an den Börsen übliche Bezeichnung für einen mit steigenden Kursen rechnenden, optimistisch gestimmten Anleger. Der entsprechende Markt wird "bull market" genannt. Sinnbild Bulle: Er stößt mit seinen Hörnern immer von unten nach oben.

Bull Market

Als Bull Market (Hausse) wird der Wertpapiermarkt genannt, wenn die Tendenz eindeutig auf steigende Kurse hindeutet. Der Gegensatz hierzu ist der Bear Market (Baisse) mit fallenden Preisen.

Bull-Spread

Kombination aus dem Kauf einer Kaufoption mit niedrigerem und dem Verkauf einer Kaufoption mit höherem Basispreis.

Bullen

Die Optimisten an der Börse werden sinnbildlich "Bullen" genannt und sind der festen Überzeugung, dass die Kurse ansteigen werden. Der Bulle ist als Symbol gewählt, da er mit den Hörnern immer von unten nach oben stößt. Als Gegenteil hierzu sieht man den "Bären", welcher mit der Tatze von oben nach unten schlägt, für fallende Kurse. Bekannt ist vor allem die Skulptur aus einem Bullen und einem Bären vor der Frankfurter Börse.

bullish

Markterwartung eines Anlegers, der mit einem bull-market, also mit tendenziell steigenden Kursen rechnet.

Bund-Future

Kontrakt (Futures) über eine idealtypische Bundesanleihe mit einer Nominalverzinsung von 6 % und einer Restlaufzeit von 8,5 bis 10,5 Jahren. Der Nominalwert eines Kontraktes beträgt Euro 100.000,-. Die Laufzeiten richten sich nach den zur gleichen Zeit verfügbaren Bund-Future-Liefermonaten. Dies sind immer die drei nächstliegenden Monate des Zyklus März, Juni, September und Dezember.

Bundesanleihe

Börsengehandelte Schuldverschreibungen des Bundes mit einer Laufzeit von 10-30 Jahren. Sowohl Bundesanleihen als auch Bundesobligationen sind mit einem festen Nominalzins ausgestattet, die Ausgabepreise sind variabel. Bundesanleihen sind per Gesetz ohne Prospekt zum amtlichen Handel zugelassen.

Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen (BAKred)

Investmentgesellschaften (Kapitalanlagegesellschaften) als Spezial-Kreditinstitute unterliegen der Aufsicht des Bundesaufsichtsamtes für das Kreditwesen in Berlin. Das BAKred erteilt nicht nur die Erlaubnis zur Aufnahme des Geschäftsbetriebes, sondern überwacht auch die Einhaltung der Vorschriften des Gesetzes über das Kreditwesen und des Gesetzes über Kapitalanlagegesellschaften (KAGG).

Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel (BAWe)

Ehemalige Bundesoberbehörde, die in der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) aufgegangen ist.

Bundesobligationen

Bundesobligationen sind Schuldverschreibungen des Bundes mit einer Laufzeit von fünf Jahren. Sie werden als Wertrechtsanleihen im Rahmen einer Daueremission herausgegeben. Ihr Verkauf erfolgt über Kreditinstitute. Vor Börseneinführung können sie nur von natürlichen Personen sowie gemeinnützigen, mildtätigen und kirchlichen Einrichtungen erworben werden. Nach Börseneinführung ist ein allgemeiner Erwerb möglich.

Bundesschatzbrief

Emission des Bundes, festverzinslich. Die Zinsen werden jährlich (Typ A, 6 Jahre Laufzeit) gezahlt oder mit Zinseszinsen bei der Rückzahlung dem Nennwert zugeschlagen (Typ B, 7 Jahre Laufzeit). Sie werden nicht in den Börsenhandel eingeführt.

BVI-Methode

Die BVI-Methode ist ein Verfahren zur Berechnung der Wertentwicklung eines Investmentfonds während eines Betrachtungszeitraumes. Es wird angenommen, dass das eingesetzte Kapital hundertprozentig zur Anlage kommt und somit bestimmte Einflussfaktoren wie z.B. Ausgabeaufschlag, Rücknahmespesen, Depotgebühren oder Kontoführungsgebühren nicht berücksichtigt werden. Die BVI-Methode berechnet die Performance eines Fonds in drei Schritten: 1. Zuerst wird die Zahl der Anteile berechnet, die ein Anleger am Ende des Betrachtungszeitraums besitzen könnte, wenn er zu Beginn der Periode einen einzigen Anteil hält und für Ausschüttungen beziehungsweise vom Fonds abgeführte Kapitalertragsteuer weitere Anteile kauft. Um die Anzahl der Anteile zu berechnen, die der Fondsanleger kaufen kann, werden die Ausschüttungen/Steuerzahlungen dividiert durch den Anteilwert am jeweilig Geschäftstag. 2. Die Summe aus dem ursprünglichen Anteil und den neuen Anteilen wird mit dem aktuellen Anteilwert am Ende des Betrachtungszeitraums multipliziert. 3. Im dritten Schritt wird die prozentuale Änderung des Anteilwerts berechnet: (Neuer Anteilwert - Alter Anteilwert) / Alter Anteilwert x 100.

C

CAC 40

Abkürzung für Compagnie des Agents de Change 40 Index. Index der Pariser Wertpapierbörse; umfasst die 40 umsatzstärksten Aktien des Compagnie des Agent de Change.

Calendar-Spread

Dies ist eine Kombination von gleichzeitig gekauften und verkauften Optionen. Es wird also eine Long und eine Short Position mit demselben Basisobjekt und -preis, jedoch mit unterschiedlichen Verfallsdaten gehandelt.

Call

Die englische Bezeichnung für "Kaufoption" ist "Call". Der Käufer derselben erwirbt das Recht - aber nicht die Pflicht - während der Laufzeit die angebotenen Wertpapiere zu den festgelegten Konditionen zu kaufen. Der Gegensatz dazu ist ein "Put" bzw. die Verkaufsoption.

Candlestick-Charts

Aus Japan stammende, technische Analysemethode. Die Darstellung als Candlestick-Chart ("Kerzenchart") ermöglicht gegenüber den westlichen Chartanalysen zusätzliche Signale. Der Eröffnungs- und der Schlusskurs werden in einem Rechteck dargestellt, das je nach Entwicklung der Börsensitzung (positiv oder negativ) ausgefüllt wird oder nicht. Zusätzlich werden der Tageshöchst- und der Tagestiefstkurs durch dünne Balken dargestellt. Eine schwarze Kerze steht für fallende, eine weiße für steigende Kurse. Die sogenannten Schatten geben Höchst- bzw. Tiefstkurse an.

Candlesticks

Begriff der Charttechnik. Sie wurden von den Japanern im 16. Jahrhundert eingeführt und bestehen aus vier Kursen, dem Eröffnungskurs, dem Tageshoch, dem Tagestief und dem Schlusskurs. Eröffnung und Schluß bilden den Kerzenkörper. Der Körper wird als dicker senkrechter Strich gezeichnet. Er ist schwarz, wenn der Eröffnungskurs über dem Schlusskurs liegt. Sonst ist er weiß. Aus dem Körper heraus werden nach oben und nach unten Antennen/Dochte gezeichnet, die bis zum Tageshoch bzw. Tagestief reichen. Mit Hilfe mehrerer Kerzen können verschiedene Muster entstehen, die entsprechend interpretiert werden können.

Cap

Caps (und Floors) sind eine Versicherung gegen steigende (bzw. fallende) Zinsen. Der Käufer ist der Versicherungsnehmer, der Verkäufer der Versicherungsgeber. Bei einem Cap wird dem Cap-Käufer gegen Zahlung einer Prämie garantiert, dass die Zinsbelastung aus der bestehenden oder noch aufzunehmenden variabel verzinslichen Verbindlichkeit eine festgelegte Zinsobergrenze (Strike) während der Laufzeit des Caps nicht übersteigt. Gleichzeitig partizipiert der Cap-Käufer von fallenden Zinsen. Der Cap-Verkäufer verpflichtet sich, eine eventuell über den Strike hinausgehende Mehrbelastung durch eine Zahlung an den Versicherungsnehmer auszugleichen.

Capped-Garantie-Zertifikat

Bei Capped-Garantie-Zertifikaten kann sich der Anleger an leicht höheren Partizipationsraten im Vergleich zu herkömmlichen Garantie-Zertifikaten freuen. Im Gegenzug ist dafür die Rückzahlung gedeckelt, so dass der Anleger zwar an leichten Kurssteigerungen zu einem höheren Anteil partizipiert, als bei herkömmlichen Produkten, bei explodierenden Kursen allerdings in seiner Performance zurückbleiben kann.

Carry

Carry kann auch als "carrying charge" bezeichnet werden. Der Ausdruck "carrying charge" beschreibt die allgemeinen Kosten für die Lagerhaltung, wie z.B. Mietkosten für Lagerräume, Zins für das in der Ware gebundene Kapital, Versicherungsprämien, Transportkosten u.ä.

Carrying Charge

Der Ausdruck "carrying charge" beschreibt die allgemeinen Kosten für die Lagerhaltung, wie z.B. Mietkosten für Lagerräume, Zins für das in der Ware gebundene Kapital, Versicherungsprämien, Transportkosten u.ä.

Cash Commodity

Die effektiv vorhandene Kassaware nennt man im Englischen "cash commodity".

Cash Management

Durch das Cash Management (die Finanzplanung von Firmen) soll eine optimale Steuerung der freien Mittel bzw. der Kredite zur bestmöglichen Rentabilität führen.

Cash Market

Der Markt für Kassaware wird "cash market" oder auch "spot market" genannt.

Cash-Flow

Kennzahl zur Aktien- bzw. Unternehmensanalyse. Die Berechnung des Cash-Flows ergibt sich im wesentlichen aus der Addition von Jahresüberschuss, Abschreibungen, Veränderungen der langfristigen Rückstellungen, Ertrags- und Einkommensteuern. Er stellt den Zugang an flüssigen Mitteln innerhalb einer bestimmten Abrechnungsperiode dar. Er findet Anwendung bei Verfahren der Investitionsrechnung, die im Rahmen der Beurteilung von anstehenden Investitionsvorhaben quantifizierbare Daten für die Entscheidung liefern sollen. Der Cash-Flow stellt ferner eine wichtige Kennzahl im Rahmen der Bilanz- und Finanzanalyse dar. Er ist nicht einheitlich definiert. Ein Versuch der Vereinheitlichung ist der Cash-flow nach DVFA/SG.

Cash-Flow-Ratio

Das Cash-Flow-Ratio ist eine Rentabilitätskennziffer, die auf der Basis des Cash-Flows berechnet wird. Sie gibt an, um das wievielfache der Cash-Flow pro Aktie im Kurs der Aktie enthalten ist. Berechnung: Cash-Flow-Ratio = Aktienkurs / Cash-Flow je Aktie. Den Cash-Flow je Aktie erhält man durch: Berechnung: Cash-Flow je Aktie = Cash-Flow des Unternehmens / Anzahl der Aktien.

Cash-Settlement

Ausgleich des Bewertungsergebnisses bei physisch nicht erfüllbaren Termingeschäften (z. B. Futures , Optionen auf Indizes, etc.).

CBOT

Abkürzung für Chicago Board of Trade. Die CBOT ist die weltweit größte Börse für den Handel mit Rohstoffen, Futures und Optionen.

CDAX

Der Aktienindex CDAX enthält alle deutschen Aktien, die im Prime Standard und General Standard der Frankfurter Wertpapierbörse (FWB) notiert sind - unabhängig von deren Branche. Basis der Berechnung ist der 30.12.1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten. Eine historische Zeitreihe reicht bis 1970 zurück.

Central Rate

Englische Bezeichnung für Leitzins.

Certificates of Deposit (CD)

Geldmarktpapiere in Form von Inhaberpapieren, die vor allem von Banken emittiert werden und bei Fälligkeit zum Nennwert eingelöst werden. Ihre Laufzeiten bewegen sich zwischen 30 Tagen und 5 Jahren mit dem Schwerpunkt im Laufzeitbereich von 30 bis 180 Tagen. Neben festverzinslichen CD existieren auch CD mit variablem Zinssatz. Gegenüber Termineinlagen ist der Vorteil der CD vor allem in der Sekundärmarktfähigkeit zu sehen.

CFD

CFD steht für Contract for Difference und ist ein Differenzgeschäft. Ursprünglich wurden CFDs von großen Institutionen verwendet, um ihre Aktienexponierung kostengünstig abzudecken. Heute sind CFDs geläufige Marktwerkzeuge, die von Privatanlegern in der ganzen Welt genutzt werden. Wie der Name vermuten lässt, ist ein CFD ein Barausgleich eines Differenzgeschäftes zwischen dem Kaufpreis und Verkaufspreis eines Finanzinstrumentes. Ein CFD spiegelt die Performance eines Instruments wider und bietet den Vorteil, Instrumente wie Aktien, Rohstoffe, Indizes oder Währungen zu handeln, ohne sie selbst effektiv besitzen zu müssen. Mit dem CFD-Handel wird es dem Anleger ermöglicht, schon ab 1 % des Kaufpreises eines Underlyings von dessen Entwicklung zu 100 % zu profitieren. Es wird nur ein Hundertstel des Kapitals gebunden. Der CFD entwickelt sich genauso, wie das zugrunde liegende Underlying selbst, d.h. es gibt keinen Ablauftermin und keinen Zeitwertverfall. Es sind somit keine Termingeschäfte. Der Handel mit CFDs ist genauso liquide, wie das jeweils zugrunde liegende Underlying, hinzu kommt, dass der Anleger die Möglichkeit hat, auch von fallenden Märkten (short) zu profitieren. Käufer von CFDs sind Dividendenberechtigt, Verkäufer müssen diese zahlen.

CFTC

Commodity Futures Trading Commission. Diese amerikanische Behörde kontrolliert sämtliche an den amerikanischen Börsen gehandelten Rohstoffe.

Chart

Bezeichnung für die graphische Darstellung der Kurs- und Umsatzentwicklung von Wertpapieren, Branchen oder Börsen. Der anzuzeigende Zeitraum kann dabei frei gewählt werden. Charts sind die Grundlage der technischen Wertpapieranalyse. Unterschieden wird bei der Chartdarstellung zwischen Linien-, Balken-, Point & Figure-, Candle-Stick-Charts etc.

Chartanalyse

Die Chart-Analyse ist eine Technik zur Interpretation von Charts mit dem Ziel, Kursprognosen und -potenziale abzuleiten, um so geeignete Zeitpunkte für Kaufs- und Verkaufspositionen zu gewinnen. Für langfristig orientierte Analysen und Anlagen greift man auf gleitende Durchschnitte zurück. Für die Herleitung und Fundierung kurzfristiger Trendbewegungen wird insbesondere auf trendbeständige, graphische Formationen, Trendumkehrformationen sowie auf Stützungs- und Widerstandslinien verwiesen (technische Aktienanalyse).

Chartist

Börsenanalysten, welche anhand von Auswertungen einer Vielzahl von Charts Kauf- bzw. Verkaufsentscheidungen fällen.

Charttechnik

Der Begriff Chartechnik hat seinen Ursprung in Japan. Bereits in der Mitte des 16. Jahrhunderts handelten die Japaner mit Reis, der nicht vorhanden war, also mit Reis-Futures. Der Handel war zur damaligen Zeit sehr wichtig und der Gruß der Bewohner der Stadt war "Mokariamakka", was so viel wie "Machen Sie Gewinne" bedeutet. Auch heute ist das nicht anders. Eigentlich ist mit dem Wort BLASH (Buy low and sell high) alles gesagt. Doch die Japaner wollten etwas über den zukünftigen Verlauf der Future-Preise herausfinden. Sie betrachteten sich Charts und wollten Regelmäßigkeiten feststellen. Die Folge war, dass sich bestimmte Kursmuster im Laufe der Zeit wiederholten. Das Resultat war die Candlestick-Charttechnik. Die Regeln von heute beruhen immer noch auf den damaligen Erkenntnissen und täglich werden Milliarden von Dollar mit der Hilfe von charttechnischen Signalen gehandelt. Der große Unterschied zur fundamentalen Analyse ist, dass die Charttechnik nicht auf fundamentale Daten reagiert, sondern alles vom Chart und dessen Formationen abhängig macht. In der Vielzahl der Händler, die nach charttechnischen Signalen handeln, liegt die Begründung, dass das ganze System recht gut funktioniert.

Chicago Board of Trade

Das Chicago Board of Trade (Abk.: CBOT) ist die älteste und eine der bedeutensten Terminbörsen der Welt. Ehemals nur für Warentermingeschäfte, hat das CBOT die Palette bis hin zu den Futures und Future-Optionen auf den Dow Jones Industrial Average und die U.S. Treasury Bonds ausgebaut.

Clearing

Forderungen und Verbindlichkeiten werden gegenseitig aufgerechnet, um zu einem periodischen, planmäßigen Ausgleich zu gelangen. Im Ergebnis werden nur die sich zugunsten bzw. zulasten eines jeden Teilnehmer ergebenden Salden gutgeschrieben bzw. belastet.

Clearing House

Das Clearing House (Clearingstelle) ist als Institution mit der entsprechenden Terminbörse verbunden. Derivate werden hier abgerechnet und erfüllt. Das Clearing House tritt in jedem Geschäft zwischen Käufer und Verkäufer als Vertragspartner auf, übernimmt so das Bonitätsrisiko und garantiert für die Abwicklung und Erfüllung der Kontrakte. Das Clearing House führt für jeden Kunden ein Konto (Margin Account), auf welches bei Kauf bzw. Verkauf eines Kontraktes eine Einschussleistung (Initial Margin) zu erbringen ist. Diese Initial Margin wird bei Glattstellung des Kontraktes vollständig rückerstattet.

Clearing Member

Mitglieder des "Clearing House" werden als "Clearing Member" bezeichnet. Das Mitglied muss gleichzeitig einen Börsensitz haben, wobei umgekehrt Nichtmitglieder auch im Clearing House tätig sein können. Diese zahlen allerdings eine höhere Kommission.

Clearingstelle

Das Clearing House (Clearingstelle) ist als Institution mit der entsprechenden Terminbörse verbunden. Derivate werden hier abgerechnet und erfüllt. Das Clearing House tritt in jedem Geschäft zwischen Käufer und Verkäufer als Vertragspartner auf, übernimmt so das Bonitätsrisiko und garantiert für die Abwicklung und Erfüllung der Kontrakte. Das Clearing House führt für jeden Kunden ein Konto (Margin Account), auf welches bei Kauf bzw. Verkauf eines Kontraktes eine Einschussleistung (Initial Margin) zu erbringen ist. Diese Initial Margin wird bei Glattstellung des Kontraktes vollständig rückerstattet.

Close

Bezeichnung für den offiziellen Schlusskurs des Tages.

Closed-End-Fund

Das Kapital des Fonds wird - analog zu geschlossenen Immobilienfonds - durch Zeichnung einer bestimmten, von vornherein begrenzten Anzahl von Anteilsscheinen aufgebracht. Eine vertragliche o.ä. Verpflichtung zum Rückkauf von Anteilen besteht nicht. In einigen Ländern (z.B. USA) dürfen die Fonds-Anteilsscheine an einer Börse gehandelt werden.

CME

Chicago Mercantile Exchange: Handelsplatz für Derivate, insbesondere Futures und Futureoptionen.

Collar

Ein Collar ist die vertragliche Festlegung eines Höchst- und Mindestzinssatzes bei floating-rate notes.

Commercial Banking

Als Überbegriff für alle traditionellen Bankgeschäfte steht das sog. "Commercial Banking".

Commission

Die Commission (Kommission) ist eine Provision, welche ein Broker für seine Vermittlungstätigkeit erhält. Sie wird für den Kauf und Verkauf gemeinsam erhoben (round turn commission).

Commodity

Bezeichnung für eine Ware wie Getreide, Kaffee oder einen Rohstoff wie Gold, Silber.

Commodity and Trade Financing

"Commodity and Trade Financing" ist eine neuere Finanzierungstechnik, die vor allem im Rahmen von Außenhandelsfinanzierungen Anwendung findet. Diese Art der Barkreditfinanzierung zielt speziell auf den Handel mit börsennotierten Handelswaren ab. Die finanzierende Bank stellt Kreditvergabe weder auf den Lieferanten, noch auf den Abnehmer der zugrundeliegenden Ware ab, sondern lediglich auf die Ware selbst. "Commodity and Trade"-Finanzierungen werden beim Rohstoffhandel mit Unternehmen aus den Staaten des ehemaligen Warschauer Paktes angewandt.

Commodity Option

Verbrieft das Recht zum Bezug (Call-Option) oder Lieferung (Put-Option) einer Ware zu einer bestimmten Menge, einer bestimmen Qualität, einem festen Termin und zu einem festgesetzten Preis.

common Gap

Bezeichnet eine Kurslücke in einem Seitwärtstrend oder Lücken durch geringe Umsätze. Sie sind nicht von Bedeutung und es können keine Aussagen über den weiteren Kursverlauf gemacht werden.

Common Shares

Englisch für Stammaktien.

Computerbörse

Bei der Computerbörse sind die Börsenteilnehmer nicht mehr persönlich auf dem Börsenparkett anwesend, sondern können von außerhalb der Börse via Computer-Bildschirm ihre Abschlüsse tätigen. Zu den bekanntesten Computerbörsen zählen NASDAQ und DTB für Termingeschäfte.

Computerhandel

Die Vermittlung von Wertpapierkäufen bzw. -verkäufen per Computernetz wird als Computerhandel bezeichnet. An der Börse ist im allgemeinen der Skontroführer dafür zuständig, Angebot und Nachfrage abzustimmen, während im Computerhandel ein Zentralrechner diese Funktion übernimmt. Verglichen mit dem konventionellen Börsenhandel hat der Computerhandel sehr viel Bedeutung. Experten vermuten, dass der übliche Handel auf dem Börsenparkett früher oder später ganz durch den Computerhandel verdrängt werden könnte.

Consols

Bei einer Zusammenfassung (Konsolidation) mehrerer Anleihen werden die einzelnen Teile dieser neuen Gesamtanleihe als Consols (Konsols) bezeichnet.

Contango

Das "contango" gibt es bei Londoner Metall-Märkten: Der Kassapreis ist tiefer als der Preis der Terminware. Im umgekehrten Fall nennt man dies "Backwardation".

Contract

Der Contract ist die Menge eines Rohstoffes mit genau definierten Qualitätsstandards.

Contract Month

Aus dem Englischen für Kontraktmonat. Dies steht für einen bestimmten (aktiven) Monat, für den Kontrakte gehandelt werden.

Contrary Opinion

Als Contrary Opinion wird die "gegensätzliche Meinung" zum Erfassen des mehrheitlichen Verhaltens der Börsenteilnehmer bezeichnet.

