Glossar

A

 

Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)

Allgemeine Geschäftsbedingungen werden die Bestimmungen genannt, die das Geschäftsverhältnis zwischen Kunden und Firmen (Kreditinstituten etc.) regeln. Diese sind bindend, auch wenn sie zumeist nicht ausdrücklich zur Kenntnis genommen werden. Abweichungen sind nach Zustimmung möglich, sollten allerdings schriftlich festgelegt werden.

B

 

Bankgeheimnis

Die durch Bankvertrag (Nr. 2 der Allgemeinen Geschäftsbedingungen) übernommene Verpflichtung der Bank zur Verschwiegenheit über alle kundenbezogenen Tatsachen und Wertungen. Das Bankgeheimnis wird durch gesetzliche Vorschriften, die eine Auskunftspflicht begründen und durch den Kunden selbst, der die Bank zur Auskunft berechtigt, begrenzt. Insbesondere besteht eine unbeschränkte Auskunftspflicht in Strafverfahren und Steuerstrafverfahren. Im Todesfall bestehen bestimmte Meldepflichten gegenüber dem Nachlassfinanzamt.

Bankgeschäfte

Im Kreditwesengesetz sind Bankgeschäfte genau definiert und festgelegt. Hierzu zählen z.B. Investment-, Depot-, Einlagen-, Kredit-, Diskont-, Effekten- und Girogeschäfte.

Beleihungswert

Wert, der von einem Kreditgeber einem Vermögensgegenstand wie z.B. einem Grundstück oder einem Wertpapier zugeordnet wird und der die Höhe der möglichen Beleihung z.B. für eine Grundschuld oder eine Hypothek bestimmt. Der Beleihungswert soll in der Regel den am Markt nachhaltig erzielbaren Erlös des Beleihungsobjektes nicht überschreiten.

Bonität

Die Bonität beschreibt die Kreditwürdigkeit und Zahlungsfähigkeit eines Schuldners (Emittenten). Sie ist ausschlaggebend für die Sicherheit einer Anleihe. Die Schuldnerbonität ist darum ein sehr entscheidendes Kriterium für die Anlageentscheidung. Internationale Ratingagenturen wie Standard & Poor's (Abk.: S&P) überprüfen regelmäßig die Bonität von Schuldnern, die sich aufgrund von Entwicklungen im gesamtwirtschaftlichen/unternehmensspezifischen Umfeld ändert. Die Abstufungsmöglichkeiten reichen von AAA (sehr gute Bonität) bis D (sehr schlechte Bonität) bei Standard & Poor's.

C


Cash Management

Durch das Cash Management (die Finanzplanung von Firmen) soll eine optimale Steuerung der freien Mittel bzw. der Kredite zur bestmöglichen Rentabilität führen.

Cash-Flow

Kennzahl zur Aktien- bzw. Unternehmensanalyse. Die Berechnung des Cash-Flows ergibt sich im wesentlichen aus der Addition von Jahresüberschuss, Abschreibungen, Veränderungen der langfristigen Rückstellungen, Ertrags- und Einkommensteuern. Er stellt den Zugang an flüssigen Mitteln innerhalb einer bestimmten Abrechnungsperiode dar. Er findet Anwendung bei Verfahren der Investitionsrechnung, die im Rahmen der Beurteilung von anstehenden Investitionsvorhaben quantifizierbare Daten für die Entscheidung liefern sollen. Der Cash-Flow stellt ferner eine wichtige Kennzahl im Rahmen der Bilanz- und Finanzanalyse dar. Er ist nicht einheitlich definiert. Ein Versuch der Vereinheitlichung ist der Cash-flow nach DVFA/SG.

Cash-Flow-Ratio

Das Cash-Flow-Ratio ist eine Rentabilitätskennziffer, die auf der Basis des Cash-Flows berechnet wird. Sie gibt an, um das wievielfache der Cash-Flow pro Aktie im Kurs der Aktie enthalten ist. Berechnung: Cash-Flow-Ratio = Aktienkurs / Cash-Flow je Aktie. Den Cash-Flow je Aktie erhält man durch: Berechnung: Cash-Flow je Aktie = Cash-Flow des Unternehmens / Anzahl der Aktien.