Convertible Bond

Englische Bezeichnung für Wandelobligation.

Corporate Governance

Corporate Governance (CG) bezeichnet die verantwortliche, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichtete Unternehmensführung und -kontrolle. Unter CG versteht man das gesamte System interner und externer Kontroll- und Überwachungsmechanismen in einer Unternehmung. Die unter dem Schlagwort CG behandelten Themen reichen von der Struktur der Eigentums- und Kapitalverhältnisse, der Rechte und Pflichten der Aktionäre, der personellen Zusammensetzung und Effektivität der Gremien zur Leitung und Kontrolle des Unternehmens inklusive Fragen der Mitbestimmung der Mitarbeiter, der Rechnungslegung und Transparenz bis hin zum Kontrollerwerb durch Unternehmensübernahmen.

Corporation

Bezeichnet eine Körperschaft in den USA, Kanada und Japan und ist gleichbedeutend mit der Aktiengesellschaft in Deutschland.

Cost of Carry

Englisch für Haltekosten: Positive wie negative Netto-Finanzierungskosten des Besitzes eines Kontraktgegenstandes. Unter den Cost of Carry werden bei Covered Warrants die Finanzierungskosten des Stillhalters für seinen Deckungsbestand verstanden. Bei Warenterminkontrakten zählen dazu Lagerkosten, Versicherungsprämien sowie Zinskosten für die Finanzierung des Erwerbs von Waren. Als positive Finanzierungspositionen lassen sich Zinserträge und Dividenden bei Finanzaktiva anführen.

Cost-Average-Effekt

Bei Anlageplänen mit regelmäßigen Einzahlungen erreicht der Anleger, dass bei fallenden Kursen mehr, bei steigenden Kursen entsprechend weniger Fondsanteile erworben werden. Diese regelmäßige Einzahlung gleichbleibender Beträge über einen längeren Zeitraum hat für den Anleger den Vorteil, dass er die Anteile bei unterschiedlichen Ausgabepreisen zu einem insgesamt günstigeren Durchschnittspreis kauft. Zudem wirkt sich positiv aus, dass der Anleger im Rahmen eines Sparprogramms auch Anteils-Bruchteile erwirbt und den Kauf nicht auf volle Stücke abstellen muss.

Coupon

Auch als Kupon bezeichnet. Durch den Coupon wird ein Aktienbesitzer zum Bezug der Jahresdividende berechtigt. Der Coupon ist Zubehör der Aktie. Gegen Vorlage wird die fällige Dividende ausgezahlt. Coupons sind für einen längeren Zeitraum auf dem Couponbogen zusammengefasst.

Courtage

Die Courtage ist die Vermittlungsgebühr, die ein Börsenmakler für die Abwicklung einer Kaufs- oder Verkaufsorder erhält. Die Höhe ist für die Kursmakler einheitlich festgesetzt. Sie wird in % oder Promille des Kurswertes bei Aktien bzw. in % oder Promille des Nennwertes bei festverzinslichen Wertpapieren angegeben und kann nach Wertpapiergattungen, nach Kurswerthöhe und nach Geschäftsart gestaffelt sein. Die abwickelnde Bank stellt dem Kunden die Courtage für den erteilten Auftrag in Rechnung.

Covered Warrants

Zu Beginn des Optionsscheinmarktes und auch heute noch versteht man unter diesen sogenannten "gedeckten Optionsscheinen" Aktien- Optionsscheine, die das Recht zum physischen Bezug von Aktien verbriefen, die sich während der Laufzeit des Optionsscheins in einem gesondert gehaltenen Deckungsbestand befinden. In neuerer Zeit wird immer mehr auf das Instrumentarium des Deckungsbestandes verzichtet. Stattdessen stellen die Emittenten durch den Abschluss von weiteren Finanztransaktionen sicher, dass Lieferansprüche des Optionsscheininhabers bei Ausübung des Optionsrechts erfüllt werden. Darüber hinaus werden mittlerweile auch solche Optonsscheine vom Begriff "Covered Warrants" erfasst, bei denen statt der physischen Lieferung ein Barausgleich möglich ist.

Crash

Zusammenbruch der Börse, die Kurse sinken ins "endlose".

CRB

Abkürzung für Commodity Research Bureau.

Cron

Im Englischen steht Cron für Ernte. Cronyear bedeutet Erntejahr und ist für jeden agrarischen Rohstoff festgelegt.

Cross Hedge

Absicherung einer Kassaposition durch einen bezüglich des Basisobjekts unterschiedlichen, hinsichtlich der Wertentwicklung ähnlichen Terminkontrakt.

Cross Rate

Bezeichnung für den Wechselkurs zweier Währungen.

Cum

Lat. "mit". Bezeichnung am Euromarkt für Wertpapiere mit Zins-, Dividenden- oder sonstigen Bezugsscheinen.

Currency Option

Auch bezeichnet als Devisen-Option. Eine Devisen-Option gibt dem Inhaber das Recht, nicht aber die Pflicht (vertragliche Option von zwei Vertragspartnern) eine festgelegte Devise zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einem vorher festgelegten Kurs zu kaufen oder zu verkaufen. Da aber keine physische Lieferung der Devisen erfolgt, wird bei Devisen-Optionen der Kursgewinn durch Barausgleich vom Emittenten ausgezahlt.

D

Dachfonds

Wird auch Funds of Funds genannt. Dies sind Investmentfonds die ihr Fondsvermögen wiederum in anderen Fonds anlegen. Auf diese Weise kann eine besonders breite Risikostreuung erzielt werden.

Damnum

Häufig wird Damnum (ital. für "Schaden") mit dem Begriff Disagio gleichgesetzt.

Daueremission

Die laufende Ausgabe neuer Wertpapiere eines Emittenten ist eine Daueremission. Hier wird nicht eine Emission von einem Gesamtbetrag platziert, sondern es werden laufend neue Beträge platziert. Dies ist zumeist bei Bundesobligationen der Fall, da der Staat häufig über neuen Kapitalbedarf verfügt, während bei Industrieunternehmen meistens Einzelinvestitionen finanziert werden müssen.

Daueremittent

Dies sind Emittenten, die wegen eines laufenden Finanzierungsbedarfs regelmäßig Wertpapiere ausgeben (z. B. Realkreditinstitute, Landesbanken, die Industriekreditbank, die Öffentliche Hand).

DAX

Abkürzung für Deutscher Aktienindex.

DAX 100

Im DAX 100 sind die 100 umsatzstärksten Aktien der deutschen Börse notiert. Die Werte sind in 10 Branchenindices unterteilt.

Day Order

Die Day Order ist ein Auftrag mit einer beschränkten Gültigkeit für den betreffenden Tag. Wird der Auftrag an diesem Tag nicht an der Börse ausgeführt, so erlischt er automatisch.

Day Trader

Day Trader bedeutet übersetzt "Tageshändler". Anleger, die ein Investment maximal bis zum Schluss eines Handelstages halten. Oftmals dauert es nur wenige Sekunden, bis eine offene Position wieder geschlossen wird.

Debenture

Englische Bezeichnung für Obligation (Schuldverschreibung).

Debitor

Debitor ist eine andere Bezeichnung für einen Schuldner. (Im Bankwesen: Kreditnehmer)

Deckungsstock

Als Deckungsstock bezeichnet man das Sondervermögen von Versicherungsunternehmen. Es ist eine Art Prämienreservefond zur Erfüllung der Verpflichtungen und Sicherung der Zahlungsfähigkeit.

Deckungsstockfähigkeit

Wertpapiere, die zur Anlage des von Versicherungsunternehmen zu bildenden Deckungsstocks zulässig sind, nennt man deckungsstockfähig.

Deflation

Deflation ist eine Preisentwicklung, bei der das allgemeine Preisnivau über einen längeren Zeithorizont kontinuierlich sinkt. Käufe werden angesichts der Erwartung zukünftig niedrigerer Preise aufgeschoben, was zu einem weiteren Preisverfall und einer Fortsetzung der Abwärtsspirale führt. Preisverfall in einzelnen Branchen, insbesondere aufgrund des technischen Fortschritts, gelten nicht als Deflation.

Delivery Month

Als Deckungsstock bezeichnet man das Sondervermögen von Versicherungsunternehmen. Es ist eine Art Prämienreservefond zur Erfüllung der Verpflichtungen und Sicherung der Zahlungsfähigkeit.

Delivery Notice

Die Ankündigung des Verkäufers eines Rohstoff-Terminkontraktes an das Clearing House, dass er die effektive Ware liefern möchte, wird als "Delivery Notice" bezeichnet.

Delta-Faktor

Faktor, der die erwartete Veränderung der Optionsprämie im Verhältnis zu einer Wertänderung des zugrundeliegenden Basiswertes der Option misst. Varriert bei (Kaufoptionen) zwischen 0 und 1, bei Verkaufoptionen zwischen -1 und 0. Optionen "am Geld" weisen i.d.R. Delta-Faktoren um 0,5 auf. Eine positive Wertentwicklung des Basisobjekts um 1 Einheit bewirkt bei Kaufoptionen einen Preisanstieg um 0,5 Einheiten, bei Verkaufsoptionen eine Preisreduzierung um 0,5 Einheiten.

Deport

Als Deport bezeichnet man die Differenz des Terminkurses zu dem Kassakurs des Underlyings. In % des Kassakurses ausgedrückt: Swapsatz. Gegensatz: Report

Deposit

Das Deposit ist ein kaum noch verwendeter Begriff aus dem lateinischen für "das Hinterlegte".

Depot

Gem. § 3 des Depotgesetzes Verwahrung und Verwaltung von Wertpapieren Dritter durch Kreditinstitute. Als Verwahrungsarten gibt es die Sonderverwahrung gem. § 2 DepotG (Streifbandverwahrung) und die Sammelverwahrung.

Depotauszug

Eine Aufstellung der Depotbestände wird den Depotkunden einer Bank mindestens einmal jährlich zugesandt. Ein Depotauszug enthält die wichtigsten Angaben über die Wertpapiere, die sich in einem Depot befinden.

Depotbank

Solche Banken haben die Berechtigung zur Verwahrung und Verwaltung von Wertpapieren für Dritte. Sie übernehmen die Ausgabe und Rücknahme von Anteilscheinen, die Ausschüttung an die Inhaber und die Verwaltung im Falle einer Auflösung.

Depotbankgebühren

Die Depotbank erhält für ihre Verwahrungs- und Kontrolltätigkeit eine Vergütung, die einen Promille-Satz des Fondsvermögens ausmacht. Die Höhe dieser Vergütung ist in den Besonderen Vertragsbedingungen des einzelnen Fonds angegeben. Mit der Gebühr wird nicht direkt der Anleger belastet, sondern das Fondsvermögen. Sie geht daher zu Lasten der Wertentwicklung des Fonds.

Depotbankvergütung

Entgelt der Depotbank für Verwahrung des Fondsvermögens und Ausübung der gesetzlich vorgeschriebenen Kontrolltätigkeit. Die Depotbankgebühr wird dem Fondsvermögen direkt entnommen.

Depotgeschäft

Ein im Kreditwesen festgelegtes Bankgeschäft ist auch das Depotgeschäft. Die Wertpapiere werden in diesem Fall der Bank nicht nur zur Aufbewahrung gelassen, sondern es erfolgt auch die Einlösung von Zins- oder Dividendenscheinen, die Ausübung des Stimmrechts, die Verwahrung von Bezugsrechten, etc.

Depotstimmrecht

(eigentlich Auftragsstimmrecht oder Vollmachtstimmrecht) Jeder Aktionär kann einen Dritten (Kreditinstitut, geschäftsmäßigen Aktionärsvertreter oder sonstigen Bevollmächtigten) bevollmächtigen, sein Stimmrecht in der Hauptversammlung auszuüben. Vielfach bevollmächtigen die Aktionäre zweckmäßigerweise ihre Depotbank zur Ausübung des Stimmrechts. Daher findet sich auch fälschlicherweise die Bezeichnung "Depotstimmrecht".

Derivate

Finanzinstrumente, die aus anderen Anlageobjekten wie z.B. Aktien abgeleitet sind. Als Beispiele wären hier Swaps, Optionen und Futures zu nennen.

Desk

Kurzwort für Orderdesk.

Deutsche Börse AG

Privatwirtschaftliches Unternehmen, das 1992 gegründet wurde und als Holding an der Spitze der Gruppe Deutsche Börse steht. Ihr Sitz ist in Frankfurt a.M. Zur Deutschen Börse AG gehören : Frankfurter Wertpapierbörse (FWB), Deutsche Börse Clearing AG, Deutsche Börse Systems AG, Fördergesellschaft für Börsen und Finanzmärkte in Mittel- und Osteuropa mbH (FBF) und European Exchange (Eurex).

Deutsche Börse Clearing

Besorgt innerhalb der Gruppe Deutsche Börse AG die effiziente und sichere Abwicklung von Wertpapiergeschäften, die Wertpapierverwahrung und -verwaltung inländischer und ausländischer Wertpapiere.

Deutsche Bundesbank

Bis zur Gründung der Europäischen Zentralbank EZB war die Deutsche Bundesbank eine eigenständige und politisch unabhängige Institution, deren Aufgabe die Versorgung der Wirtschaft mit Geld (durch Steuerung des Wertpapierpensionssatz, der Leitzinsen, des Diskont-, Lombard- und Mindestreservesatzes), die Sicherung der Stabilität der Währung und die Unterstützung der wirtschaftlichen Entwicklung war. Weitere Mittel der Bundesbank waren Interventionen am Devisenmarkt. In den Bundesländern ist die Bundesbank von den Landeszentralbanken vertreten. Mit dem Start der Währungsunion am 01.01.1999 ging die geldpolitische Souveränität der Deutschen Bundesbank auf die Europäische Zentralbank (EZB) über. Nun ist die wichtigste Aufgabe der EZB die Sicherung der Stabilität des Preisniveaus in der Währungsunion.

Deutsche Terminbörse

Die Deutsche Terminbörse (Abk.: DTB) war eine aus 17 Gesellschafterbanken verschiedener Bereiche bestehende GmbH, die Anfang 1990 ihre Tätigkeit aufnahm. Sie war eine den internationalen Standards entsprechende Computerbörse, an welcher ausschließlich Optionen und Financal-Futures gehandelt wurden. 1998 fusionierte die Deutsche Terminbörse zusammen mit der SOFFEX zur heutigen Eurex.

Deutscher Kassenverein AG (DKV)

Der DKV mit Sitz in Frankfurt a.M. obliegt die zentrale Verwahrung von Wertpapieren bzw. Effekten in Deutschland. Sie entstand im Dezember 1989 durch Verschmelzung der Kassenvereine und Wertpapiersammelbanken in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und Hannover. Die Deutsche Kassenverein AG firmierte 1997 um in Deutsche Börse Clearing AG.

Deutscher Rentenindex (REX)

Kursindex der Deutschen Börse AG. Er bildet einen nach Laufzeit und Kupontyp gewichteten Durchschnittskurs aus synthetischen Anleihen mit konstanter Laufzeit. Bestandteil des REX sind 30 Anleihen mit Laufzeiten zwischen 1 und 10 Jahren und drei verschiedenen Zinstypen (6%, 7,5%, 9%), die unter Berücksichtigung ihres Marktanteils in den REX eingehen.

Deutsches Aktieninstitut (DAI)

Institut zur Förderung der Aktienkultur in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Zweck des Vereins ist die Förderung der Aktie, im Interesse einer besseren Finanzierung der Unternehmen und einer breiteren Eigentumsstreuung.

Devisen

Ausdruck für auf ausländische Währungen lautende Forderungen in Form von Guthaben bei ausländischen Banken in fremder Währung oder Wertpapieren (z.B. auch Schecks und Wechsel). Ausländisches Bargeld, das als Sorten bezeichnet wird, zählt nicht zu den Devisen.

Devisen-Futures

Ein Devisen-Future ist ein Terminkontrakt, der den Inhaber berechtigt und verpflichtet einen bestimmten Währungsbetrag zu einem bestimmten Zeitpunkt, zu einem vereinbarten Kurs zu kaufen oder zu verkaufen.

Devisen-Option

Eine Devisen-Option gibt dem Inhaber das Recht, nicht aber die Pflicht (vertragliche Option von zwei Vertragspartnern) eine festgelegte Devise zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einem vorher festgelegten Kurs zu kaufen oder zu verkaufen. Da aber keine physische Lieferung der Devisen erfolgt, wird bei Devisen-Optionen der Kursgewinn durch Barausgleich vom Emittenten ausgezahlt.

Devisenbörse

Hier werden Fremdwährungen gehandelt. An der Frankfurter Börse z.B. gab es bis zum 01.01.1999 eine Devisenbörse, die börsentäglich einen amtlichen Mittelkurs für die wichtigsten Devisen fixiert hat. Mit der Einführung des Euro entfällt diese Feststellung des amtlichen Mittelkurses. Neben dem börslichen Devisenhandel findet auch ein Devisenhandel unter den Banken statt.

Devisenhandel

Nach dem Kreditwesengesetz ist der Devisenhandel kein Bankgeschäft und bezeichnet den Verkauf oder Kauf von Devisen per Kasse (Kassageschäft) oder per Termin (Termingeschäft). Diese Käufe/Verkäufe werden gesammelt und von den Kreditinstituten zum jeweiligen Tageskurs ausgeführt.

Devisenkassageschäft

Der Gegensatz zum Devisentermingeschäft ist das Devisenkassageschäft. Es bedeutet, dass das Geschäft sofort abgewickelt wird und lediglich die übliche Spanne von 2 Werktagen zwischen Anschaffung der Devisen und Geschäftsabschluss besteht.

Devisenkurs

Die Angabe, zu welchem Preis eine Devise gekauft oder verkauft werden kann, nennt man Devisenkurs. Die Börsenmakler und Banken, die den Kurs stellen, profitieren von der Differenz der beiden Beträge.

Devisentermingeschäft

Als Devisentermingeschäft wird der Handel von Devisen, der zwar zu einem Geschäftsabschluss, aber zu einem späteren Zeitpunkt erst zur Anschaffung der Devisen führt, genannt. Gegensatz: Devisenkassageschäft.

Devisenwapgeschäft

Strategie im Devisengeschäft, die aus der Kombination aus einem Devisenverkauf am Kassamarkt und deren Rückkauf am Terminmarkt bzw. einem Devisenkauf am Kassamarkt bei gleichzeitigem Verkauf am Terminmarkt besteht.

Diagonal-Spread

Bezeichnung für eine Optionsstrategie, die den gleichzeitigen Kauf und Verkauf von Optionen desselben Typs mit unterschiedlichen Basispreisen und Verfalldaten impliziert.

Direct Brokerage

Direct Brokerage bezeichnet die Wertpapierdienstleistung einer Direktbank. Diese Dienstleistung erfolgt ohne Anlageberatung. Für bereits erfahrene Anleger stellt dies eine kostengünstige Alternative zur "klassischen" Abwicklung über eine "herkömmliche" Bank dar.

Director's Dealings

§ 15a Veröffentlichung und Mitteilung von Geschäften (1) Personen, die bei einem Emittenten von Aktien Führungsaufgaben wahrnehmen, haben eigene Geschäfte mit Aktien des Emittenten oder sich darauf beziehenden Finanzinstrumenten, insbesondere Derivaten, dem Emittenten und der Bundesanstalt innerhalb von fünf Werktagen mitzuteilen. Die Verpflichtung nach Satz 1 obliegt auch Personen, die mit einer solchen Person in einer engen Beziehung stehen. Die Verpflichtung nach Satz 1 gilt nur bei Emittenten solcher Aktien, die 1. an einer inländischen Börse zum Handel zugelassen sind oder 2. in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum zum Handel an einem organisierten Markt zugelassen sind. Der Zulassung zum Handel an einem organisierten Markt steht es gleich, wenn der Antrag auf Zulassung gestellt oder öffentlich angekündigt ist. Die Pflicht nach Satz 1 besteht nicht, solange die Gesamtsumme der Geschäfte einer Person mit Führungsaufgaben und der mit dieser Person in einer engen Beziehung stehenden Personen insgesamt einen Betrag von 5000 Euro bis zum Ende des Kalenderjahres nicht erreicht. (2) Personen mit Führungsaufgaben im Sinne des Absatzes 1 Satz 1 sind persönlich haftende Gesellschafter oder Mitglieder eines Leitungs-, Verwaltungs- oder Aufsichtsorgangs des Emittenten sowie sonstige Personen, die regelmäßig Zugang zu Insiderinformationen haben und zu wesentlichen unternehmerischen Entscheidungen ermächtigt sind. (3) Personen im Sinne des Absatzes 1 Satz 2, die mit den in Absatz 2 genannten Personen in einer engen Beziehung stehen, sind deren Ehepartner, eingetragene Lebenspartner, unterhaltsberechtigte Kinder und andere Verwandte, die mit den in Absatz 2 genannten Personen zum Zeitpunkt des Abschlusses des meldepflichten Geschäfts seit mindestens einem Jahr im selben Haushalt leben. Juristische Personen, bei denen die vorgenannten Personen Leitungsaufgaben wahrnehmen, gelten ebenfalls als Personen im Sinne des Absatzes 1 Satz 2. Unter Satz 2 fallen auch juristische Personen, Gesellschaften und Einrichtungen, die direkt oder indirekt von einer Person im Sinne des Absatzes 2 kontrolliert werden, die zugunsten einer solchen Person gegründet wurden oder deren wirtschaftliche Interessen weitgehend denen einer solchen Person entsprechen. (4) Der Emittent hat eine Mitteilung nach Absatz 1 unverzüglich zu veröffentlichen. Er hat die Veröffentlichung der Bundesanstalt unverzüglich zu übersenden. (5) Das Bundesministerium der Finanzen kann durch Rechtsverordnung, die nicht der Zustimmung des Bundesrates bedarf, nähere Bestimmungen erlassen über den Mindestinhalt, die Art, den Umfang und die Form der Mitteilung nach Absatz 1 sowie der Veröffentlichung nach Absatz 4. Das Bundesministerium der Finanzen kann die Ermächtigung durch Rechtsverordnung auf die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht übertragen.

Direkt-Clearing-Mitglied

Mitglied der Clearingstelle einer Terminbörse, welches dazu berechtigt ist, das Clearing der eigenen Geschäfte und der Geschäfte seiner Kunden durchzuführen.

Direktbank

Eine Direktbank ist ein filialloses Kreditinstitut. Solche Banken stellen ihren Service vornehmlich über Telefon, Fax und zunehmend über das Internet zur Verfügung. Da sie keine Filialen besitzen, sind ihre Dienstleistungen im Vergleich oft günstig.

Dirty Price

Als Dirty Price bezeichnet man den Preis, der beim Kauf einer Anleihe zu zahlen ist. Er setzt sich zusammen aus dem Anleihekurs zuzüglich der aufgelaufenen Stückzinsen.

Disagio

Unter Disagio versteht man im allgemeinen den Unterschied zwischen dem Nennwert eines festverzinslichen Wertpapiers und seinem darunterliegenden Ausgabekurs (Ausgabe unter pari).

Discountzertifikate

Discountzertifikate ermöglichen dem Anleger eine Aktie mit einem Abschlag zum aktuellen Kurs (Discount) zu erwerben. Im Gegenzug ist die Wertentwicklung durch einen Höchstbetrag (Cap) nach oben begrenzt. Die Rückzahlung erfolgt entweder zum Höchstbetrag, wenn der Kurs der zugrunde liegenden Aktie am Laufzeitende auf dem oder oberhalb des Cap liegt, oder durch Aktienlieferung, wenn der Aktienkurs am Ende der Laufzeit unterhalb des Cap schließt.

Diskont

Ein Diskont ist Zinsabzug auf gehandelte oder eingelöste Verpflichtungen, die erst zu einem späteren Termin fällig sind. Dies geschieht beispielsweise bei Wechseln, die vor Fälligkeitsdatum bei einer Bank eingereicht werden; außerdem bei Finanzierungsschätzen des Bundes etc.

Diskontgeschäft

Gemäß Kreditwesengesetz ist ein Diskontgeschäft ein Bankgeschäft. So wird ein Ankauf noch nicht fälliger Finanz-/Handelswechseln bezeichnet. Ein Weiterverkauf an die Deutsche Bundesbank zum Rediskont ist bei guten Wechseln möglich.

Diskontierungsfaktor

Mit dieser Formel wird aus einem Endkapital der Barwert ermittelt.

Diskontkredit

Der Diskontkredit benennt den Ankauf fälliger Wechselforderungen (meist mit Restlaufzeit von 90 Tagen).

Diskontsatz

Der Diskontsatz war der Zinssatz, zu dem die Deutsche Bundesbank von den Banken Wechsel ankaufte. Ebenso wie der Lombardsatz war der Diskontsatz ein wichtiges geldpolitisches Steuerungsinstrument der Bundesbank, da er in der Regel die allgemeine Zinsentwicklung deutlich beeinflusste. Mit der Einführung der dritten Stufe der Europäischen Währungsunion am 1. Januar 1999 wurde der Diskontsatz durch den Basiszinssatz ersetzt. Dieser Zinssatz ist an den jüngsten Hauptrefinanzierungszinssatz der Europäischen Zentralbank gekoppelt ist und wird somit nicht mehr von der Deutschen Bundesbank festgesetzt.

Divergenz

Begriff aus der charttechnischen Analyse. Divergenzen entstehen durch entgegengesetzte Verläufe eines Kurses und eines Indikators. Analysten unterscheiden zwei Divergenzen, die bullische Divergenz und die bärische Divergenz.

Diversifikation

Diversifikation bedeutet im Bereich der Kapitalanlage die Streuung des Vermögens auf unterschiedliche Anlageformen bzw. -werte. Ziel ist ein Portfolio mit einer möglichst hohen Rendite bei gleichzeitig möglichst geringem Risiko.

Dividende

Der Teil des Gewinns einer Aktiengesellschaft, der an die Aktionäre in Deutschland einmal, in den USA vierteljährlich im Jahr ausgeschüttet wird. Die Höhe dieses Gewinnanteils wird im Rahmen der Hauptversammlung festgelegt. Die Dividendenhöhe ist generell abhängig von der Ertragskraft, Konjunkturlage und Dividendenpolitik des Unternehmens. Die Dividende wird entweder in Prozent des Nennwertes oder in Währungseinheiten pro Stück ausgedrückt. Die Zahlung der Dividende erfolgt gegen Einreichung des Coupons. Einige Unternehmen (v.a. aus dem Technologiesektor) zahlen grundsätzlich keine Dividende, sondern nutzen den erwirtschafteten Gewinn gänzlich, um z.B. neue Investitionen zu tätigen.

Dividendenabschlag

Als Dividendenabschlag bezeichnet man die Verringerung des Kurses einer Aktie nach Hauptversammlung einer Aktiengesellschaft und nach Festsetzung der Höhe der Dividende.

Dividendengarantie

Gewährleistung einer Mindest-Dividende an bestimmte Aktionäre, unabhängig von der Ertragskraft des Unternehmens.

Dividendenrendite

Kennzahl für die Beurteilung der Rentabilität einer Aktienanlage. Sie lässt sich aus der Höhe der Dividende im Vergleich zum jeweiligen Aktienkurs bestimmen und erlaubt einen Vergleich mit der am übrigen Kapitalmarkt erzielbaren Verzinsung.

Dividendenschein

(auch Coupon ) Der Dividendenschein berechtigt zum Bezug der Jahres- Dividende , er ist Zubehör der Aktie. Jeder Aktie ist ein Bogen mit 10 - 20 Gewinnanteilscheinen beigegeben. Am Fälligkeitstag wird der Dividendenschein vom Bogen abgetrennt und gegen die Dividende eingelöst.

Dividendenstripping

Unter Dividendenstripping wird die Kombination aus dem Verkauf einer Aktie kurz vor dem Dividendentermin und Rückkauf derselben Aktie kurz nach dem Dividendentermin verstanden. Ziel des Dividendenstripping ist es, die Differenz, die aufgrund des Dividendenabschlags zwischen Kurs vor und Kurs nach der Dividendenzahlung entsteht, als steuerfreien Kursgewinn zu vereinnahmen. Unter Berücksichtigung der Spekulationsfrist kann so eine steuerpflichtige Einnahme aus Kapitalvermögen in einen steuerfreien Spekulationsgewinn getauscht werden. Diese Vorgehensweise eignet sich vor allem für ausländische Anteilseigner sowie für Aktionäre mit einer hohen Steuerprogression.

DJIA

Dow Jones Industrial Average Index. Amerikanischer Aktienindex für sogenannte Blue-Chips.

Dollar-Anleihen

Diese festverzinslichen Wertpapiere lauten auf die US-amerikanische Währung. Sie können sowohl von der US-Regierung oder US-Institutionen als auch von ausländischen Emittenten in US-Währung herausgegeben werden.

Doppellpus

Eine Doppelplus-Ankündigung eines Wertpapiers gibt im vorbörslichen Handel oder zur Eröffnung an, dass mit einem mindestens 10%igen Kursanstieg gerechnet wird. Gegenteil: Doppelminus.

Doppelminus

Eine Doppelminus-Ankündigung eines Wertpapiers gibt im vorbörslichen Handel oder zur Eröffnung an, dass mit einem mindestens 10%igen Kursverlust gerechnet wird. Gegenteil: Doppelplus.

Dow Jones STOXX

Kooperation von Deutsche Börse, Dow Jones, SBF - Bourse de Paris und Schweizer Börse zur Etablierung einer europäischen Indexfamilie Dow Jones STOXX. Diese besteht aus je einem Benchmark-Index, einem Blue-chip Index sowie 19 Branchenindizes für Gesamteuropa (Europa) und für den Teilnehmerkreis an der Europäischen Währungsunion (EURO-Raum).

Dow-Jones-Index

Börsenbarometer, das 1896 von Charles H. Dow erfunden wurde. Der Index heißt eigentlich "Dow Jones Industrial Index" und ist der bekannteste Börsenindex der Welt. Das Medienunternehmen Dow Jones & Company berechnet den Index für die New York Stock Exchange. In dem Index sind 30 wichtige US-Unternehmen enthalten.

Down-Tick-Rule

Handelsbeschränkung, die an der New Yorker Börse automatisch ausgelöst wird, wenn der Dow Jones innerhalb kürzester Zeit um fünfzig Punkte sinkt, um nicht das zeitlich versetzte Ausführen weiterer computergesteuerter Verkaufsprogramme auszulösen, wodurch es zu einem Crash ungeahnten Ausmaßes kommen würde. Gegenteil: Up-Tick-Rule

Drei Monats Geld

Ein Termingeld oder Kredit am Geldmarkt mit fester Laufzeit von 3 Monaten (fällig ohne Kündigung bei Ablauf der Frist) wird im allgemeinen als Drei Monats Geld bezeichnet.

Dreieck

Begriff aus der Charttechnik. Sie sind eng Verwand mit dem Wimpel, dauern aber länger. Es können drei Arten von Dreieck-Formationen unterschieden werden. Ansteigendes Dreieck: Eine obere Begrenzungslinie stellt einen Widerstand dar und verläuft horizontal. Die untere Begrenzungslinie ist eine Unterstützung und hat einen ansteigenden Verlauf. Der Kurs springt zwischen den Linien hin und her. In der Regel gewinnen die Käufe an Agressivität, bevor sie aus der Formation nach oben ausbrechen. Absteigendes Dreieck: Sie sind wie ansteigende Dreiecke, nur erfolgt der Ausbruch durch die Unterstützungslinie und nicht durch den Widerstand. Die Unterstützungslinie ist nun horizontal und der Widerstand hat einen absteigenden Verlauf. Symmetrisches Dreieck: Sie haben die größte Ähnlichkeit mit Wimpeln, dauern aber länger. Normalerweise bricht der Kurs in Richtung des vorherrschenden Trends aus. Der Widerstand hat dabei einen absteigenden Verlauf, während die Unterstützungslinie ansteigt.

DTB

Abkürzung für Deutsche Terminbörse.

DTZ

Abkürzung für Deutsches Zertifikat. Analog zum ADR handelt es sich hierbei um von deutschen Banken ausgegebene Hinterlegungsscheine, die eine oder mehrere ausländische Aktien verbriefen.

Due Diligence

Bei internationalen Aktien und Anleiheemissionen oder Äquisitionen die Prüfung der Ertrags- oder Geschäftslage sowie die letzten Jahresabschlüsse des Emittenten des Unternehmens.

Duration

Die Duration ist eine Kennzahl zur Charakterisierung des Zinsänderungsrisikos bzw. zur Quantifizierung des Exposures einer Anleihe gegenüber Zinsänderungen. Bei der Duration wird davon ausgegangen, dass bei einer Zinsänderung eine Parallelverschiebung der Zinsstrukturkurve erfolgt und die Zinsänderung einmalig und direkt nach dem Kauf einer Anleihe bzw. dem Betrachtungszeitpunkt stattfindet. Man unterscheidet die Macauley-Duration (durchschnittliche Bindungsdauer des eingesetzten Kapitals in Jahren, die Maßeinheit ist hier die Zeit), die Modified Duration (wichtigstes Maß zur näherungsweisen Beschreibung von Preisrisiken festverzinslicher Wertpapiere), die Effektive Duration (unrealistische Annahme eines einzigen Zinssatzes für alle Laufzeiten) sowie die Key-Rate-Duration (unrealistische Annahme einer Parallelverschiebung der Zinskurve).

DVFA-Ergebnis

Gewinnermittlungsmethode der "Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Anlageberatung e.V.", ein Zusammenschluss von Bank- und Wirtschaftsfachleuten. Die DVFA hat sich um die Aktienanalyse verdient gemacht und eine Formel entwickelt, die einen, allein aus dem Geschäftszweck erzielten, um Sondereinflüsse korrigierten Jahresgewinn einer Unternehmung wiedergibt; meist bezeichnet als "Ergebnis je Aktie nach DVFA." Daraus errechnet sich dann das Kurs-Gewinn-Verhältnis. Alle großen Aktiengesellschaften veröffentlichen heute ihr nach diesem Schema ermitteltes DVFA-Ergebnis. Es ermöglicht Unternehmens- und Branchenvergleiche.

Dynamische Absicherung

Bei einer dynamischen Absicherung werden Stops, d.h. Kauf- oder Verkaufslimits, dynamisch an den aktuellen Kurs angepasst. Dies kann bedeuten, dass man ein Verkaufsstop (Limit) bei 5% unter dem aktuellen Kurs wählt.

E

EASDAQ

Abkürzung für European Association of Securities Dealers Automated Quotation. Anfangs als eine europäische Alternative zur US-Technologiebörse NASDAQ gedacht. An dieser Computerbörse wurden grenzüberschreitend die Aktien von schnell wachsenden Unternehmen jeglicher Größe gehandelt. Später wurde die EASDAQ von der NASDAQ übernommen und in NASDAQ Europe umbenannt. Wegen Erfolglosigkeit wurde der Handel an der NASDAQ Europe im November 2003 eingestellt.

Ebit

Begriff für den Gewinn vor Zinsaufwand und Steuern. Stammt aus dem Englischen: Earnings before Interest and Taxes. Andere gebräuchliche Bezeichnungen: Operatives Ergebnis, Betriebsergebnis.

Ebit

Begriff für den Gewinn vor Zinsaufwand und Steuern. Stammt aus dem Englischen: Earnings before Interest and Taxes. Andere gebräuchliche Bezeichnungen: Operatives Ergebnis, Betriebsergebnis.

Ebit-Marge

Maßzahl für den prozentualen Anteil des Ebit am Umsatz eines Unternehmens und damit für die Profitabilität in einem bestimmten Zeitraum. Sie wird in Prozent ausgedrückt. Je höher die Prozentzahl, desto profitabler ist das Unternehmen. Berechnung: (Gewinn / Umsatz) x 100.

EBIT-Marge

Die EBIT-Marge berechnet sich aus der Relation des EBIT zum Umsatz. Die EBIT-Marge ist geeignet, um die betriebliche Ertragskraft verschiedener Gesellschaften miteinander zu vergleichen.

EBITA

Abk. für Earnings Before Interest, Taxes and Amortization Das EBITA errechnet sich aus EBIT + Amortisation auf immaterielle Anlagen (inkl. Goodwill-Abschreibungen).

Ebitda

Bezeichnung aus dem Englischen, steht für Earnings Before Interest, Tax, Depreciation and Amortisation, zu Deutsch Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibung und Abschreibung auf immaterielle Vermögenswerte.

Ebitda-Marge

Maßzahl für den prozentualen Anteil des Ebitda am Umsatz eines Unternehmens und damit für die Profitabilität in einem bestimmten Zeitraum. Sie wird in Prozent ausgedrückt. Je höher die Prozentzahl, desto profitabler ist das Unternehmen. Berechnung: (Gewinn / Umsatz) x 100.

Effektivverzinsung

Auch Rendite, Laufende Verzinsung genannt. Tatsächlicher Jahresertrag des eingesetzten Kapitals. Berücksichtigt bei der Berechnung werden alle Ankaufs- und Verkaufgebühren, der Erwerbs- und Rückzahlungskurs, Laufzeit, Form der Tilgung, eventuelle Auf- oder Abschläge (Agio, Disagio), etc. Die Effektivverzinsung wird meist in Prozent angegeben und differiert fast immer mit dem Prozentsatz des Nominalzinses oder der Dividende, da der Erwerbskurs i.d.R. nicht mit dem Nennwert übereinstimmt.

Elektronischer Handel

Auch Computerbörse genannt. Angebot und Nachfrage treffen über einen Zentralrechner zusammen, der das Geschäft auf elektronischem Wege abwickelt. Beispielhaft wäre hier European Exchange (Eurex), IBIS und XETRA zu nennen.

Emissionskonsortium

Bildung einer vorübergehenden "Gemeinschaft", insbesondere von Banken, mit dem Ziel, eine Wertpapieremission unterzubringen/zu platzieren. Eine der beteiligten Banken tritt i.d.R. als Konsortialführerin auf, manchmal teilen sich auch mehrere Banken diese Funktion. Den Regelfall bildet ein sogenanntes Übernahmekonsortium: Hierbei wird die Emission gegen eine entsprechende Vergütung abhängig vom Volumen, Standing der Emittentin und der Kapitalmarktsituation fest übernommen. Anschließend wird die Emission dann am Markt platziert. Sollte nicht die ganze Emission am Markt platziert werden, werden die Restbestände in den Eigenbestand des Konsortiums genommen und später platziert.

Enger Markt

Bezeichnung für Börsenhandel mit wenig Umsatz und dabei sehr großer Geld-/Briefspanne.

Ergebis je Aktie

Kennziffer, die den Gewinn nach Steuern der durchschnittlichen Zahl an Stammaktien gegenüberstellt. Zusätzlich kann neben der Kennziffer "Ergebnis je Aktie" ein "bereinigtes Ergebnis je Aktie" ausgewiesen werden, wenn sich aus eingeräumten Bezugsrechten die Zahl der Aktien erhöhen kann.

F

Fair Value

Richtiger Preis einer Option, der nach der Optionspreistheorie ermittelt wird. Der auf effizienten Märkten unter Einbeziehung aller preisbeeinflussenden Faktoren ermittelte Preis, der durch Arbitrage keine Differenzgewinne zulässt. Es gibt verschiedene Modelle, den Fair Value zu errechnen.

FIBOR

Abkürzung für Frankfurt Interbank Offered Rate.

Finanzintermediäre

Vermittler auf den Geld-, Kapital- und Kreditmärkten wie z.B. Kapitalanlagegesellschaften, Versicherungen, die neben den Geschäftsbanken zwischen Kapitalangebot und -nachfrage vermitteln.

Fiona-Swap-Markt

Variante eines Swap-Marktes. Beruht auf dem Frankfurt-Interbank-Overnight Average Index, und tauscht variable Tagesgeldzinsen gegen feste Terminsätze. Die Laufzeit der Geschäfte beträgt zwischen 2 Tagen und 1 Jahr. Einsatz der Swaps zur Feinsteuerung der Zinsänderungsrisiken im Geldmarktbereich.

Fixing

Ausdruck, der die Ermittlung von Börsen- oder Marktpreisen beschreibt.

FOMC

Abkürzung für Federal Open Market Committee. Abteilung der US-Bundeszentralbank, die die wichtigen geldpolitischen Entscheidungen fällt.

Fondsmanager

Person, die Investmentvermögen professionell verwaltet.

Freiverkehr

Börsensegment, in dem nicht zum Amtlichen Markt zugelassene oder in den Geregelten Markt einbezogene Wertpapiere gehandelt werden. Um in den Freiverkehr aufgenommen zu werden, müssen die Wertpapiere bestimmte Zulassungsvoraussetzungen erfüllen, die jedoch im Vergleich zu denen des Amtlichen Marktes sowie des Geregelten Markts i.d.R. "freizügiger" gestaltet sind. Allerdings unterliegt der Markt der Missbrauchsaufsicht. Der Freiverkehr ist kein organisierter Markt im Sinne des WpHG.

FT-SE 100

Abkürzung für Financial Times Stock Exchange.

Fundamentalanalyse

Bestandteil der Finanz- und Effektenanalyse. Hierbei ermittelt man mit Hilfe von "Fundamentaldaten" den inneren Wert eines Wertpapiers z.B. einer Aktie, um den sich der Kurs bewegt. Liegt nun der Kurs unter dem inneren Wert, ist die Aktie preiswert und sollte erworben werden. Bei einem Kurs oberhalb des inneren Wertes ist die Aktie teuer und sollte nicht gekauft werden bzw. verkauft werden. Es existiert keine einheitliche Konzeption zur Errechnung des inneren Wertes, jedoch ist die "present value theorie", die auf der Kapitalwertmethode beruht die momentan wohl verbreitetste.

G

Gamma

Kennzahl, die die Veränderung des Delta in Bezug auf eine Veränderung des Kurses des Basisobjekts angibt. Das Optionsgamma beschreibt die absolute Veränderung des Delta bei einer kleinen Veränderung des Basisobjektkurses.

Garantiefonds

Bei dieser Form eines Fonds wird dem Anleger der eingezahlte Betrag zur Rückzahlung garantiert.

Genussschein

Schuldverschreibung, die im Gegensatz zur Aktie kein Miteigentum, sondern lediglich i.d.R. einen Anteil am Reinerlös bzw. Liquidationserlös v.a. bei Aktiengesellschaften und GmbH's verbrieft. Auch die Verbriefung anderer Vermögensrechte ist möglich. Genussscheine sind verkäuflich, gelten aber nicht als Aktien. Der Besitzer erhält kein Stimmrecht auf der Hauptversammlung, dafür übersteigt die Erfolgsbeteiligung i.d.R. die Rendite festverzinslicher Wertpapiere.

Geregelter Markt

Börsensegment neben dem Amtlichen Markt und dem Freiverkehr zum Handel von Aktien und Renten. Er eröffnet den Unternehmen den Zugang zu den Börsen, die die Anforderungen des Amtlichen Markts nicht erfüllten oder den bis zum 1.5.1988 existierenden geregelten Freiverkehr nicht nutzten, obwohl sie an anderen Börsen zum amtlichen Handel zugelassen waren. Die Zulassungsbestimmungen sind im Vergleich zum Amtlichen Markt erleichtert. Geregelter Markt und Amtlicher Markt bilden zusammen den gesetzlich geregelten Teil des Börsengeschehens. Die Preisfeststellung im geregelten Markt erfolgt über freie Makler ist aber nicht amtlich.

Geschäftsbericht

Bericht zur Bilanz und zur GuV einer Abrechnungsperiode. Er gibt wichtige Hinweise auf die vergangene, gegenwärtige und zukünftige Entwicklung des Unternehmens und ist damit eine wichtige Informationsquelle für den Aktionär. Der Geschäftsbericht muss innerhalb von 3 Monaten nach Beginn des neuen Geschäftsjahres vom Vorstand erarbeitet und den Abschlussprüfern vorgelegt werden. Er ist gesetzlich vorgeschrieben, kann aber seit neuem auch durch einen Lagebericht und einen entsprechenden Anhang zum Jahresabschluss ersetzt werden.

Geschlossene Fonds

Investmentfonds mit fixiertem Gesellschaftskapital. Der geschlosene Fonds emittiert Anteile nur zeitweilig bis zu einem bestimmten Umlaufvolumen, nimmt diese aber nicht zurück. Die Anteile werden weiterhin am Markt gehandelt.

Gewinn je Aktie

Kennzahl, die angibt, welcher Teil des gesamten Unternehmensgewinns auf eine Aktie entfällt. Er lässt auf die Ertragskraft eines Unternehmens schließen und ermöglicht Vergleiche im Zeitablauf und zwischen einzelnen Unternehmen auf Basis der Kurs-Gewinn-Verhältnisse.

Gewinnrücklage

Im abgelaufenen oder einem früheren Geschäftsjahr gebildete Rücklage gem. § 272 III HGB.

Glamour Stocks

In den USA Bezeichnung für hochspekulative Aktien.

Großaktionär

Bezeichnung für einen Aktionär, der einen großen Anteil am Aktienkapital einer Aktiengesellschaft besitzt.

H

Handelsregister

Amtliches Verzeichnis eines Amtsgerichtsbezirks, das alle Kaufleute beinhaltet. Es informiert die Öffentlichkeit über maßgebliche Rechtsverhältnisse der Unternehmen. Es ist in zwei "Abteilungen" gegliedert. Abteilung A beinhaltet die Einzelunternehmungen und Personenhandelsgesellschaften (OHG, KG), Abteilung B die Kapitalgesellschaften (AG, GmbH).

Hängeposition

Ausdruck für den Fall, dass Wertpapiere aufgrund von nicht auftretenden Kursentwicklungen nicht verkauft werden können und somit im Bestand bleiben.

Hauptpapier

Bezeichnung für den Mantel eines Wertpapieres.

Hausse

In der Hausse steigen die Wertpapierkurse einzelner Marktbereiche oder des Gesamtmarktes über einen mittleren bis längeren Zeitraum.

HBG

Abkürzung für Hypothekenbankgesetz.

Hebel

Der Hebel eines Optionsscheins berechnet sich aus dem Kurs des Basiswertes, dividiert durch den Kurs des Optionsscheins und multipliziert mit dem Optionsverhältnis. Er gibt an, um wieviel Einheiten (theoretisch) der Wert Optionsscheins steigt/fällt, wenn das Underlying um eine Einheit steigt/fällt.

Hedging

Bezeichnung für den Versuch, sich gegen Kurs-, Währungsrisiken, o.ä. durch Abschluss eines Gegengeschäfts wie eines Options- oder Termingeschäfts, das hinsichtlich seiner Art und seines Umfangs die Risiken des Grundgeschäftes weitgehend abdeckt, abzusichern. Hedging ist überall dort anwendbar, wo die Möglichkeit zum Aufbau einer Gegenposition besteht.

HGB

Abkürzung für Handelsgesetzbuch.

Holding

Dachgesellschaft, die selbst keine Güter herstellt oder Dienstleistungen erbringt, sondern Unternehmen verwaltet, an denen sie finanziell beteiligt ist. Die Holding erwirbt und verwaltet Vermögensanteile von Unternehmen und hat in der Regel bestimmenden Einfluss auf deren Produktpolitik und ist etwa zuständig für die effiziente Führung eines Konzerns.

HV

Abkürzung für Hauptversammlung.

I

Index

Größe, die die Entwicklung einer bestimmten Gruppe von Wertpapieren misst. So bezeichnet man beispielsweise einen Index, der die Entwicklung von Aktien misst, als Aktienindex.

Index-Fonds

Investmentfonds, der in seinem Aufbau einem Börsenindex entspricht. Index-Fonds haben den Vorteil, dass sie im Ergebnis nicht schlechter als der jeweilige Börsenindex abschneiden.

Inflation

Prozess der anhaltenden Preisniveausteigerung und somit des Kaufkraftschwundes des Geldes. Allgemein entsteht Inflation, wenn das Güterangebot unterhalb der monetären Gesamtnachfrage liegt (inflatorische Lücke) und es somit zu Preissteigerungen kommt. In fast allen Volkswirtschaften gibt es Inflation.

Inhaberaktie

Es gibt Namensaktien und Inhaberaktien. Letztere ist die vorherrschende Form in Deutschland und lautet auf den Inhaber und nicht auf den Namen. Sie ermöglicht eine unkomplizierte Übereignung gem. § 929 BGB.

Innerer Wert

Kennziffer, die den tatsächlichen rechnerischen Wert eines Wertpapiers angibt. Bei Aktien spiegelt er sich im errechneten Ertragswert oder im Substanzwert wider. Bei Optionen ergibt er sich aus der positiven Differenz aus Kassa- und Basispreis (Call-Option) bzw. aus der positiven Differenz zwischen Basispreis und Kassakurs (Put-Option). Der innere Wert kann nie negativ sein. Im Falle, dass die Differenz eine negative Zahl ergibt, ist der innere Wert Null. Er entspricht dem Mittelzufluss, den ein Optionskäufer aus der sofortigen Ausübung seines Optionsrechts erzielen würde.

Insolvenz

Dauerhafte Zahlungsunfähigkeit einer Unternehmung, führt zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Formen der Insolvenz sind die Zahlungsunfähigkeit und die Überschuldung, wobei beide einander nicht ausschließen.

Inventarwert

Bezeichnung für den Gesamtwert des Fondsvermögens eines Investmentfonds.

Investmentgesellschaft

Auch Kapitalanlagegesellschaft. Gesellschaft, die Investmentfonds, gebildet aus Wertpapieren oder Immobilien (Immobilienfonds), verwaltet. Genau geregelt im KAGG.

Investor Relations

Bezeichnet die Beziehung eines Unternehmens zu seinen tatsächlichen oder potenziellen Anteilseignern. Das Unternehmen versucht hierbei durch Kommunikation mit Informationen die Kapitalanleger (v.a. institutionelle Investoren wie Investmentfonds, Versicherungen, etc.) zum Investment zu bewegen.

IPO

Abkürzung für Initial Public Offering.

J

Jahresabschluss

Bestehend aus Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung, gem. § 242 III. Er ist für das vergangene Geschäftsjahr innerhalb der einem ordnungsgemäßen Geschäftsgang entsprechenden Zeit aufzustellen. Bei einer Aktiengesellschaft wird der Jahresabschluss vom Vorstand aufgestellt und durch einen staatlich vereidigten Wirtschaftsprüfer auf seine Ordnungsmäßigkeit geprüft. Der Jahresbericht hat gem. § 264 (2) HGB unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft zu vermitteln.

Jahresüberschuss

Gewinn nach Steuern. Auch Gewinn einer Aktiengesellschaft nach dem Handelsrecht. Über seine Verwendung entscheidet die Hauptversammlung. Er kann (ganz oder teilweise) den Gewinnrücklagen zugewiesen oder an die Aktionäre im Rahmen einer Dividendenzahlung ausgeschüttet werden.

JEX

Index, der das Segment der Jumbo-Pfandbriefe abbildet. Das ihm zugrundeliegende Indexportfolio besteht nicht aus wirklich gehandelten Pfandbriefen, sondern aus 30 synthetischen Jumbo-Pfandbriefen mit ganzzahligen Laufzeiten von 1 bis 10 Jahren.

Joint Venture

Gemeinschaftsunternehmen, an welchem mindestens zwei voneinander unabhängige Unternehmen, deren Sitz jeweils in einem anderen Land liegt, beteiligt sind. Die Beteiligungsquote sollte möglichst jeweils 50% betragen.

Jumbo-Anleihe

Auch Jumbo-Bonds genannt. Anleihen, die ihren Namen durch besonders hohe Emissionsvolumina erhalten haben. Sie zeichnen sich neben ihren großen Emissionsvolumina durch Marktpflege der Titel - Geld-/Briefspannen werden durchwegs gestellt- und verbindliche Preisstellungen aus. In ihren Anleihebedingungen unterscheiden sie sich nicht von anderen Anleihen.

Junk Bonds

Wörtlich: Ramschanleihen. Bezeichnung für Wertpapiere, deren Schuldner sich in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befindet und als Ausgleich für das Risiko dem Anleger eine deutlich höhere Rendite als bei bonitätsmäßig erstklassigen Wertpapieren (z.B. Bundesanleihen) verspricht.

K

Kapitalerhöhung

Maßnahme zur Finanzierung eines Unternehmens durch Erhöhung des Eigenkapitals. Bei einer AG sind möglich: 1. Kapitalerhöhung mittels Ausgabe junger Aktien (Bezugsrecht). 2. Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln (Berichtigungsaktien). Ferner gibt es das "bedingte" Kapital als Hilfsmittel der Finanzierung bei Ausgabe von Anleihen mit Aktienbezugsrecht oder Umtauschrecht (Optionsanleihe, Wandelanleihe) sowie das "genehmigte" Kapital. Letzteres ist gewissermaßen Vorratskapital, das heißt der Vorstand ist laut Satzung ermächtigt, die Kapitalerhöhung bis zu einem bestimmten Betrag durch Ausgabe neuer Aktien gegen Einlagen zu erhöhen, ohne daß ein gesonderter HV-Beschluss erforderlich ist.

Kapitalmarkt

Am Kapitalmarkt werden langfristige Fremdmittel und Beteiligungskapital vermittelt. Über ihn fließt den privaten Unternehmen und den öffentlichen Haushalten ein bedeutender Teil an Kapital zur Finanzierung ihrer Investitionen und sonstigen Ausgaben zu. Diese Kapitalnachfrager beschaffen sich langfristiges Geld über die Aufnahme von langfristigen Krediten und Schuldscheindarlehen bei den Banken sowie durch die Emissionen von Anleihen, Aktien, Obligationen, Wandel- und Optionsanleihen. Gespeist wird der Kapitalmarkt im wesentlichen aus Spargeldern der privaten Haushalte bei den Kreditinstituten, aber auch aus Mitteln der Versicherungsunternehmen, die ihre Gelder längerfristig zinsgünstig ausleihen können, sowie von ausländischen Anlegern. Man unterscheidet den organisierten Kapitalmarkt der Banken und Börsen, an denen Aktien und Festverzinsliche Wertpapiere gehandelt werden, sowie den nichtorganisierten, "grauen", Kapitalmarkt. Hier werden Kapitaltransaktionen ohne Mitwirkung von Kreditinstituten und Börsen abgewickelt.

Kommissionär

Kaufmann, der Waren oder Wertpapiere für Rechnung eines anderen kauft oder verkauft. Er hat die Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns zu beachten, von der Ausführung des Auftrages dem Kommitenten unverzüglich Anzeige zu machen und zugleich damit den Dritten zu benennen, mit dem er das Geschäft abgeschlossen hat. Diese Verpflichtung entfällt bei Selbsteintritt des Kommissionärs.

Konditionen

Im weitesten Sinne: Bedingungen. Bei Wertpapieren versteht man darunter bestimmte Merkmale des Papiers wie: Zinssatz, Ausgabekurs, Laufzeit, Tilgung, u.ä.

Konsortium

(Vorübergehende) Vereinigung, insbesondere von Banken, um größere Finanzierungsaufgaben zu lösen unter Verteilung des Risikos, heute hauptsächlich zur Platzierung von Wertpapieren (Emissionen) gebildet.

Konsortium

(Vorübergehende) Vereinigung, insbesondere von Banken (Konsortialbanken), um größere Finanzierungsaufgaben unter Verteilung des Risikos zu lösen. Heute hauptsächlich zur Plazierung von Wertpapieren (Emissionen) gebildet.

Körperschaftsteuer

Steuer auf die Einkünfte der Körperschaften und Personenvereinigungen. Sie erfasst Kapitalgesellschaften, Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften und sonstige juristische Personen des privaten Rechts. Aktiengesellschaften (als Kapitalgesellschaften) zahlen die Steuer von ihren Gewinnen. Jede Dividende ist damit bereits mit einem Steueranteil belastet, den die Aktionäre auf die eigene Steuerschuld anrechnen lassen können, gegebenenfalls sogar erstattet bekommen. Sie erhalten deshalb zusätzlich eine Steuergutschrift in Höhe von 3/7 (= 42,86 %) der Bardividende als "anrechenbare Körperschaftsteuer".

Kredit

Ausleihung einer bestimmten Geldsumme unter bestimmten Konditionen, die sich insbesondere auf die Verzinsung, die Rückzahlung und mögliche Sicherheiten beziehen. Während das Darlehen im allgemeinen Sprachgebrauch eher auf langfristige Ausleihungen angewandt wird, bezeichnet der Begriff Kredit sowohl die kurz-, mittel- als auch langfristige Überlassung von Geld bzw. Kapital. Man unterscheidet zwischen Kontokorrentkrediten, die täglich fällig sind, Wechselkrediten und Hypothekarkrediten.

Kurs

Der Preis für Wertpapiere und andere vertretbare Waren, die an einer Börse gehandelt werden. Der Kurs wird entweder in Prozent vom Nennwert oder in Euro pro Stück ausgedrückt. Die amtlichen Kurse werden von Kursmaklern festgesetzt.

Kursblatt

Amtliches, börsentäglich herausgegebenes Blatt mit den Tageskursen aller an der jeweiligen Börse notierten Wertpapiere. Alle acht deutschen Wertpapierbörsen geben täglich ein amtliches Kursblatt heraus.

Kurswert

Preis, der für Wertpapiere oder Devisen an der Börse gezahlt wird. Bei Prozentnotierungen ergibt sich der Kurswert aus Nominalbetrag mal Kurs dividiert durch 100.

L

Laufzeit

Zeit zwischen Hergabe eines Kredits und seiner festgesetzten Rückzahlung. Bei festverzinslichen Wertpapieren die Zeit zwischen der Ausgabe eines Papiers und seiner Rückzahlung. Laufzeiten sind stark von der Marktsituation abhängig. Die häufigsten Laufzeiten bei festverzinslichen Wertpapieren liegen z.Zt. zwischen fünf und zehn Jahren.

Lead-Manager

Auch Konsortialführer genannt. Dieser leitet in engem Kontakt zum Emittenten das Konsortium und übernimmt alle zentralen Arbeiten im Zusammenhang mit der Emission, etwa Erstellung des Prospektes, Stellung des Börsenzulassungsantrages (Zulassung), Marktpflege etc.

Leerverkauf

Termingeschäft, bei dem der Verkäufer Wertpapiere verkauft, die er noch nicht besitzt. Er hofft, sich bis zum Erfüllungstermin billiger als bei Vertragsabschluß mit den Wertpapieren eindecken zu können und somit die Differenz als Gewinn zu vereinnahmen.

Leverage-Effekt

Ist im Optionsgeschäft das Verhältnis zwischen der größten prozentualen Kursänderung einer Option zur prozentualen Kursänderung des zugrunde liegenden Basiswertes. Beim Optionsschein berechnet sich der Leverage-Faktor folgendermaßen: Aktienkurs durch Optionsscheinkurs. Er zeigt das Vielfache an Aktien, an deren Kursentwicklung der Optionsscheininhaber im Vergleich zum Direkterwerber bei gleichem Kapitaleinsatz teilnimmt.

Limit

Begrenzung des Preises nach oben oder unten bei Börsenaufträgen. Wird das Limit durch den Kurs überschritten (Kaufauftrag) oder wird der Kurs niedriger angesetzt als das Limit (Verkaufsauftrag), so werden die entsprechenden Aufträge nicht ausgeführt.

Limit Order

Limit Orders werden nur dann ausgeführt, wenn der Preis die angegebene Grenze erreicht. Der Kauf oder Verkauf erfolgt zum gewünschten Preis oder besser. Xetra ermöglicht die Eingabe von Stop Orders. Das System stellt diese Aufträge automatisch ins Orderbuch, sobald der Preis des Wertpapiers das angegebene Stop-Limit erreicht, und führt sie zum nächsten Preis aus. Inhabern von Wertpapieren eröffnet dies die Möglichkeit, einen erreichten Gewinn zu sichern oder einen möglichen Verlust zu begrenzen, ohne den Markt ständig beobachten zu müssen.

Liquidität

(1) Marktzustand für ein Gut (z.B. Wertpapier), in welchem jederzeit Käufer und Verkäufer für dieses Gut gefunden werden können; im Optionsscheinmarkt im allgemeinen durch den Einsatz von Market Making erzielt. (2) Fähigkeit einer Bank, allen Zahlungsverpflichtungen fristgerecht nachkommen zu können. Gemäß § 11 KWG müssen Kreditinstitute ihre Mittel so anlegen, dass jederzeit eine ausreichende Zahlungsbereitschaft gewährleistet ist. Das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen (BAKred) stellt im Einvernehmen mit der Deutschen Bundesbank Grundsätze auf, nach denen es für den Regelfall beurteilt, ob die Liquidität eines Kreditinstituts ausreicht. Für ein in Liquiditätsschwierigkeiten gekommenes Kreditinstitut gibt es den Einlagensicherungsfonds bzw. die Institutssicherung. Liquidität ist auch ein Maßstab für Märkte und Wertpapiere, der die Markttiefe bzw. das Handelsausmaß quantifiziert. Liquide Märkte und Wertpapiere sind in der Regel stärker gefragt als illiquide.

Lombardfähigkeit

Beleihbarkeit von Wertpapieren.

Long-Position

Durch Kauf eines (noch) nicht in Besitz befindlichen Wertpapiers hat der Käufer eine Long-Position in diesem Papier.

LZB

Abkürzung für Landeszentralbank

M

Maintenance Margin

Die Maintenance Margin (Erhaltungsmarge) gibt an, welchen Mindestbetrag (Mindesteinschuss) das Margenkonto eines Kunden, in Hinblick auf eine offene Terminkontraktposition aufweisen muss.

Marge

Auch Spread genannt. Als Marge wird die Spanne zwischen dem An- und Verkaufspreis bezeichnet oder die Spanne zwischen einem Soll- und Habenzinssatz oder bei der Arbitrage die Differenz des Kurses bei den verschiedenen Handelsplätzen.

Margin

Sicherheitsleistung bei Eingehen von börsengehandelten Future- und Optionsgeschäften.

Mehrheitsaktionär

Bei Einzelaktionären (auch Großaktionäre) oder einheitlich handelnden Aktionärsgruppen, die mehr als 50% des Aktienkapitals an einer Unternehmung besitzen, spricht man von Mehrheitsaktionären. Diese haben mittels der großen Anteile auch gewichtiges Mitsprache- und Stimmrecht an einer Aktiengesellschaft.

Mergers & Acquisitions

Vermittlung von Käufen und Verkäufen von Unternehmen oder Unternehmensteilen.

Minderheitsaktionär

Einzelaktionäre (auch "Kleinaktionäre) oder gemeinsam handelnde Aktionärsgruppen, welche eine geringe Beteiligung am Aktienkapital einer Unternehmung halten, bezeichnet man als Minderheitsaktionäre. Diese haben mittels der wenigen Aktien einen Schutz vor Benachteiligung durch die sog. "Mehrheitsaktionäre" (welche über 50 % des Aktienkapitals besitzen).

Mindestnennbetrag

Der Mindestnennwert bei Aktien beläuft sich in Deutschland seit dem 1.1.1999 auf 1 Euro.

Minusankündigung

Ein an der Deutschen Börse verwendeter Kurszusatz, der darauf hinweisen soll, dass mit größeren Kursverlusten zu rechnen ist. Die Minusankündigung wird nach festen Regeln vom jeweiligen Skontroführer angegeben.

Mischfonds

Fonds, die sowohl in Aktien, Anleihen als auch Geldmarktpapiere investieren können. Je nach Marktsituation wechseln sie zwischen den Anlageformen.

Mittelkurs

Der Mittelkus im amtlichen Devisenhandel stellt den Kurs zwischen Geld- und Briefkurs dar.

N

nachbörslicher Handel

Der nachbörsliche Handel steht für Börsengeschäfte nach Börsenschluss. Die Nachbörse schließt im allgemeinen die Privatanleger aus und lediglich Banken handeln über elektronische Informationsdienste. Gleichzeitig kann die Nachbörse eine Richtungsentwicklung für den nächsten Börsentag darstellen.

Nennwert

Auch Nominalwert oder Nennbetrag genannt. Der Nennwert ist der auf dem Wertpapier aufgedruckte Betrag (in Geldeinheiten) des Papiers. Handelt es sich um Aktien, ist der Nennwert ein Teilbetrag des Grundkapitals der Aktiengesellschaft (AG). Wenn es sich um Schuldverschreibungen handelt, erfolgt eine Zerlegung der gesamten Anleihe in Teilbeträge von einer bestimmten Größenordnung; bei diesen Teilbeträgen handelt es sich um die Nennwerte der Schuldverschreibung. Der Nennwert und der Kurswert (Marktwert) können voneinander abweichen, denn der Marktwert hängt von der Nachfrage ab. Das Aktienkapital einer Aktiengesellschaft (AG) wird aus der Summe der Nennwerte aller Aktien bestimmt. Der Nennwert bei festverzinslichen Wertpapieren ist der Betrag, den der Emittent dem Inhaber des Papiers schuldet. Diesen Betrag muss der Schuldner (Emittent) dem Gläubiger (Inhaber) am Ende der Laufzeit zurückzahlen.

Nennwertlose Aktie

Aktien, die statt auf einen festen Geldbetrag zu lauten, nur auf einen Anteil an der Gesellschaft ohne Festlegung seiner nominellen oder verhältnismäßigen Größe (Stückaktie) oder eine Quote am Grundkapital der Gesellschaft festlegen (Quotenaktie). Die Aktie kann dabei Teile eines herkömmlichen Grundkapitals verkörpern (unechte nennwertlose Aktie) oder einen Anteil am gesamten Vermögen der Gesellschaft repräsentieren (echte nennwertlose Aktie). Vorwiegend anglo-amerikanische Form der Aktie.

Nettoinventarwert

Dieser wird von der Depotbank errechnet. Er ergibt sich aus der Summe aller zum Mittelkurs bewerteten Vermögensgegenstände abzüglich sämtlicher Verbindlichkeiten.

Neue Aktien

Neue Aktien werden auch junge Aktien. Junge Aktien sind die bei einer Kapitalerhöhung neu ausgegebenen Aktien. Sie sind für das laufende Geschäftsjahr nicht bzw. noch nicht voll dividendenberechtigt. Nach erster Gewinnausschüttung fällt der Zusatz "jung" weg. Die bisherigen Gesellschafter haben einen rechtlichen Anspruch auf den Bezug solcher jungen Aktien, wobei sich der Umfang nach der Zahl ihrer alten Aktien richtet.

Neuer Markt

Ehemaliges Deutsches Börsensegment für Wachstumsaktien. Mit dem Neuen Markt gab es ab dem 10. März 1997 ein neues Handelssegment an der Frankfurter Wertpapierbörse, das wachstumsstarken und innovativen Unternehmen neue Chancen der Eigenkapitalaufnahme bot. Mit dem Wechsel aller Unternehmen aus dem Segment Neuer Markt in die Börsensegmente Prime Standard oder General Standard wurde die Neusegmentierung des Aktienmarktes an der FWB-Frankfurter Wertpapierbörse 2003 erfolgreich abgeschlossen. Das privatrechtliche Segment Neuer Markt wurde von der Deutschen Börse am 5. Juni 2003 geschlossen.

Nikkei-Index

Bedeutender Aktien-Index der Börse in Tokio, der 225 Werte umfasst.

Nominalkapital

Das Nominalkapital (oder auch Grund- bzw. Aktienkapital) wird häufig mit dem Gesellschaftskapital (Vermögen der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Gründung) verwechselt. Das Nominalkapital ist in Aktien aufgeteilt. Bei den Gesellschaftsgläubigern erfüllt das Grundkapital die Garantiefunktion und bei Nominalaktien hält der jeweilige Aktionär den Nennbetrag seiner Aktien zum Grundkapital. Das ausgewiesene Nominalkapital einer AG muß per Gesetz bei mindestens 50.000 EUR liegen.

Nominalzins

Ein Nominalzins (im Gegensatz zum Realzins) ist der angegebene Zinssatz, welcher sich auf den Nennwert einer Schuld bezieht.

Notierung

Die Notierung von Wertpapieren wird nach Ermittlung der amtlichen Kurse niedergeschrieben und veröffentlicht.

O

Obligation

Auch Debenture oder Bond genannt. Eine Obligation ist ein Instrument zur mittel- und langfristigen Kreditfinanzierung (Fremdfinanzierung). Hierunter versteht man ein Schuldverhältnis zwischen zwei oder mehreren Personen, in dem eine Partei Schuldner, die andere Gläubiger ist.

Open Contract

Der Open Contract ist ein gekaufter oder verkaufter Kontrakt, für den dann noch kein Gegenkontrakt geschlossen ist und keine Andienung getätigt wurde.

Open Order

Ein Börsenauftrag, der noch offen - also nicht ausgeführt ist - wird im Englischen als Open Order bezeichnet.

Optionsanleihe

Anleihe mit Zusatzrechten. Der Inhaber hat innerhalb einer festgelegten Frist ein Recht (Option) auf Bezug von Aktien oder festverzinslichen Wertpapieren in einem bestimmten, vor Ausgabe der Optionsanleihe festgelegten Verhältnis zum Nennwert der Schuldverschreibung.

Optionsgeschäft

Besondere Form des Termingeschäfts. Der Käufer einer Option erwirbt das Recht, vom Verkäufer (Stillhalter) innerhalb einer festgesetzten Frist entweder die Lieferung einer bestimmten Leistung (Kaufoption) oder ihre Abnahme (Verkaufsoption) zu einem im voraus vereinbarten Preis (Basispreis) verlangen zu können. Dafür muss der Käufer eine Prämie (Optionspreis) zahlen. Im Unterschied zu Futures oder anderen Termingeschäften kann die Option (muss aber nicht) ausgeführt werden.

Optionsrecht

Das Recht des Käufers einer Option, vom Verkäufer innerhalb einer bestimmten Laufzeit die Erfüllung des Geschäfts zu verlangen. Das Optionsrecht kann durch den Käufer der Option an Dritte weiterveräußert werden.

Optionsschein

Ein Optionsschein (OS) verbrieft das Recht, aber keine Verpflichtung, eine feste Anzahl (z.B. Anleihen, Aktien o.ä.) zu kaufen (Call ) oder zu verkaufen (Put).

Optionsscheinfonds

Optionsscheinfonds sind eine Spezialform der Investmentfonds. Diese Wertpapierfonds investieren die Mittel ihrer Kunden meist ausschließlich in Optionsscheine und weisen dadurch hohe Kursschwankungen auf. Optionsscheinfonds richten ihr Angebot primär an risikofreudige, spekulativ eingestellte und vor allem renditeorientierte Anleger. Optionsscheinfonds eignen sich aber auch für konservative Anleger, die ihrem eher sicherheitsorientiertem Depot eine kleine spekulative Komponente hinzufügen möchten.

Order

Kauf- oder Verkaufsauftrag, insbesondere für Wertpapiere.

Outsourcing

Das Wort ist zusammengesetzt aus den angelsächsischen Begriffen "Outside" und "Resourcing". Der Begriff Outsourcing beinhaltet die Auslagerung von Unternehmensbereichen (z.B. EDV) mit der Erwartung, dass diese (nun eingekauften) Leistungen für das Unternehmen weniger Kosten verursachen. Ein weiteres Ziel des Outsourcing ist die Straffung der betrieblichen Organisationsstruktur.

P

Paket

Bezeichnung für einen größeren Nominalbetrag von Aktien einer Gesellschaft, die sich in einer Hand befinden.

Paketabschlag

Bezeichnung für einen dem Käufer eines Aktienpaketes gewährten Nachlass.

Paketaufschlag

Bezeichnung für einen vom Käufer eines Aktienpaketes zu zahlenden Aufschlag.

Pakethandel

Bezeichnung für den Handel mit Aktienpaketen. Der Pakethandel vollzieht sich meist außerhalb der Börse.

Paper Profit

Das Paper Profit ist der Papiergewinn oder Buchgewinn, der durch ein erfolgreiches Engagement entstanden, aber noch nicht realisiert ist.

Pari

Pari (Parikurs) ist ein Börsenkurs oder ein Emissionspreis, der dem Nennwert des betreffenden Wertpapiers entspricht. Kurs (Preis) und Nominalwert sind gleich. Das Papier hat dann einen Parikurs von 100% (des Nominalwertes). Bei Aktien ist der Nominalwert der betragsmäßige Anteil am Aktienkapital.

Pari-Kurs

Ausgabe von Wertpapieren zum Nennwert. Aktien dürfen nicht unter pari ausgegeben werden; Anleihen dagegen werden regelmäßig unter pari (z. B. zu 85 %) ausgegeben.

Parity

Parity ist eine alternative Bezeichnug für den inneren Wert einer Option.

Parkett

Der Ort, an dem physisch der Börsenhandel stattfindet. Das Parkett dürfen nur die zugelassenen Börsenbesucher wie z.B die Makler betreten. Durch das Aufkommen von Computerbörsen wird der Parketthandel jedoch immer mehr in den Hintergrund gerückt.

Partizipationsschein

Beteiligungsform an Schweizer Aktiengesellschaften. Stellt ein Beteiligungspapier dar, das im Vergleich zur Aktie auch mit Vermögensrechten, jedoch mit keinerlei Stimmrechten u.ä. ausgestattet ist. Durch Ausgabe von Partizipationsscheinen statt Aktien schützt sich eine Aktiengesellschaft v.a. vor unerwünschten Einflüssen.

Passiva

1. Passiva ist der Sammelbegriff für alle auf der rechten Seite (Haben-Seite) einer Bilanz ausgewiesenen Positionen (Posten); hierzu zählen im wesentlichen das Grundkapital (Eigen- und Fremdkapital) und die Verbindlichkeiten einer Gesellschaft. Aber auch die Rücklagen, die Rückstellungen, die passiven Rechnungsabgrenzungsposten und der Gewinn werden der Passivseite zugeordnet. Auf der Passivseite der Bilanz wird die Herkunft der Mittel ersichtlich, mit denen sich die Unternehmung finanziert. 2. Passiva ist die Bezeichnung für Kapitalmittel, insbesondere für Fremdmittel, Verbindlichkeiten (Liabilities ).

PEG

Abkürzung für Price-Earning to Growth-Ratio

Penny Stocks

Amerikanischer Begriff für preislich sehr günstige Aktien zu einem Preis von meist weniger als 5 US-Dollar. Sie werden vorwiegend im OTC-Markt gehandelt und sind aufgrund geringer Kapitalisierung mit höheren Risiken und Chancen verbunden.

Pensions-Sondervermögen

Pensions-Sondervermögen sind standardisierte Altersvorsorgeprodukte, mit ihnen soll die zunehmende Versorgungslücke durch das bestehende Rentensystem geschlossen werden. Die Fonds sollen darüber hinaus eine langfristige, substanzwertorientierte Anlagepolitik betreiben. Aus Anlegerschutzgründen sind Pensions-Sondervermögen dem KAGG unterworfen.

Perfekte absicherung

Wenn sich der Gewinn bzw. Verlust auf der Kassaposition mit dem Verlust bzw. Gewinn auf der Absicherungsposition aufhebt, so nennt man dies eine perfekte Absicherung.

Performance

Auch als Wertentwicklung, Periodenrendite, Rate of Return oder Total Return bezeichnet. Angelsächsische Bezeichnung für Leistung, Erfolg. Performance steht für den Ertrag einer Kapitalanlage. Sie gibt den Wertzuwachs als Leistung eines Kapitalanlage-Managements z.B. von Banken, Investmentfonds oder Vermögensverwaltungen an. Die Performance gibt den historischen Ertrag (in %) für einen bestimmten Anlagezeitraum (Referenzperiode) an. Dieser Ertrag berechnet sich zum einen aus der Kursveränderung und zum anderen aus vereinnahmten Dividenden, Zinserträgen und Zinseszinsen. Die Berechnung der Performance erfolgt meist für eine Periode bis 1 Jahr.

PEX

Deutscher Pfandbriefindex. Es handelt sich um einen Kursindex für den Pfandbriefsektor.

Pfandbriefe

Pfandbriefe sind festverzinsliche Wertpapiere, die von privaten oder öffentlich-rechtlichen Realkreditinstituten aufgelegt werden. Mit den Einnahmen aus der Emission von Pfandbriefen werden langfristige Hypothekendarlehen zur Finanzierung von Grundstücken und Gebäuden sowie Schiffen vergeben. Pfandbriefe werden mit erstklassigen Grundpfandbriefen besichert.

Pflichtblatt

Zeitung, die von den Zulassungsstellen der Börsen benannt wird und in der die Wertpapieremittenten alle vorgeschriebenen Bekanntmachungen wie z.B. Börsenprospekte, Jahresabschlüsse, Termine der Hauptversammlung, usw. veröffentlichen müssen.

Pit

Der Pit oder Ring bezeichnet den Ort, wo die Aufträge ausgeführt werden.

Pivot-Punkt

Der Pivot-Punkt ist das Ergebnis der Pivot-Berechnung und stellt eine mögliche Wendemarke im Chart dar.

Pivots

Pivots sind Chartzonen bzw. Wendepunkte einer angegebenen Periode i.d.R. im tagesgleichen Handel. Auch wöchentliche Pivots oder Monatspivots sind denkbar. Händler nutzen diese Zonen beispielsweise zum Einstieg in den Markt oder zur Gewinnmitnahme. Grundsätzlich gilt: Je mehr Händler die Pivots zum Handeln nutzen, desto besser funktionieren sie. Man spricht von einer selbst erfüllenden Prophezeihung. Besonders in sehr aktiv gehandelten Terminmärkten haben diese errechneten Chartmarken mitunter eine hohe Bedeutung.

Platzierung

Der Verkauf (Unterbringung) von Wertpapieren in der Öffentlichkeit. Je mehr Käufer eine Emission erwerben, desto besser die Platzierung. Die breite Streuung soll die Gefahr eines Kurssturzes durch plötzliche Mengenverkäufe an der Börse verringern.

Platzierungsverfahren

Verfahren zur Unterbringung von Wertpapieren. Sie dienen z.T. zugleich auch der Ermittlung eines marktoptimalem Emissionspreises. Zu den wichtigsten Platzierungsverfahren gehören Bookbuilding, Festpreisverfahren, Tenderverfahren, Privatplatzierung.

Plusankündigung

Bei einem Kursanstieg von mehr als 5% des Kurses einer Aktie von einem auf den anderen Börsentag muss der Makler diese Veränderung mit Pluszeichen auf der Maklertafel ankündigen. Bei Kurssteigerungen von mehr als 10% mit doppeltem Pluszeichen, bei Steigerungen von mehr als 20% mit einem dreifachen Pluszeichen.

PMAC

Abkürzung für Purchasing Manager Assiociation of Chicago.

Portefeuille

Auch als Portfolio bezeichnet. Teil oder Gesamtheit der Anlage in Wertpapieren, die ein Kunde oder ein Unternehmen besitzt (Wertpapierbestand). Ein Portefeuille dient primär dem Zweck der Risikostreuung.

Portfolio

Auch als Portefeuille bezeichnet. Teil oder Gesamtheit der Anlage in Wertpapieren, die ein Kunde oder ein Unternehmen besitzt (Wertpapierbestand). Ein Portefeuille dient primär dem Zweck der Risikostreuung.

Position

Als Position bezeichnet man im allgemeinen das Engagement, welches ein Kauf oder Verkauf sein kann.

Power-Zertifikat

Mit einem Power-Zertifikat kann der Anleger oberhalb des Strikes quadratisch an der Entwicklung des Underlyings teilnehmen. Die Auszahlung ist jedoch durch das Cap begrenzt. Das Zertifikat verfällt wertlos, falls der Preis des Underlyings intraday die Strike-Schwelle erreicht. Andernfalls erfolgt bei Laufzeitende eine Auszahlung in Höhe von ( ( Preis Underlying - Strike ) * Ratio ) ^ 2

Präsenzbörse

Diese Variante des Börsenhandels findet bei physischer Anwesenheit der Marktteilnehmer auf dem Parkett statt. Die Präsenzbörse ist sozusagen die klassische Variante des Börsenhandels, bei der die Geschäftsabschlüsse auf dem Parkett zwischen den Händlern im persönlichen Kontakt stattfinden.

Preference Shares

Vorzugsaktien werden im Englischen als "Preference Shares" oder auch "Preference Stocks" bezeichnet.

Preference Stocks

Vorzugsaktien werden im Englischen als "Preference Shares" oder auch "Preference Stocks" bezeichnet.

Preisstabilität

Preisstabilität ist der Anstieg der Verbraucherpreise in einem geringen Maße. Das genaue Maß muss jedoch individuell definiert werden. Die Europäische Zentralbank definiert Preisstabilität bei einem Verbraucherpreisanstieg von unter 2 % gegenüber dem Vorjahr. Dabei sind weder anhaltende Inflation noch anhaltende Deflation mit dieser Definition von Preisstabilität vereinbar.

Premium

Als Premium wird sowohl der Aufpreis (die Prämie) für einen Rohstoff besserer als standardmäßig vorgeschriebener Qualität genannt, als auch die Differenz zwischen den Preisen verschiedener Terminmonate.

Price Earning Ratio

Der englische Ausdruck für das Kurs/Gewinn-Verhältnis.

Price Earnings Growth (PEG)

Das Price Earnings Growth (PEG)setzt das KGV eines Geschäftsjahres in Relation zum erwarteten Gewinnwachstum des nächsten Jahres.

Price-Earning to Growth-Ratio

Die Kennzahl Price-Earning to Growth-Ratio (PEG) wird zur Beurteilung von Unternehmen errechnet. Angewandt wird sie hauptsächlich bei der Bewertung von Unternehmen mit starkem Wachstum, insbesondere bei jungen Technologieunternehmen. Sie bezeichnet das Verhältnis des Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) zum langfristigen Gewinnwachstum (in Prozent), das von Analysten für drei bis fünf Jahre geschätzt wird.

Primärmarkt

Bezeichnung für Emissionsmarkt, d.h. die erstmalige Ausgabe von Wertpapieren Emission und deren Verkauf an Anleger.

Prime Rate

Die Prime Rate ist jener Zinssatz, den die großen amerikanischen Banken für kurzfristige Kredite an allererste Industriekunden berechnen. Sie stellt eine Art Leitzins dar, auf dem das gesamte Gefüge der Sollzinsen aufgebaut ist. Als Zinssatz für Kredite an beste Kunden ist der Ausdruck Prime Rate inzwischen auch in Deutschland gebräuchlich.

Privatbörse

Eine Privatbörse ist ein Treffen von Privatleuten zwecks Handel von verschiedenen Gütern wie z.B. Briefmarken oder Uhren.

Privatplatzierung

Form der Platzierung, bei der die Wertpapiere eines Unternehmens nicht öffentlich, sondern Großinvestoren, institutionellen Anlegern, etc. durch die Emissionsbank angeboten werden. Vorteile der Privatplatzierung: Vermeidung von Kosten und schnelle Möglichkeit der Mittelaufnahme.

Prolongation

Eine Prolongation ist die Verlängerung der Laufzeit eines Vertragsverhältnisses.

Prospekt

Im engeren Sinne: gesetzlich vorgeschriebene Zusammenstellung von Angaben über eine Gesellschaft, die Aktien oder Anleihen an der Börse einführen will. Dabei sind die Prospekte anlässlich einer Einführung zum Amtlichen Handel ausführlicher und unterliegen strengeren Anforderungen als diejenigen für eine Einführung in den Geregelten Markt.

Provision

Die Bankgebühr für das Ausführen von Wertpapieraufträgen ist die Provision; zumeist ein Prozent vom Auftragswert (bei Aktienkäufen oder -verkäufen). Kreditinstitute berechnen häufig eine Mindestprovision. Speziell für Makler wird von einer Courtage als Provision gesprochen.

Prozyklisch

Eine Bezeichnung für ein Anlageverhalten. Hierbei wird auf den Trend an der Börse spekuliert. Bei fallenden Kursen werden Börsianer eher verkaufen und bei steigenden Kursen im allgemeinen kaufen.

Publikumfonds

Fonds, dessen Anteile jedermann frei erwerben und jederzeit zurückgeben kann.

Publikumsfonds

Ein Publikumsfonds zeichnet sich dadurch aus, dass weder die Anzahl der Anteile noch der Anlegerkreis Beschränkungen unterworfen sind. Die Anteile können von jedermann erworben werden und werden entsprechend der Nachfrage ausgegeben.

Publizität

Bezeichnung für die Information der Öffentlichkeit durch das Unternehmen zum Zweck der besseren Information. Sie erfolgt auf Basis gesetzlicher Bestimmungen und/oder freiwillig: Für Aktiengesellschaften besteht die gesetzliche Verpflichtung, bestimmte Informationen über das Unternehmen zu veröffentlichen. Dies bezeichnet die gesetzliche Publizität. Ein Großteil der Aktiengesellschaften geben freiwillig Informationen an die Öffentlichkeit. Hier spricht man von freiwilliger Publizität. Damit wollen sie gegenüber den Aktionären und potenziellen Aktionären eine Vertrauensbasis schaffen.

Purchasing Manager Assiociation of Chicago

Die Purchasing Manager Assiociation of Chicago (Abk.: PMAC), Vereinigung der Einkaufsmanager von Chicago. Sie veröffentlicht monatlich den Index der Einkaufsmanager von Chicago (PMAC Survey).

Put

Der Käufer eines Put (englischer Begriff für eine Verkaufsoption) erwirbt ein Recht, nicht jedoch die Pflicht, während der Laufzeit (amerikanische Option) bzw. am Ende der Laufzeit (europäische Option) den Basiswert (Underlying) zu vorab festgelegten Konditionen zu verkaufen.

Pyramiding

Der englische Begriff für die Verwendung von Buchgewinnen für weitere Einschüsse der Folge-Engagements nennt man "Pyramiding".

Q

Quartaldividende

Form der Dividendenzahlung, die vor allem in den Vereinigten Staaten üblich ist. Die Dividende wird hierbei nicht pro Geschäftsjahr, sondern vierteljährlich gezahlt.

Quartalsbericht

Vierteljähliche (meist freiwillige) Veröffentlichungen von Zwischenbilanzen (Zwischenbericht) einer Aktiengesellschaft.

Quartil

Durch die Aufteilung der Performance-Rangliste eines Sektors entstehende Einteilungsklasse. Alle Fonds eines bestimmten Sektors können dadurch in vier Quartile (Viertel) aufgeteilt werden (nach Einteilungsschema von Standard & Poor's Fund Services). Beispiel: Ein Fonds, der mit seiner Performance der letzten zwölf Monate im 1. Quartil rangiert, zählt zu den 25% besten Fonds in der Vergleichsgruppe über diesen Betrachtungszeitraum. Umgekehrt zählt ein Fonds, der im 4. Quartil rangiert zu den 25% schwächsten Fonds im jeweiligen Sektor über den Betrachtungszeitraum.

Quartilsplatzierung

Zugehörigkeit eines Fonds zu einem bestimmten Performance-Quartil (von 1 bis 4), basierend auf dem absoluten Rang des Fonds im jeweiligen Sektor (nach Einteilungsschema von Standard & Poor´s Fund Services). Die Sektoren bestehen aus Fonds mit gleichem Anlageschwerpunkt.

Quellensteuer

Steuer auf Zinsen und Dividenden, die nach dem Quellenprinzip erhoben wird. Die bekanntesten nationalen Quellensteuern sind die Lohnsteuer und die Kapitalertragssteuer auf Dividenden.

Querformat

Aktien werden nach den Richtlinien für den Druck von Wertpapieren im Querformat DIN A4 gedruckt. Einzige Ausnahme bilden Vorzugsaktien, die im Hochformat gedruckt werden.

Quick Ratio

Quick Ratio ist ein Liquiditätsgrad: Er bezeichnet das Verhältnis der Barmittel, Wertpapiere und Forderungen zu kurzfristigen Verbindlichkeiten.

Quotenaktie

Aktien, die statt auf einen festen Geldbetrag zu lauten, nur einen Anteil an der Gesellschaft ohne Festlegung seiner nominellen oder verhältnismäßigen Größe (Stückaktie) oder eine Quote am Grundkapital der Gesellschaft festlegen. Die Aktie kann dabei Teile eines herkömmlichen Grundkapitals verkörpern (unechte nennwertlose Aktie) oder einen Anteil am gesamten Vermögen der Gesellschaft repräsentieren (echte nennwertlose Aktie).

R

Rangklassen

Bei Zwangsversteigerungen kann oftmals nicht die gesamte von den Gläubigern beanspruchte Summe erzielt werden. Deshalb gibt es für die Aufteilung gesetzlich festgelegte Regeln. Dabei werden die einzelnen Forderungen der Anspruchberechtigten in Rangklassen unterteilt. Der Erlös aus der Versteigerung wird dann gemäß der Rangklassen der Gläubiger verteilt. Es gibt acht Rangklassen. Der Erlös wird nach aufsteigender Rangklasse verteilt.

Realtime

Der englische Begriff Realtime steht für "Echtzeit". Die Echtzeit ist bedeutungsgleich mit den jeweils aktuellen Notierungen der Aktien an den Börsen. Normalerweise werden Kurse mit einer zeitlichen Verzögerung bekanntgegeben; bei der Echtzeit (Realtime) verfolgt man den Handel zeitgleich.

Realzins

Zinssatz, der sich durch Abzug der Inflationsrate vom Nominalzins ergibt. Beträgt zum Beispiel der (nominale) Zinssatz eines festverzinslichen Wertpapiers 7% und die Inflationsrate 3%, dann beträgt der Realzins 4%.

Rein Brief

Mit der Bezeichnung "Rein Brief" wird ausgedrückt, dass für ein bestimmtes Wertpapier nur Angebot (aber keine Nachfrage) besteht.

Rein Geld

Mit der Bezeichnung "Rein Geld" wird ausgedrückt, dass für ein bestimmtes Wertpapier nur Nachfrage (aber kein Angebot) besteht.

REIT

Die Abkürzung REIT steht für den englischen Begriff Real Estate Investment Trust. Das sind börsennotierte US-Investmentgesellschaften. Sie investieren das Kapital der Anleger zu mindestens 75 Prozent in den US-Immobilienmarkt.

Return on Equity

kurz: RoE zu deutsch: Eigenkapitalrendite Grundsätzlich: Kennziffer zur Ertragslage eines Unternehmens/Kreditinstituts, die das Ergebnis (Jahresüberschuss) im Verhältnis zum eingesetzten Eigenkapital darstellt. Hier: Jahresüberschuß (vor Steuern) in Prozent des jahresdurchschnittlich eingesetzten Eigenkapitals - jeweils ohne Anteile konzernfremder Gesellschafter.

Roll-Over-Kredit

Beim Roll-Over-Kredit handelt es sich um einen mittel- bis langfristigen Groß-Kredit mit speziellen Zinsvereinbarungen. Dabei wird der Zinssatz nicht für die gesamte Laufzeit festgelegt. Er wird vielmehr in bestimmten Abständen an die jeweilige Situation am Kreditmarkt angepaßt. Vor allem am Euro-Markt spielt diese Kreditart eine Rolle.

Rücknahme

Bei einem offenen Fonds ist eine KAG verpflichtet, die vom Anleger zurückgegebenen Anteile zum Rücknahmepreis börsentäglich zurückzunehmen

Rückstellungen

Bei den Rückstellungen handelt es sich um Beträge, die auf der Passivseite der Bilanz als Sicherheitsreserve ausgewiesen werden. Diese Reserven werden zur Begleichung von Verbindlichkeiten (aber auch: Aufwendungen oder Verlustrisiken) angelegt, über deren Eintritt und deren Höhe am Bilanzstichtag allerdings noch Ungewissheit besteht. Rückstellungen haben den Charakter echter Verbindlichkeiten. Bedeutung: Rückstellungen sollen die anfallenden Aufwendungen dem jeweiligen Wirtschaftsjahr zuordnen, zu dem sie wirtschaftlich (d.h. seiner Verursachung entsprechend) gehören und zwar unabhängig von den Zahlungsvorgängen. Das sogenannte Vorsichtsprinzip, dass in den Rückstellungen zum Ausdruck kommt, verpflichtet den Unternehmer, erkennbare oder zu erwartende zukünftige Verluste schon in dieser Periode zu bilanzieren. Die Höhe der Rückstellungen beruht auf Schätzungen (somit enthalten sie oft auch stille Reserven). Der Zweck liegt darin, das Vermögen und den Gewinn nicht zu hoch auszuweisen. Rückstellungen führen zu einer Belastung des Jahresergebnises; sie mindern also den Gewinn (auch steuerlich). Rückstellungen sind ein wesentliches Element der Wertpapieranalyse.

S

S&P 500

Abkürzung für Standard and Poor's 500. Anerkannter amerikanischer Börsenindex, der 400 Industrietitel, 40 Versorgungswerte, 20 Aktien von Verkehrsunternehmen und 40 von Finanzinstitutionen enthält.

Scalping

Begriff aus dem amerikanischen Anlagerecht. Scalping liegt vor, wenn ein Anlageberater Aktien in der Absicht erwirbt, diese anschließend zum Kauf zu empfehlen - nur um sie dann bei infolge der Empfehlung steigendem Kurs wieder zu verkaufen. In diesem Fall skalpiert also gewissermaßen der Berater die Anleger.

Schatzanweisungen

Vom Bund oder den Ländern emittierte kurz- und mittelfristige Schuldverschreibungen. Sie werden in den amtlichen Handel an allen deutschen Wertpapierbörsen eingeführt. Man unterscheidet zwischen unverzinslichen Schatzanweisungen (sind ohne laufende Verzinsung ausgestattet) und festverzinslichen Schatzanweisungen (sind wie festverzinsliche Anleihen mit Zinsscheinen ausgestattet).

Schlusskurs

Der Schlusskurs wird nach dem akustischen Zeichen festgestellt, das die Beendigung des Präsenzhandels ankündigt. Ein Anspruch auf Berücksichtigung bei der Preisermittlung haben nur solche Aufträge, die bis zu diesem Zeitpunkt beim Skontrofuhrer vorliegen und die zum fortlaufenden Handel (Variable Notierung) geeignet sind.

Schuldner

Im Gegensatz zum Gläubiger ist der Schuldner die Person, welche verpflichtet ist, eine Leistung zu erbringen (z.B. Geld oder Sachleistung), die er schuldet.

Schuldverschreibung

Öffentliche oder private Anleihen, in denen sich der Aussteller zur Zahlung einer bestimmten Geldsumme (oder sonstigen Leistung) an den Gläubiger verpflichtet. Schuldverschreibungen zur Deckung langfristigen Kapitalbedarfs sind Mittel der Fremdfinanzierung. Als Emittenten können auftreten: Regierungen von Staaten, Ländern, Provinzen, Banken (Bankschuldverschreibungen), emissionsfähige Unternehmen (Industrieanleihen, - obligationen). Der Inhaber einer Schuldverschreibung ist Gläubiger einer Forderung. Diese richtet sich gegen den Aussteller der Urkunde. Im allgemeinen handelt es sich um Wertpapiere mit festem Zinssatz und Laufzeiten bis 15 Jahre. Dominierender Emissionstyp ist die gesamtfällige Anleihe, d.h., der gesamte Betrag der Anleihe wird zu einem festgesetzten Fälligkeitstermin geschlossen.

Schwarzer Freitag

Bezeichnung für den 25.10.1929, der als "schwarzer Freitag" in die Geschichte der Börse eingegangen ist. An diesem Tag kam es zu drastischen Kursverlusten, wodurch eine weltweite Wirtschaftskrise hervorgerufen wurde.

SEC

Abkürzung für Securities and Exchange Comission.

Securities and Exchange Comission (SEC)

Amerikanische Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde, die 1934 gegründet wurde. Sie beaufsichtigt als oberste Wertpapier- und Börsenkommission den gesamten US-Wertpapiermarkt.

Securization

Zertifizierung, Verbriefung, wertpapiermäßige Unterlegung und Absicherung von Forderungen zwecks Handelbarkeit.

Seitwärtstrend

Bezeichnung für den Fall, dass sich der Kurs eines Wertpapiers (oder Marktes) kaum verändert.

Sekundärmarkt

Bezeichnet als Gegenstück zum Primärmarkt den Umlaufmarkt für bereits begebene Wertpapiere. Wertpapierbörsen sind die wichtigsten Sekundärmärkte.

Sell-Out

Bezeichnung für eine plötzliche Verkaufsbewegung an den Börsen, die mit starken Kursstürzen einhergeht. Nach dem Sell-Out haben die Aktienkurse oft ihre Tiefstkurse erreicht und bieten gute Chancen für antizyklische Käufe.

Settlement

Abschluss, Abwicklung und Erfüllung eines Finanzgeschäftes. Zu unterscheiden sind das Cash-Settlement, bei dem der Differenzausgleich in Geld erfolgt und dem physischen Settlement, bei dem der Basiswert geliefert wird.

Settlementpreis

Im Handel mit Optionen und Futures bezeichnet man den Preis, der von der Börse am Ende jeden Börsentages zur Kontraktbewertung festgestellt wird, als Settlementpreis.

Shareholder

Auch Stockholder genannt. Shareholder ist die angelsächsische Bezeichnung für: 1. Aktionär 2. Anteilseigner, Anteilhabe

Shareholder Value

Nutzen der Aktionäre, Aktionärsvermögen. Der Shareholder-Value-Ansatz beinhaltet alle Aspekte einer Unternehmensführung, die sich an dem Aktionärsvermögen als Zielgröße ausrichtet. In der Beratungspraxis wurden verschiedene Ansätze entwickelt, die folgende Gemeinsamkeit aufweisen: Eine an Zahlungsströmen orientierte, langfristige Sichtweise, die die Erwartungen der Kapitalgeber zur Messlatte erfolgreicher Unternehmenstätigkeit macht. Die Erwartungen richten sich nach den Opportunitätskosten, die Kapitalgebern durch die Investition in ein Unternehmen entstehen.

Short Call

Neben Short Put, Long Call, Long Put eine der 4 Grundstrategien im Optionshandel.

Skontro

Hilfsbuch des Skontroführers zur Kursfeststellung. In dieses werden für die Kursermittlung die Kauf- und Verkaufsaufträge eingetragen (Maklerskontro).

Small Caps

Kleine Unternehmen an der Börse. Die Aktien dieser Unternehmen lassen der Spekulation reichlich Raum und unterliegen stärkeren Schwankungen als mittlere und große Werte.

Sorten

Bezeichnung für Banknoten und Münzgeld. Gegensatz: Devisen.

Spekulationsfrist

Als Spekulationsfrist wird der Zeitraum bezeichnet, der zwischen An- und Verkauf bestimmter Wirtschaftsgüter liegen muss, damit dabei erzielte Gewinne steuerfrei sind. Diese Mindestzeiträume hängen zum einen davon ab, um welche Art von Wirtschaftsgut es sich handelt und zum anderen davon, ob es sich bei dem Steuerpflichtigen um ein Unternehmen oder eine natürliche Person handelt. Die Spekulationsfrist für erzielte Gewinne aus Wertpapiergeschäften beträgt in Deutschland ein Jahr.

Spekulationsgewinn

Bezeichnung für Gewinne, die aus der Veräußerung von Wertpapieren innerhalb eines Jahres nach deren Erwerb entstehen.

Sperrfrist

Zeitraum, in dem ein Wertpapier nicht veräußert werden darf.

Spin-Off

Hier wird ein Teil eines Unternehmens ausgegliedert, wobei der ausgegliederte Teil Selbständigkeit erreicht. Durch einen Spin-Off wird es einem Unternehmen möglich, durch Umwandlung eines Unternehmensteils in eine Beteiligung kurzfristig Kapital zu beschaffen. I.d.R. erhalten die Altaktionäre des neuen Unternehmens für den abgegebenen Teil sozusagen als Entschädigung Aktien gratis bzw. das Recht, Aktien zu kaufen. So soll ihnen kein finanzieller Schaden entstehen.

Spot Price

Bezeichnung für den jeweils aktuellen Kurs eines Wertpapiers.

Spread

Als Spread wird der Unterschied zwischen Geld- und Briefkurs verstanden. Die Angabe kann entweder absolut oder prozentual erfolgen. Hier wird der Spread prozentual zum Briefkurs angegeben. Spread = (Briefkurs-Geldkurs)/Briefkurs.

Sqeeze out

Verfahren, mit dem Minderheitsaktionäre durch Barabfindung aus einem Unternehmen heraus gedrängt werden können. Voraussetzung für einen Squeeze-out ist, dass ein Mehrheitsaktionär über mindestens 95 Prozent der Anteile verfügt. In Deutschland ist der Squeeze out seit 2002 möglich und kann sowohl bei einer Aktiengesellschaft (AG) als auch bei einer Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) durchgeführt werden.

Stammaktien

Aktie, die zur Inanspruchnahme aller im Aktiengesetz verankerten Rechte z.B. Stimmrecht in der Hauptversammlung, Dividendenanspruch, etc., berechtigt. Gegensatz: Vorzugsaktie.

Standardwerte

Bezeichnung für ein großes Unternehmen mit hohen regelmäßigen Börsenumsätzen. Diese Unternehmen sind aus den verschiedensten Branchen, z.B. Chemie, Automobilbau, Bankensektor, etc.

Stille Reservern

Stille Reserven oder stille Rücklagen sind Teile des Eigenkapitals eines Unternehmens, die in der Bilanz für Außenstehende nicht oder nur schwer erkennbar sind. Stille Reserven entstehen entweder durch Unterbewertung von Aktiva oder durch Überbewertung von Passiva. Sie sind also auf beiden Seiten der Bilanz zu finden. Stille Reserven erhöhen den Wert eines Unternehmens über den Wert hinaus, der aus der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung ersichtlich ist. Steuerlich bedeuten Stille Reserven eine zeitweise Verminderung der steuerlichen Bemessungsgrundlage.

Stillhalter

Bezeichnung für den Verkäufer einer Option, der sich verpflichtet, dem Käufer der Option innerhalb einer bestimmten Frist die Lieferung einer Leistung (Call-Option) oder die Abnahme einer Leistung (Put-Option) zu einem vorab festgelegten Preis zu erfüllen. Dafür wird ihm vom Käufer der sogenannte Optionspreis gezahlt.

Stimmrecht

Durch das Stimmrecht (i.d.R pro Stammaktie 1 Stimme) wird der Aktionär berechtigt, in der Hauptversammlung mitzustimmen. Es kann auch durch einen Bevollmächtigten wie z.B. einer Bank ausgeführt werden.

Stock

Angelsächsische Bezeichnung für das Grundkapital einer Gesellschaft oder den Gesamtbetrag einer Anleihe.

Stop Buy Order

Bezeichnung für einen Kaufauftrag, der bei Erreichen oder Überschreiten eines vom Anleger festgesetzten Kurses zum nächsten erhältlichen Börsenkurs billigst ausgeführt werden, unabhängig davon, ob dieser aktuelle Kurs über oder unter dem vom Auftraggeber festgesetzten Kurs liegt.

Stop loss order

Verkaufsauftrag, der bestens ausgeführt wird, sobald der aktuelle Aktienkurs bei nachgebender Kursentwicklung einen vom Anleger bestimmten Mindestkurs erreicht oder unterschritten hat.

Straddle

Kauf- oder Verkaufsauftrag für die gleiche Anzahl von Puts und Calls des gleichen Basiswertes mit den gleichen Ausübungspreisen und den gleichen Verfalldaten.

Strangle

Entspricht einem Straddle, allerdings sind hier die Ausübungspreise unterschiedlich.

Streubesitz

Der Aktienanteil einer Aktiengesellschaft, der nicht in festem Besitz ist. Nach Definition der Deutsche Börse AG gehören Aktienpakete unter fünf Prozent zum Free Float. Davon ausgenommen sind Aktienpakete von Vermögensverwaltern, Fonds, Treuhand- und Pensionsgesellschaften.

Strike Price

Optionen haben immer einen Ausübungspreis, zu dem der Anleger die jeweiligen Basisobjekte kaufen und verkaufen darf. Der Ausübungspreis wird gelegentlich auch Optionspreis genannt.

Stückaktie

Die Stückaktie verkörpert einen Anteil am Grundkapital der Aktiengesellschaft; sie lautet auf keinen Nennwert, ist seit 1998 in Deutschland zugelassen und stellt eine unechte Nennwertlose Aktie dar.

Subskription

Ablauf der Zeichnung von Aktien oder Anleihen, die sich in die Aufforderung zur Zeichnung, die Zeichnung selbst und die Zuteilung an den Zeichner unterteilt.

Swaps

Als Alternativen zu direkten Finanzierungen (Anleihe, Festsatzkredit) an den internationalen Finanzierungsmärkten haben sich Zins- und Währungsswaps als Quelle für kostengünstiges festverzinsliches Fremdkapital erwiesen. Bei dem reinen Zinsswap geht es um den Austausch von Zinszahlungsverpflichtungen in einer Währung für eine bestimmte Laufzeit. Wesentlich ist, dass die auf den gleichen Ausgangsbetrag zu leistenden Zinsen unterschiedlichen Zinsberechnungen unterliegen und durch den Swap keine gegenseitigen Kapitalforderungen entstehen. Sinn eines solchen Tausches ist es, den relativen Vorteil, den jeweils eine Partei gegenüber der anderen aufgrund ihrer Stellung an einem bestimmten Finanzmarkt hat, mit der anderen Partei zu tauschen. Das gleiche gilt auch sinngemäß für Währungsswaps. Hauptmerkmal eines Währungsswaps ist, dass die zu tauschenden Verbindlichkeiten in verschiedenen Währungen begründet sind.

Swaption

Hierunter versteht man eine Option auf einen Swap. Der Käufer dieser Option erhält das Recht, zu einem festgelegten Zeitpunkt in einen Swap einzutreten, der hinsichtlich seiner Laufzeit und Zinshöhe festgesetzt ist. Er hat dafür wie bei einer "normalen" Option eine Prämie, den Optionspreis zu zahlen.

T

Tafelgeschäft

Bei Tafelgeschäften werden Wertpapiergeschäfte direkt am Bankschalter getätigt. Der Käufer erhält die Wertpapiere physisch ausgehändigt. Die Verwahrung erfolgt somit nicht bei den Girosammelstellen, sondern beim Anleger.

Tagesendwert

Der Tagesendwert ergibt sich am Ende eines Handelstages aus dem zuletzt festgestellten Kurs.

Tageskurs

Dies ist der Kurs beim Wertpapierkauf oder -verkauf, der am Ausführungstag gültig ist.

Talon

Der Talon ist ein Erneuerungsschein, der für den Bezug neuer Zins- und Dividendenscheinbogen berechtigt.

Taxierung

Eine Schätzung von Sachen, Wertgegenständen etc. durch vereidigte Sachverständige wird auch als "Taxierung" bezeichnet.

Taxkurs

Auch Schätzkurs. Kurszusatz, der aussagt, dass es zu keinem Umsatz im entsprechenden Wertpapier kam; es gab an diesem Tag also weder Käufe noch Verkäufe. Der Kursmakler musste folglich den Kurs schätzen.

Technische Reaktion

Bezeichnung für eine Kursentwicklung, die sozusagen als Reaktion auf einen vorangegangenen nach oben oder unten gerichteten Trend in die entgegengesetzte Richtung verläuft.

Teileingezahlte Aktien

Bei teileingezahlten Aktien ist der Nennwert noch nicht voll einbezahlt. Dies kann nur bei Namensaktien der Fall sein. Die Mindesteinzahlung beträgt 25% des Nominalwertes.

Telefonhandel

Darunter fasst man zum einen den nachbörslichen Handel zwischen Banken und Maklern via Telefon. Ferner ist dies der Wertpapierhandel per Telefon auf dem sogenannten "ungeregelten Freiverkehrsmarkt". Hier werden Aktien gehandelt, die in keinem offiziellen Börsensegment aufgenommen sind.

Tenderverfahren

Zuteilungsverfahren einer Emission von Wertpapieren. Es wird kein bestimmter Ausgabekurs festgelegt, sondern den Zeichnern nur ein Mindestkurs genannt. Je nach Interesse können die Zeichner ihre Gebote zu höheren Kursen abgeben. Die Zuteilung erfolgt dann vom höchsten Gebot an. Diese Methode wird insbesondere bei der Emission von Anleihen eingesetzt. Sie findet weiterhin bei der Europäischen Zentralbank Anwendung, die den Kreditinstituten Gelder zur Refinanzierung mittels dieses Verfahrens zur Verfügung stellt.

Terminbörse

An einer Terminbörse (auch Futures-Börse) werden Terminkontrakte auf Waren (Commodities) oder Finanzprodukte (Financials) gehandelt. Die Futures-Börse dient zwei Anlegergruppen. Die einen benutzen die Terminkontrakte, um sich gegen Kursverluste abzusichern. Die anderen, die weitaus größere Gruppe, spekuliert. An Futures-Börsen sind folgende Geschäfte möglich: Kauf oder Leerverkauf von Futures, der Kauf (oder Leerverkauf) von Calls oder Puts auf Futures.

Termingeschäft

Im Gegensatz zum Kassageschäft ist das Termingeschäft eine Börsentätigkeit, bei welcher der Erfüllung des Geschäftes ein späterer vereinbarter Zeitpunkt zugrunde liegt. Diese Art des Handels ist mit Gütern aller Art möglich, z.B. Wertpapiere, Metalle, Waren.

Terminhandel

Im Gegensatz zum Kassageschäft handelt es sich hier um ein börsliches, oder außerbörsliches Geschäft, bei welchem die Erfüllung (Preis) zu einem später vereinbartem Zeitpunkt im voraus fixiert wurde. Unterschieden werden Termingeschäfte zwischen Devisen-, Effekten- und Warentermingeschäfte.

Terminkontrakt

Terminkontrakte auf Waren werden Commodity Futures, solche auf Aktien, Anleihen, Indices und Währungen Financial Futures genannt. Terminkontrakte verpflichten den Käufer, zu einem festgelegten Termin Waren oder Finanzprodukte zu beziehen. Ist ein Future short, d.h. hat man einen Future verkauft, so ist man zur Lieferung des entsprechenden Underlyings verpflichtet. Die Verpflichtung, etwas zu liefern und eine Lieferung anzunehmen kann man nur umgehen, indem man die Position glattstellt.

Terminkurs

Als Terminkurs wird der Kurs für Termingeschäfte bezeichnet.

Thesaurierende Fonds

Werden Zwischengewinne eines Fonds (Dividenden etc.) nicht an die Anteilseigner ausgeschüttet, sondern reinvestiert, spricht man von thesaurierenden Fonds.

Thesaurierung

Allgemein: Das Ansammeln (Horten) von Münzen, Noten, Edelmetallen, etc. Unter Thesaurierung von Gewinnen versteht man die Nichtausschüttung der Gewinne einer Unternehmung. Im Bereich der Investmentfonds gibt es Thesaurierungsfonds, die anfallende Erträge einbehalten. Im Besonderen: Die Wiederanlage von Zinsen und anderen Erträgen aus Wertpapieren in Wertpapieren. Auch: Die Einbehaltung von Gewinnen durch eine Unternehmung (Selbstfinanzierung).

Theta

Diese dynamische Kennzahl erfasst den monatlichen oder wöchentlichen Zeitwert eines Optionsscheins. Sie gibt die Veränderung des Optionsscheinpreises in Abhängigkeit von der Veränderung der Restlaufzeit an. Somit stellt das Theta das Maß für den Zeitverfall des Optionsscheins dar. Je kürzer tendenziell die Restlaufzeit ist, umso größer wird das Theta.

Tick

Bezeichnung für die kleinste Einheit, um die sich ein Kurs verändern kann.

Tilgung

Der Rückkauf oder die Rückzahlung einer Schuld an den Kreditgeber (Gläubiger) wird als Tilgung bezeichnet. Schuldverschreibungen (festverzinsliche Wertpapiere wie Anleihen, Pfandbriefe oder Obligationen) werden entsprechend der Emissionsbedingungen getilgt. Diese stehen auf jedem Wertpapier.

Time-Spread

Ein horizontaler Spread (auch Calerndar-Spread, Time-Spread) ist eine Kombinationsstrategie von Optionen bestehend aus Calls oder Puts mit demselben Ausübungspreis, wobei die Optionen mit näherliegendem Verfall geschrieben und die Optionen mit späterem Verfall gekauft werden.

Timing

Wahl des richtigen Zeitpunktes zum Kauf oder Verkauf eines Fondsanteils oder von Aktien.

Top-Down-Analyse

So nennt sich ein Verfahren zur Strukturierung des Fondsvermögens. Die Beurteilung der gesamtwirtschaftlichen Lage ist hier wichtiger als die Bewertung einzelner Anlagetitel. Das Gegenteil davon, nämlich die Einzeltitelanalyse, heißt Bottom-Up.

Trading

Bezeichnung für intensives Handeln im Sinne von Käufen oder Verkäufen von Wertpapieren durch Anleger oder durch Verwalter von Vermögen, wie z. B. Investmentfonds. Bei Intra-Day-Trading z.B. sind die Investments sehr kurzfristig orientiert; die Positionen werden innerhalb eines Tages ge- und wieder verkauft.

Trading Fonds

Solche Fonds werden ohne Ausgabeaufschlag ausgegeben, es wird jedoch eine höhere Verwaltungsgebühr fällig. Sie sind deshalb oft Bestandteil einer kurzfristigen Anlagepolitik.

Trading-Range

engl.: Handelsspanne Die Trading-Range ist die erwartete Handelsspanne in dem sich der Kurs im Laufe einer angegebenen Zeit (beispielsweise für den aktuellen Handelstag) bewegt. Angegeben wird die Tages-Range in einem erwarteten Tages-Low und einem erwarteten Tages-High. Analysten richten sich bei der Bestimmung der Trading-Range nach den Unterstützungen und Widerständen im Markt, sowie nach der Volatilität und der erwarteten Marktrichtung.

Tranche

Wird eine Emission in Tranchen vorgenommen, so wird sie nicht auf einmal, sondern in mehreren Schritten durchgeführt. Jeder Emissions-Teil gilt dann als Tranche.

Transaktionskosten

Kosten, die beim An- und Verkauf von Wertpapieren anfallen und dem Fondsvermögen belastet werden.

Treasury Bill

Treasury Bills sind Schatzwechsel des Staats, die in den USA und in Großbritannien (dort auch als Exchequer Bills bekannt) emittiert werden. Der Staat bedient sich dieser Treasury Bills zur kurzfristigen Kreditaufnahme (zur Deckung seines Finanzbedarfes); es ist ein kurzfristiges Geldmarktpapier. Die Laufzeit beträgt meist neunzig Tage.

Trend

Die aus Vergangenheit und Gegenwart abzuleitende langfristige Grundrichtung einer Entwicklung, die unter Verwendung statistischen Zahlenmaterials berechnet wird. Im Börsengeschäft wird damit eine über einen längeren Zeitraum stabile Börsenentwicklung in eine bestimmte Richtung verstanden. Es wird zwischen Aufwärts-, Abwärts- und Seitwärtstrend (Bewegung ohne größere Schwankungen)unterschieden.

Trust

Englische Bezeichnung für Investmentfonds.

Turbo-Discout-Zertifikat

Im Gegensatz zu klassischen Discount-Zertifikaten, besitzen Turbo-Discount-Zertifikate einen Hebeleffekt. Wenn bei Laufzeitende der Preis des Underlyings unter dem Strike liegt, erfolgt keine Rückzahlung. Liegt der Preis des Underlyings zwischen Strike und Cap, beträgt die Rückzahlung (Preis des Underlyings - Strike) Euro. Oberhalb des Caps ist die Rückzahlung auf (Cap - Strike) Euro begrenzt.

Turbo-Katapult-Zertifikat

Mit einem Turbo-Katapult-Zertifikat kann der Anleger innerhalb einer Kursspanne doppelt an der Entwicklung des Underlyings teilnehmen. Im Gegensatz zu normalen Bandbreiten-Zertifikaten nimmt der Anleger an Verlusten bis zum Strike nicht voll teil, riskiert aber bei Unterschreiten dieser Schwelle einen Totalverlust.

Turnaround

Bezeichnet die Trendwende zur Verbesserung der Lage innerhalb einer Branche, einer Aktiengesellschaft, des allgemeinen Börsentrends, etc. Es ist also die Gelegenheit zum Einstieg an der Börse.

Two-Asset Aktienanleihe

Bei Two-Asset Aktienanleihen erfolgt am Laufzeitende die Rückzahlung des Nominalwertes nur dann, wenn der Preis beider Underlyings ihren jeweiligen Strike nicht unterschreitet. Andernfalls kann der Emittent am Laufzeitende das billigere der beiden Underlyings im Bezugsverhältnis liefern.

Two-Asset Discount-Zertifikat

Im Gegensatz zu klassischen Discount-Zertifikaten besitzt ein Two-Asset Discount-Zertifikat zwei Underlyings (A und B). Zu Laufzeitende hat der der Emittent die Wahl, entweder dem Anleger Aktien des Underlyings A entsprechend der Ratio zu liefern, dem Anleger Aktien des Underlyings B entsprechend der Ratio zu liefern, dem Anleger den Höchstbetrag (Cap * Ratio) auszuzahlen. Als Ausgleich für dieses Risiko erhält der Anleger einen höhen Discount.

U

U-Schätze

Abkürzung für unverzinsliche Schatzanweisungen. Diskontpapiere des Bundes mit Laufzeiten von bis zu zwei Jahren. U-Schätze richten sich vorwiegend an institutionelle Investoren, obwohl grundsätzlich jedermann zum Erwerb berechtigt ist. Sie werden als Einmalemission im Tenderverfahren begeben und haben eine Mindeststückelung von Euro 1.000.000,-. U-Schätze werden nicht in den Börsenhandel eingeführt.

Ultimo

Den letzten (Geschäfts-, Banken- oder Börsen-)Tag eines Monats oder Jahres nennt man in der Börsenwelt "Ultimo".

Ultimo Auftrag

Ein Auftrag bis Ultimo hat eine Gültigkeit bis Monatsende. Ultimo bezeichnet demnach hier das Monatsende.

Umbrella Fonds

Investmentfonds, die unter einem Schirm (Engl.: umbrella) mehrere Einzelfonds mit unterschiedlichen Anlageschwerpunkten vereinen. Diese Struktur bietet dem Anleger eine günstigere Möglichkeit zwischen Fonds zu wechseln, da der Ausgabeaufschlag nur einmalig beim Einstieg in den Umbrella Fonds als solchen anfällt und beim Tausch der Einzelfonds keine bis geringe Gebühren erhoben werden.

Umlaufvermögen

Zum Umlaufvermögen gehören Vermögensgegenstände, die nicht dazu bestimmt sind, dauerhaft dem Geschäftsbetrieb des Unternehmens zu dienen und nicht Posten der Rechnungsabgrenzung sind. Zum Umlaufvermögen gehören Vorräte, Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände, Wertpapiere und Liquiditätsbestände. Wertpapiere gehören nur zum Umlaufvermögen, wenn sie zur Veräußerung oder als kurzfristige Liquiditätsreserve bestimmt sind; andernfalls sind sie im Anlagevermögen ausgewiesen.

Umsatz

Der Umsatz bezeichnet die im Geschäftsjahr erzielten Erlöse eines Unternehmens. An der Börse bezeichnet man die Summe aller an einem Tag gehandelten Wertpapiere, multipliziert mit dem entsprechenden Börsenkurs, als Umsatz.

Umsatzprovision

Die Bankgebühr für das Ausführen von Wertpapieraufträgen ist die Provision; zumeist ein Prozent vom Auftragswert (bei Aktienkäufen oder -verkäufen). Kreditinstitute berechnen häufig eine Mindestprovision, welche in etwa um 50 DM liegt. Speziell für Makler wird von einer Courtage als Provision gesprochen.

Umtauschangebot

Auch Aktienumtausch genannt. Aufforderung zum Umtausch von alten Wertpapieren in neue oder in Wertpapiere einer anderen Unternehmung. Aktienumtäusche sind regelmäßig bei Fusionen (gelegentlich auch bei Sanierungen) von Unternehmen erforderlich.

unbedingte Termingeschäfte

Unbedingte Termingeschäfte sind Termingeschäfte, welche in jedem Fall zu erfüllen sind, wie zum Beispiel ein "Financial Future". Unbedingte Termingeschäfte lassen sich unterteilen in börsengehandelte und außerbörsliche (OTC) Geschäfte. Zu börsengehandelten unbedingten Termingeschäften zählen Zins-Futures wie auch Index-Futures, zu außerbörslichen unbedingten Termingeschäften zählen die Forward Rate Agreements und Swaps.

Underlying

Dies ist das Wertpapier oder ein anderer Referenzwert, dem ein Derivat zugrunde liegt. Bsp.: Bei einer BASF-Option ist die BASF-Aktie das Underlying.

Underperformer

Mit Underperformer bezeichnet man einen Wert, der sich schlechter als der Markt entwickelt.

Ungedeckte Position

Auch offene Position genannt. Als offene Position bezeichnet man Optionen oder Futures, aber auch z.B. Leerverkäufe auf Aktien, deren Fälligkeit noch nicht erreicht ist, die also vom jeweiligen Inhaber noch ein Handeln erwarten lassen.

Ungeregelter Freiverkehr

Gemeinsam mit dem geregelten Freiverkehr wurde der ungeregelte Freiverkehr im allgemeinen Börsensegment "Freiverkehr" zusammengefasst. Dieser steht für Wertpapiere, die an der Börse weder zur amtlichen Notierung noch zum geregelten Markt zugelassen worden sind.

Universalbanken

Unter Universalbanken versteht man Banken die zur Durchführung aller Arten von Bankgeschäften berechtigt sind und dieses Recht auch wahrnehmen. Das Universalbankensystem ist das in der Bundesrepublik Deutschland vorherrschende System.

Unter Druck

Die Börsentendenz "unter Druck" deutet darauf hin, dass bei stark rückläufigen (fallenden) Kursen noch weitere Verkaufsaufträge vorliegen.

Unter Pari

Hierbei handelt es sich um eine Bezeichnung für einen Kurs (Preis), der unter dem Nennwert (100%) liegt. Die Differenz bezeichnet man als Disagio.

Unter-Pari-Emission

Wenn der Kauf- oder Verkaufspreis von Anleihen unter ihrem jeweiligen Nennwert liegt, spricht man von Unter-Pari-Emissionen. Diese Art der Emission ist nur bei Anleihen, nicht aber bei Aktien erlaubt.

Unterbewertung

Ist ein Wertpapier im Vergleich zu anderen Aktien zu günstig, so gilt es als unterbewertet. Gleiches gilt, wenn stille Reserven oder Wachstumschancen nicht ausreichend in den Kursen berücksichtigt wurden.

untergewichten

Einschätzung der Aktienexperten bezüglich des für die Zukunft erwarteten Kursverlaufes der Aktie. "Untergewichten" bedeutet dabei, dass der Anteil der Aktie im Wertpapierportfolio des Anlegers kleiner sein sollte, als der anderer Aktien. Die Kursentwicklung der Aktie wird daher nach Meinung der Analysten schlechter sein, als die des Gesamtmarktes. Da die Kursentwicklung des gesamten Aktienmarktes nur schwer ermittelt werden kann, bezieht man sich der Einfachheit halber auf einen Aktienindex. In Deutschland ist dies in der Regel der Deutsche Aktienindex (DAX). Die Aktie wird sich daher voraussichtlich schlechter entwickeln als der DAX.

Unternehmensbesteuerung

Als Unternehmenssteuern werden die Steuerarten bezeichnet, die speziell für Unternehmen von Bedeutung sind. Die Besteuerung basiert auf bestimmten Größen wie Ertrag, Vermögen und Umsatz. Die Art der Besteuerung ist von der Rechtsform der Unternehmen abhängig. Die wichtigsten Unternehmenssteuern in der Bundesrepublik Deutschland sind die Einkommenssteuer, die Körperschaftsteuer, die Umsatzsteuer, die Gewerbesteuer und die Vermögenssteuer.

Unterstützung

Als Unterstützungslinie gilt eine Kursgrenze, die aufgrund von charttechnischen Analysen schwer nach unten zu durchdringen ist. Die Begründung wird mitunter im Trend oder in anderen charttechnischen Hilfsmitteln (siehe beispielsweise Pivot-Punkte und Fibonacci) gesehen. Auch aus der Fundamentalanalyse eines Wertpapiers ist eine Kursuntergrenze denkbar, wenn der innere Wert eines Wertpapiers deutlich vom Wert vergleichbarer Wertpapiere abweicht.

Unterstützungslinie

Als Unterstützungslinie gelten bei Wertpapieren Kursgrenzen, die aufgrund von charttechnischen Überlegungen schwer nach unten zu durchdringen sind. Zudem ergeben sich Kursuntergrenzen aus dem inneren Wert einer Aktie (Fundamentalanalyse). Hat eine Aktie beispielsweise eine Dividendenrendite, die dem Rentenmarkt-Niveau entspricht, so ist es sehr unwahrscheinlich, dass sie noch weiter fällt.

Up-Tick-Rule

Handelsbeschränkung, die an der New Yorker Börse automatisch ausgelöst wird, wenn der Dow Jones innerhalb kürzester Zeit um fünfzig Punkte steigt, um nicht das zeitlich versetzte Ausführen weiterer computergesteuerter Kaufprogramme auszulösen, wodurch es zu einem Crash ungeahnten Ausmaßes kommen würde.

US-GAAP

US-Generally Accepted Acconting Principles: Amerikanische Norm der Rechnungslegung, die zwar ohne Rechtskraft, jedoch offiziell anerkannt und gültig ist. Gegenüber dem IAS ist sie detaillierter. Von der deutschen Rechnungslegung, die dem Gläubigerschutz verpflichtet ist, unterscheidet sie sich in ihrer Ausrichtung auf das Anlegerinteresse; es entfällt die Möglichkeit zur Bildung stiller Reserven, und die Bewertung von Wertpapieren erfolgt gemäß des Mark to Market-Prinzips (d.h. nach Marktpreisen und nicht etwa nach Emissionspreisen).

Usancen

(lat. Usus = Brauch ) Handelsbräuche, Geschäftsgebaren, die schriftlich festgehalten oder auch mündlich überliefert sein können. Hier insbesondere die Regeln des Börsengeschäftes, die heute für die deutschen Börsen vereinheitlicht und schriftlich fixiert sind.

USDA

United States Department of Agriculture, das amerikanische Landwirtschaftsministerium.

Usuance-Handel

Devisengeschäft, das in einer anderen Währung als der Landeswährung abgeschlossen ist, z.B. Kauf von US-Dollar gegen Yen in London durch eine schweizerische Bank.

V

V-DAX

Als V-DAX wird abgekürzt der DAX-Volatilitätsindex bezeichnet. Dieser Index drückt die erwartete Breite der Kursschwankungen des Deutschen Aktienindex (DAX) aus. Die erwartete Schwankungsbreite des DAX wird aus den Preisen der an der Deutschen Terminbörse gehandelten Optionen abgeleitet. Er ist vor allem für solche Anleger gedacht, die am Optionsmarkt engagiert sind.

Value-at-risk-Konzept

Verfahren zur Berechnung des Verlustpotentials aus Preisänderungen der Handelsposition. Dieses Verlustpotential wird auf der Basis marktorientierter Preisänderungen berechnet und unter Annahme einer bestimmten Wahrscheinlichkeit (beispielsweise 99 %) angegeben.

Variable Kurse

An den Wertpapierbörsen werden Kurse der Aktien von großen Publikumsgesellschaften, die sogenannten Standardpapiere, fortlaufend notiert.

Variable Notierung

Auch fortlaufende Notierung genannt. Für Aktien größerer Gesellschaften wird an jedem Börsentag nicht nur ein Einheitskurs festgestellt, sondern alle Notierungen, zu denen Geschäfte über mehrere tausend DM Nennwert (Umsatzminimum 50 Stück) abgeschlossen werden; die letzte Notierung heißt Schlußkurs.

Variable verzinsliche Anleihe

Im Gegensatz zu einem festen Coupon haben variabel verzinsliche Anleihen keinen festen Zinssatz. Die Zinshöhe wird in regelmäßigen Abständen neu angepasst (erhöht oder ermäßigt) und richtet sich meist nach Benchmark-Zinsen. Z.B. wird der Zins alle drei Monate angepaßt und liegt 1% über dem 3-Monats FIBOR (Frankfurt Inter Bank Offered Rate), dem Zins für 3-Monatspapiere aus dem Frankfurter Inter Banken Handel.

Variation Margining

Börsentägliche Verrechnung der Gewinne und Verluste aus Futures und Optionen auf Futures. Hierzu werden die einzelnen Positionen mit ihrem täglichen Settlement Preis bewertet. Die Differenz gegenüber dem Wert der Position am vorherigen letzten Börsentag wird dem Teilnehmer belastet oder gutgeschrieben.

Vega

Kennzahl, die die Abhängigkeit des Optionswertes von der Veränderung der Volatilität des Bezugswertes anzeigt.

Venture Capital

Auch Wagniskapital genannt. Darunter versteht man Beteiligungskapital für wachstumsträchtige, eher kleine und mittelständische Firmen, die in innovative Technologien wie z.B. Umweltschutz oder Computersysteme investieren. Häufig findet in diesem Zusammenhang eine Venture Capital-Finanzierung durch ein Kreditinstitut mit begleitender Managementberatung statt.

Verbindlichkeiten

Als Verbindlichkeiten gelten sämtliche finanziellen Verpflichtungen (Schulden aller Art) eines Unternehmens gegenüber Dritten.

Verfalldatum

Der Monat, in welchem eine Optionsserie verfällt.

Verfallsdatum

Das Verfallsdatum gibt an, wann ein Optionsschein verfällt. Bei Obligationen gibt es den Rückzahlungstermin an.

Verkaufsoption

Bei einer Verkaufsoption (englisch: Put) erwirbt der Käufer (gegen Zahlung einer Prämie) das Wahlrecht, ein bestimmtes Gut (z.B. Aktien) zu einem bestimmten Zeitpunkt oder innerhalb der Optionsfrist zu einem vorher definierten Preis (Basispreis) zu verkaufen. Der Käufer einer Verkaufsoption, muss jedoch keine Erfüllung verlangen; er kann die Option auch (wertlos) verfallen lassen. Dies wird i. d. R. dann geschehen, wenn er aus der Ausübung der Option keinen wirtschaftlichen Vorteil ziehen kann.

Verkaufsprospekt

Der Verkaufsprospekt enthält die Vertragsbedingungen des Investmentfonds und alle zur Beurteilung der Anlage wesentlichen Informationen (über Anlagestrategie und -grenzen und über die Verwaltungsgesellschaft des Fonds, der Depotbank und den Kosten des Fonds). Er muss dem Anleger vor dem Erwerb von Anteilen ausgehändigt werden.

Vermögensaufstellung

Teil des Rechenschafts- und Halbjahresberichts, aus dem Aufteilung und Veränderung des Fondsvermögens hervorgehen.

Versorgungswerte

Aktiengesellschaften aus dem Bereich Energie (Strom, Wasser, Gas) zählen zu den Versorgungswerten.

Vertikal-Spread

Optionsstrategie, bei der Optionen vom gleichen Typ (gleiche Laufzeit), allerdings mit divergierenden Basispreisen gleichzeitig ge- und verkauft werden.

Vertragsbedingungen

Bevor eine Investmentgesellschaft Anteile eines Fonds ausgeben darf, müssen die Vertragsbedingungen eines Fonds vom Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen (BAK) genehmigt werden. Die Vertragsbedingungen regeln das Rechtsverhältnis zwischen Anleger und KAG.

Vertretbare Wertpapiere

Um vertretbare Wertpapiere handelt es sich, wenn dieselben untereinander ausgetauscht werden können, ohne dass hierbei der Gläubiger geschädigt wird. Es muss sich um Aktien gleichen Wertes und gleicher Art handeln; vertretbare Wertpapiere sind Inhaberpapiere oder auch Namensaktien (mit Blankoindossament).

Vertriebszulassung

Bevor ausländische Fondsanteile in Deutschland öffentlich zum Vertrieb angeboten werden können, muss die Investmentgesellschaft das Anzeigeverfahren für den öffentlichen Vertrieb beim Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen (BAK) ordnungsgemäß durchlaufen haben. Fondspreise können auch ohne Vertriebszulassung veröffentlicht werden.

Verwaltungsvergütung

Synonym für Managementgebühr. Engl.: Management Fee. Es ist die Vergütung, die die KAG für die Verwaltung eines Fonds erhält. Die Höhe der Verwaltungsvergütung ist in den "Besonderen Vertragsbedingungen" im Verkaufsprospekt geregelt. Mit der Gebühr wird nicht der Anleger, sondern der Fonds belastet.

Vinkuliertes Namenspapier

Namenspapier, das ohne die Zustimmung des Emittenten nicht auf einen Dritten übertragen werden kann.

Visible Supply

Sichtbare Vorräte (vor allem in Lagerhäusern) sind Visible Supplies, welche statistisch zu erfassen sind.

Vola

Kurzform von Volatilität.

Volatilität

Die Volatilität kennzeichnet das Risiko einer Aktie. Sie ist ein Maß für die Schwankungen eines Kursverlaufs, da sie angibt, in welcher Bandbreite um einen gewissen Trend sich der tatsächliche Kurs in der Vergangenheit bewegt hat. Je höher die Volatilität, als umso risikoreicher gilt eine Aktie. Die Volatilität wird für einen Zeitraum von 30 und 250 Tagen berechnet.

VOLAX-Future

Future auf die implizite Drei-Monats-Volatilität der Optionen auf den DAX (VOLAX) am at-the-money-Punkt. Marktteilnehmer haben mit diesem Finanzinstrument die Möglichkeit, Volatilitätsrisiken direkt und unmittelbar abzusichern, auf Volatilitätsänderungen zu spekulieren und Arbitragesituationen zwischen DAX-Optionen und VOLAX-Future auszunutzen.

Vollmachtstimmrecht

Auch Auftragsstimmrecht genannt. Jeder Aktionär kann einen Dritten (Kreditinstitut, geschäftsmäßigen Aktionärsvertreter oder sonstigen Bevollmächtigten) bevollmächtigen, sein Stimmrecht in der Hauptversammlung auszuüben. Vielfach bevollmächtigen die Aktionäre zweckmäßigerweise ihre Depotbank zur Ausübung des Stimmrechts; daher findet sich auch fälschlicherweise die Bezeichnung "Depotstimmrecht".

Volume

Das Volume steht für den Umsatz aller getätigten Geschäfte für einen Rohstoff. Ein Geschäft beinhaltet einen Kauf und Verkauf zusammen.

Vorbörse

Der Wertpapierhandel an der Vorbörse geschieht zumeist ohne Aufsicht vor dem eigentlichen Börsenbeginn per Telefon. Vor allem gibt die Vorbörse auch Information über die Kurstrends des jeweiligen Handelstages.

vorbörslicher Handel

Als vorbörslicher Handel wird der Wertpapier-Handel, der vor der eigentlichen Börsensitzung zwischen den Banken und Händlern ohne Börsenaufsicht stattfindet, bezeichnet.

Vorstand

Geschäftsführendes, in der Regel durch Gesetz vorgeschriebenes Organ einer Aktiengesellschaft. Der Vorstand einer AG ist neben dem Aufsichtsrat und der Hauptversammlung einer der drei Bestandteile einer AG. Der Vorstand wird (für höchstens 5 Jahre) vom Aufsichtsrat gewählt.

Vorzugsaktien

Die Vorzugsaktie hat gegenüber der Stammaktie Vorrechte bei der Gewinnverteilung. Der praktisch bedeutsame Typ der Vorzugsaktie ist die Dividendenvorzugsaktie. Hierbei handelt es sich um ein stimmrechtsloses Wertpapier. Zum Ausgleich für das nicht gewährte Stimmrecht erhält der Anleger (Aktionär) eine höhere Dividende als der Inhaber der Stammaktie. Stimmrechtslose Vorzugsaktien dürfen nur bis zu einem Gesamtnennbetrag in Höhe des Gesamtnennbetrags der anderen Aktien ausgegeben werden (§139 Abs. 2 AktG). Vorzugsaktien werden oft dann emittiert, wenn es, aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage bei dem Verkauf von Stammaktien, zu Schwierigkeiten kommt. Dem Anleger soll ein Anreiz zum Erwerb neuer Aktien gegeben werden.

W

Wachstumsaktie

Aktie eines Unternehmen oder einer Branche, die ein überdurchschnittliches Wachstum erwarten lässt. Als typische Wachstumsaktien wurden/werden Aktien von Unternehmen, die sich im Internet engagieren, angesehen.

Währungsanleihe

Anleihen, die im Inland in einer ausländischen Währung aufgelegt werden.

Währungsrisiko

Aus einem kalkulierten Gewinn kann ein Verlust entstehen aufgrund des Währungsrisikos. Wenn sich der zugrundegelegte Wechselkurs der Währung, in welcher das Geschäft getätigt wurde, bei Fälligkeit der Rechnung/Zahlung geändert hat, kann dies der Fall sein. Durch Devisentermingeschäfte bzw. Devisenoptionen kann das Währungsrisiko abgesichert werden.

Wall Street

Die New Yorker Börse (New York Stock Exchange) hat die Anschrift "Wall Street" in New York. Mit diesem Straßennamen verbindet man im allgemeinen automatisch die New Yorker Börse, einen der weltweit bedeutendsten Handelsplätze.

Wandelanleihe

Auch Wandelobligation oder englisch convertible Bond. Anleihe, die innerhalb einer bestimmten Frist unter ggf. bestimmten Bedingungen und in einem festen Umtauschverhältnis in Aktien des Unternehmens getauscht werden kann. Bei positiver Kursentwicklung wird der Inhaber der Wandelanleihe die Chance nutzen, an der Substanz und Ertragskraft des Unternehmens zu partizipieren und wandeln. I.d.R. haben Wandelanleihen eine niedrigere Verzinsung als normale Anleihen, da dem Inhaber der Vorteil der Wandlungsmöglichkeit eingeräumt wird.

Wandelobligation

Siehe Wandelanleihe

Wandlung

Unter Wandlung versteht man den Umtausch von Wandelanleihen und Genußscheinen mit Wandlungsrecht in den Basiswert (z.B. Aktien). Das Recht zur Wandlung ist in der Anleihe verbrieft und nicht entziehbar. Die Durchführung der Wandlung kann nur zu den entsprechenden Wandlungsbedingungen erfolgen.

Warenterminbörse

Börse, an der Termingeschäfte über mengen- und qualitätsmäßig standardisierte Einheiten von im großen Umfang verbrauchten Naturprodukten abgeschlossen werden. Weltweit gibt es 47 organisierte Warenterminmärkte, insbesondere in den USA und Kanada. Die älteste und zugleich umsatzstärkste Terminbörse für Waren- und Finanzkontrakte ist die 1848 gegründete Chicago Board of Trade. Erwähnenswerte Warenterminbörsen in Europa befinden sich in London, Amsterdam und Paris.

Warentermingeschäfte

An der Börse werden die verschiedenste Waren (Getreide, Baumwolle, Metalle etc.) gehandelt. Bei Abwicklung eines Warentermingeschäftes erfolgt die Abwicklung (Lieferung, Abnahme, Zahlung) zu einem später vereinbarten Termin.

Warrant

Siehe Optionsschein

Wechsel

Mit Wechsel (engl.: Bill of exchange) wird ein Wertpapier bezeichnet, das die ausstellende Person anweist, dem Wechselnehmer zu einem bestimmten Zeitpunkt oder innerhalb einer bestimmten Frist unbedingt einen festen Betrag auszuzahlen. Wechsel werden hauptsächlich bei der Finanzierung von Handelsgeschäften eingesetzt.

Wechselkurs

Der Wechselkurs bezeichnet den Preis einer ausländischen Währung, ausgedrückt in Einheiten der eigenen Währung. Der Wechsel- oder Devisenkurs wurde in Deutschland bis Ende 1998 sowohl amtlich als auch im Freiverkehr zwischen den Banken ermittelt. Die amtliche Kursfeststellung erfolgte dabei an der Devisenbörse in D-Mark für einen festgesetzten Betrag der jeweiligen Auslandswährung (sog. Preisnotierung, z.B. 1,91 DM je US-Dollar). Im Unterschied dazu wird für den Euro die sog. Mengennotierung angegeben. Im Gegensatz zur Preisnotierung gibt die Mengennotierung an, welcher Betrag der Auslandswährung als Gegenwert für eine bestimmte Menge an Inlandswährung zu zahlen ist (z.B. 1,02 US-Dollar für einen Euro)."

Wertpapier

Urkunden, in denen ein privates Recht in der Weise verbrieft ist, daß zur Geltendmachung des Rechtes zumindest der Besitz der Urkunde erforderlich ist. Wertpapiere sind z.B. Banknoten, Schecks, Wechsel, Aktien, Anleihen, Hypothekenbriefe. Die Übertragung der Rechte erfordert die Vorlage oder Übergabe des Wertpapiers. Im engeren Sinne versteht man unter Wertpapieren Effekten. Dazu zählen z.B. Schuldverschreibungen, Aktien, Investmentzertifikate .

Wertpapierindex

Wertpapierindex ist ein Sammelbegriff für Aktien- und Rentenindizes. Wertpapierindizes werden berechnet, um die Gesamtverfassung eines Marktes für bestimmte Arten von Wertpapieren in einer Kennzahl darzustellen. Daneben dienen Wertpapierindizes auch als Erfolgsmaßstab für Investmentfonds. Vielfach erfolgen auch Kurssicherungsmaßnahmen auf Basis von Wertpapierindizes. Die Berechnung der einzelnen Wertpapierindizes wird mit Hilfe von mathematischen Formeln sowie statistischen Methoden vorgenommen.

Wertpapierkennummer (WKN, WPKN)

Die Wertpapierkennummer (WKN) diente der eindeutigen Identifizierung des Wertpapieres. Sie war eine sechsstellige Zahl und wurde ausschließlich für in Deutschland handelbare Wertpapiere verwendet. Die so genannte ISIN wird die WKN ersetzen.

Wertpapierleihe

Bei der Wertpapierleihe leiht ein Wertpapierbesitzer einem Händler seine Aktien oder Anleihen mit der Bedingung, daß er nach Ablauf einer meist sehr kurzen Leihfrist von wenigen Tagen Papiere gleicher Art und Güte zurückbekommt. Dafür zahlt der Händler dem Verleiher eine Gebühr. Der Händler (Entleiher) kann während der Leihfrist mit den Wertpapieren zum Beispiel eigene Lieferverpflichtungen erfüllen. Der Verleiher kann damit die Performance seines Depots erhöhen.

Wertpapierorder

Bezeichnung für einen Wertpapierkauf oder -verkaufsauftrag.

Wertpapierpensionsgeschäfte

Kauf lombardfähiger Wertpapiere durch die Deutsche Bundesbank, mit gleichzeitiger Vereinbarung des Rückkaufs zu einem bestimmten, zukünftigen Termin. Die betreffenden Wertpapiere müssen an einer Börse im amtlichen Handel oder geregelten Markt notiert werden. Man unterscheidet bei der Zuteilung von Wertpapierpensionsgeschäften zwischen dem Mengen- und dem Zinstender.

Wertpapierpensionssatz

Dieser "dritte Leitzinssatz" wird von der Bundesbank zur Feinsteuerung ihrer Geldpolitik eingesetzt. Es werden lombardfähige Wertpapiere verwendet, die die Banken nach 30 Tagen zurücknehmen.

Wetter-Derivate

Wetter-Derivate sind Termingeschäfte. Bei diesem standarisierten Handel mit Option oder Future-Kontrakten können sich beispielsweise Unternehmen gegen witterungsbedingte Risiken absichern. So kann sich beispielsweise ein Stromlieferant vor einem ungewöhnlich warmen Winter, der zu weniger Stromverbrauch führt, mit Hilfe von Optionen schützen. Ein Hersteller von Speiseeis könnte sich durch Wetter-Derivate gegen möglich Umsatzausfälle in einem verregneten Sommer absichern.

Widerstandslinie

Begriff aus der Chartanalyse. Sie beschreibt die Kursgrenze, über die ein Wertpapier oder der Gesamtmarkt schwer steigen wird. Zusammen mit der Unterstützungslinie beschreibt sie den Trendkanal.

Wiederanlage

Die Wiederanlage des jährlichen Ausschüttungsbetrags erfolgt in der Regel automatisch. Dem Anleger werden auf Basis des Rücknahmepreises neue Fondsanteile oder Bruchteile von Anteilen gutgeschrieben. Die Wiederanlage von Ausschüttungen führt zu einem höheren Wertzuwachs des eingesetzten Kapitals. siehe: Zinseszins-Effekt

Wiederanlagerabatt

Rabatt, der bei ausschüttenden Fonds bei der Wiederanlage des Ausschüttungbetrags in demselben Fonds gewährt wird. Der Anleger muss dabei häufig keinen oder nur einen rabattierten Ausgabeaufschlag bezahlen. Die Höhe des Wiederanlagerabatts wird mit der Ausschüttungsbekanntmachung veröffentlicht.

Wiederanlagerisiko

Für Anleger hängt die Rendite einer Anleihe neben dem Kurs und der Nominalverzinsung der Anleihe auch davon ab, ob die Zinserträge, die während der Laufzeit der Anleihe erzielt werden, zu einem gleich hohen oder besseren Zinssatz wie der der Anleihe wieder angelegt werden können. Das Risiko, daß der allgemeine Marktzins während der Laufzeit unter die Verzinsung der Anleihe fällt, wird allgemein als Wiederanlagerisiko bezeichnet. Das Ausmaß des Wiederanlagerisikos hängt von der Ausgestaltung der jeweiligen Anleihe ab. Lediglich Zerobonds beinhalten keinerlei Wiederanlagerisiko.

Wimpel

Begriff der Charttechnik. Sind mit Flaggen zu vergleichen, haben aber die Form eines Dreiecks. Sie treten ebenfalls in Auf- bzw. Abwärtstrends auf und dauern mehrere Tage an. Wimpel haben ihre Spitze stets rechts. Nach einem Ausbruch aus dem Wimpel kann ein Kursziel angegeben werden. Dazu addiert man die breiteste Stelle des Dreiecks zum Ausbruchskurs hinzu.

Window Dressing

Bemühen von Banken und Fonds ein Kursbild am Ende einer Periode möglichst günstig erscheinen zu lassen. Bei überdurchschnittlicher Performance werden die Kurse am Ende nach unten gedrückt, bei unterdurchschnittlicher Performance nach oben.

Wire House

Die englische Bezeichnung "Wire House" steht für ein Brokerhaus mit "open lines", also sogenannte Standleitungen zu Zweigstellen oder Firmen. Diese Verbindungen werden nicht anderweitig genutzt und diese obgleich teure Einrichtung lohnt für qualitativ hochwertige Informationen.

WKN

Abkürzung für Wertpapierkennummer

Working Capital

Working Capital ist die angelsächsische Bezeichnung für Umlaufvermögen. Es ist eine Kennzahl in der statischen Bilanzanalyse, die der Beobachtung von Veränderungen der Liquidität eines Unternehmens dient (Liquiditätsbeurteilung). Sie zeigt die Differenz zwischen Umlaufvermögen und kurz- und mittelfristigem Fremdkapital an. Die Veränderung des Working Capital wird in der Kapitalflussrechnung zur Beurteilung der Finanzlage des Unternehmens herangezogen.

Working Capital Ratio

Damit bezeichnet man das Verhältnis von Umlaufvermögen zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten.

WpHG

Abkürzung für Wertpapierhandelsgesetz

WTB

Abkürzung für Warenterminbörse Hannover AG

XY

X

X steht für einen Kurszusatz. X ist eine angelsächsische Abkürzung für ex, exclusive (ohne, ausschliesslich).

XETRA

Abkürzung für Exchange Electronic Trading. Elektronisches Handelssystem der Deutschen Börse. Es wurde im November 1997 eingeführt und löste den IBIS-Handel ab, da es eine verbesserte Leistungsfähigkeit und Kosteneffizienz ermöglicht. Jedes Mitglied einer deutschen Börse kann XETRA-Teilnehmer werden (Makler, Kreditinstitut). Das XETRA-System ermöglicht Investoren auch außerhalb der offiziellen Börsenhandelszeiten Wertpapiere zu kaufen und zu verkaufen.

Yankee Bonds

Anleihen, die in den USA in Dollar von ausländischen Banken oder Gesellschaften aufgelegt werden.

Yellow Book

Bezeichnung für die Zusammenfassung der Vorschriften für die Notierung von Wertpapieren an der Londoner Wertpapierbörse.

Yield

Angelsächsische Bezeichnung für Rendite.

Z

Zeichnen

Im Wertpapiergeschäft: sich durch schriftliche Erklärung auf dem Zeichungsschein zur Übernahmen eines bestimmten Betrags neu emittierter Wertpapiere verpflichten. Zeichnungsstelle ist die Bank, die mit der Entgegennahme von Zeichnungen auf neue Wertpapiere beauftragt ist.

Zeichnungsfrist

Die Zeichnungsfrist benennt den Zeitraum, innerhalb dessen eine Person/Unternehmung die emittierten Wertpapiere zeichnen kann.

Zeitwert

Wert, um den ein Optionsschein oder eine Option über dem Inneren Wert (Differenz zwischen Basispreis eines Optionsscheins oder einer Option und dem aktuellen Kurs des Basiswertes) liegt.

Zentralbörse

Die Zentralbörsen sind die Hauptbörsen eines jeweiligen Landes. In Deutschland beispielsweise Frankfurt, in den USA die "New York Stock Exchange" oder in Japan die Tokioter Börse.

Zero Bonds

Sogenannte Null-Kupon-Anleihen, bei denen sich die Verzinsung bis zum festgelegten Rückzahlungstermin aus dem jeweiligen Unterschiedsbetrag zwischen dem Kaufkurs und der Tilgung zum Nominalwert errechnet.

Zertifikat

Ein Zertifikat verbrieft dem Anleger die Teilnahme an der Kursentwicklung anderer Wertpapiere und Finanzprodukte. Der Inhaber eines Zertifikats partitzipiert zum Beispiel direkt an der Kursentwicklung eines festgelegten Index (Indexzertifikat) oder eines speziell zusammengestellten Aktienkorbs (Basketzertifikat).

Zession

Bezeichnung für die Abtretung von Forderungen jeglicher Art.

Zinsabschlagsteuer

Spezielle Form der Kapitalertragssteuer. Sie gilt mit der Überschreitung der Freibeträge für alle in- und ausländischen Kapitalanleger, die ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort in Deutschland haben. Hierbei wird von Zinsen aus verbrieften und nichtverbrieften Kapitalforderungen ein Zinsabschlag von 30%, bei Schaltergeschäften von 35% einbehalten. Er ist auf die Einkommens- bzw. Körperschaftssteuer anrechenbar. Für Personen, die ihren Wohnsitz im Ausland haben, wird keine Zinsabschlagsteuer erhoben. Ausnahme hier bilden Schaltergeschäfte, die in Deutschland getätigt werden.

Zinsbonus-Zertifikat

Zinsbonus-Zertifikate sind Anleihen mit regelmäßiger Zinsszahlung und meist vollständiger Kapitalgarantie. Dabei gibt es meist neben einer Mindestverzinsung die Chance auf eine weit höher liegenden Zinsbonus. Ob und in welcher Höhe dieser Bonus gezahlt wird ist abhängig von der genauen Konstruktion des Zertifikats. Oft ist die Zahlung z. B. daran gekoppelt, dass keine Aktie eines Aktienkorbes im jeweiligen Zinszeitraum unter eine bestimmte Schwelle sinkt. Seit kurzem gibt es einige Produkte mit einem sogenannten "Catch-Up" Mechanismus. Wenn ein oder mehrere Jahre kein Bonus gezahlt wurde, dann kann dieses nachgeholt werden, wenn zu einem späteren Zeitpunkt die Bedingung für den Zinsbonus wieder erfüllt ist.

Zinsen

Wenn ein Schuldner zur Beschaffung von Finanzmitteln z.B. einen Kredit aufnimmt, zahlt er den geliehenen Betrag zuzüglich Zinsen zurück. Die Höhe von Zinsen richtet sich beispielsweise auch nach Verwaltungs-/Betriebskosten, Bearbeitungsgebühren, Geldbeschaffungskosten o.ä.

Zinseszins-Effekt

Wiederangelegte Ausschüttungen eines Investmentfonds erhöhen den Anlagebetrag und damit den Zinserlös. So ergibt sich ein größerer Wertzuwachs des eingesetzten Kapitals im Vergleich zur regelmäßigen Entnahme der Erträge.

Zinsoption

Grundsätzlich geben Zinsoptionen das Recht, nicht aber die Pflicht, ein zugrundeliegendes festverzinsliches Wertpapier zu einem vorab vereinbarten Kurs zu erwerben oder zu verkaufen. Die an der Deutschen Terminbörse (DTB) gehandelten Zinsoptionen unterscheiden sich von diesem allgemeinen Typ dadurch, dass nicht eine Anleihe sondern ein Future als Basiswert dient, der Käufer einer solchen Zinsoption also das Recht erwirbt, einen Bund- oder Bobl-Future zu erwerben/veräußern.

Zinsschein

Auch: Kupon. Der festverzinslichen Wertpapieren beigefügte Quittungsvordruck, gegen dessen Einreichung am Zinstermin der fällige Zinsbetrag gezahlt wird. Dem Zinsscheinbogen, auf dem mehrere Zinsscheine zusammengefaßt sind, hängt ein Erneuerungsschein Talon an.

Zinsswap

Zinsswaps sind Austauschvereinbarungen zwischen zwei Marktteilnehmern, die der Absicherung gegen steigende oder fallende Zinsen dienen. Bei einem Zinsswap handelt es sich also um eine vertragliche Vereinbarung zwischen zwei Partnern, bestimmte, unterschiedlich gestaltete Zahlungsströme auszutauschen. Bei den angesprochenen Zahlungsströmen handelt es sich um verschieden gestaltete Zinsvereinbarungen, meist feste oder variable Zinssätze. Diese Rechte auf Zinszahlungen können von den Inhabern gegeneinander ausgetauscht werden. Einen solchen Austausch bezeichnet man als Swap.

Zinstender

Versteigerungsverfahren, insbesondere bei der Ausschreibung von Wertpapierpensionsgeschäften. Hierbei muß das bietende Kreditinstitut sowohl den Zinssatz, zu dem es berücksichtigt werden möchte, als auch das Volumen nennen, das es gerne übernehmen möchte. Während das Kreditinstitut bei dem amerikanischen Verfahren nach dem von ihm gebotenen Zinssatz zugeteilt wird, wird bei dem holländischen Verfahren ein Einheitszinssatz ermittelt, der dem günstigsten zugeteilten Zinssatz entspricht. Dieser ist dann für alle beteiligten Institute gültig. siehe auch: Mengentender

Zulassung

Die Zulassung von Wertpapieren zum amtlichen Handel erfolgt durch Zulassungsantrag bei der (Börsen-) Zulassungsstelle. Der Antrag enthält alle wertpapierbezogenen Angaben (Betrag, Art, Höhe, Termine) und wird publik gemacht durch: -Aushang im Börsensaal -Veröffentlichung im jeweiligen Börsenpflichtblatt -Veröffentlichung im Bundesanzeiger Vor jeder Emission eines Wertpapieres ist ein Börsenprospekt zu veröffentlichen, mit allen Angaben zur Beurteilung des Wertpapiers. Die Zulassung zum Börsenbesuch und zur Teilnahme am Börsenhandel wird in der Börsenordnung der jeweiligen Wertpapierbörse festgelegt.

Zulassungsantrag

Um an der Börse gehandelt werden zu können, müssen schriftliche Zulassungsanträge von Emittenten an die Zulassungsstelle gerichtet werden. Dieser Antrag wird von der Zulassungsstelle veröffentlicht und enthält neben dem Emissionsprospekt wesentliche Informationen über das emittierende Unternehmen.

Zulassungsausschuss

Bearbeitungsgremium für die von an der Börse vertretenen Banken eingereichten Zulassungsanträge von emittierenden Unternehmen.

Zulassungsprospekt

Vor dem Börsengang ist ein sogenannter Zulassungsprospekt zu veröffentlichen. Dieser Bericht enthält Angaben zur Beurteilung des Wertpapieres. Insbesondere Nennbetrag der Emission, Verwendungszweck, Zweck u. Umfang der Gesellschaft o.ä. Siehe auch: Börsenprospekt.

Zwischengewinn

Darunter versteht man den im Anteilpreis enthaltenen Ertragsanteil, soweit er sich aus Zinsen und Zinsansprüchen zusammensetzt. Er unterliegt der Einkommensteuer sowie der 30-prozentigen Zinsabschlagsteuer. Nach einer einjährigen Aussetzung der Zwischengewinnbesteuerung müssen die Fondsgesellschaft seit dem 01.01.2005 den Teil des Ertragszuwachses, der aus Zinserträgen und Zinsansprüchen resultiert, wieder börsentäglich als Zwischengewinn gesondert ermitteln und veröffentlichen. Der Käufer von Investmentanteilen kann den gezahlten Zwischengewinn in seiner Steuererklärung als negative Einnahmen steuermindernd verrechnen, der Verkäufer hingegen muss den erhaltenen Zwischengewinn als Kapitalertrag versteuern.

Zwischenschein

Bezeichnung für eine Urkunde, die an Stelle der Aktie nach einer Neugründung einer Aktiengesellschaft oder nach einer Kapitalerhöhung ausgegeben wird. Sie wird nach Ausstellung der endgültigen Aktie durch diese ersetzt. Auch Interimsschein genannt.

Zyklische Aktien

An der Börse gehandelte Standard-Aktien, welche dem jeweiligen Börsentrend folgen, werden als zyklische Aktien bezeichnet. Antizyklische Wertpapiere streben aus verschiedenen Gründen gegen den jeweiligen Börsentrend.