Clearing

Forderungen und Verbindlichkeiten werden gegenseitig aufgerechnet, um zu einem periodischen, planmäßigen Ausgleich zu gelangen. Im Ergebnis werden nur die sich zugunsten bzw. zulasten eines jeden Teilnehmer ergebenden Salden gutgeschrieben bzw. belastet.

D


Debitor

Debitor ist eine andere Bezeichnung für einen Schuldner. (Im Bankwesen: Kreditnehmer)

Depotgeschäft

Ein im Kreditwesen festgelegtes Bankgeschäft ist auch das Depotgeschäft. Die Wertpapiere werden in diesem Fall der Bank nicht nur zur Aufbewahrung gelassen, sondern es erfolgt auch die Einlösung von Zins- oder Dividendenscheinen, die Ausübung des Stimmrechts, die Verwahrung von Bezugsrechten, etc.

Deutsche Bundesbank

Bis zur Gründung der Europäischen Zentralbank EZB war die Deutsche Bundesbank eine eigenständige und politisch unabhängige Institution, deren Aufgabe die Versorgung der Wirtschaft mit Geld (durch Steuerung des Wertpapierpensionssatz, der Leitzinsen, des Diskont-, Lombard- und Mindestreservesatzes), die Sicherung der Stabilität der Währung und die Unterstützung der wirtschaftlichen Entwicklung war. Weitere Mittel der Bundesbank waren Interventionen am Devisenmarkt. In den Bundesländern ist die Bundesbank von den Landeszentralbanken vertreten. Mit dem Start der Währungsunion am 01.01.1999 ging die geldpolitische Souveränität der Deutschen Bundesbank auf die Europäische Zentralbank (EZB) über. Nun ist die wichtigste Aufgabe der EZB die Sicherung der Stabilität des Preisniveaus in der Währungsunion.

Direktbank

Eine Direktbank ist ein filialloses Kreditinstitut. Solche Banken stellen ihren Service vornehmlich über Telefon, Fax und zunehmend über das Internet zur Verfügung. Da sie keine Filialen besitzen, sind ihre Dienstleistungen im Vergleich oft günstig.

H

Handelsregister

Amtliches Verzeichnis eines Amtsgerichtsbezirks, das alle Kaufleute beinhaltet. Es informiert die Öffentlichkeit über maßgebliche Rechtsverhältnisse der Unternehmen. Es ist in zwei "Abteilungen" gegliedert. Abteilung A beinhaltet die Einzelunternehmungen und Personenhandelsgesellschaften (OHG, KG), Abteilung B die Kapitalgesellschaften (AG, GmbH).

HGB

Abkürzung für Handelsgesetzbuch.

I


Inkasso

Inkasso ist der gesetzlich geregelte und erlaubnispflichtige geschäftsmäßige Einzug fremder Forderungen.

Insolvenz

Dauerhafte Zahlungsunfähigkeit einer Unternehmung, führt zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Formen der Insolvenz sind die Zahlungsunfähigkeit und die Überschuldung, wobei beide einander nicht ausschließen.

K


Kommissionär

Kaufmann, der Waren oder Wertpapiere für Rechnung eines anderen kauft oder verkauft. Er hat die Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns zu beachten, von der Ausführung des Auftrages dem Kommitenten unverzüglich Anzeige zu machen und zugleich damit den Dritten zu benennen, mit dem er das Geschäft abgeschlossen hat. Diese Verpflichtung entfällt bei Selbsteintritt des Kommissionärs.

Konsument

Die Lowell Group betrachtet Schuldner als Konsumenten. Ein Konsument ist im Gegensatz zum Gläubiger verpflichtet, die Leistung (z.B. Geld oder Sachleistung) zu erbringen, die er schuldet.

Kredit

Ausleihung einer bestimmten Geldsumme unter bestimmten Konditionen, die sich insbesondere auf die Verzinsung, die Rückzahlung und mögliche Sicherheiten beziehen. Während das Darlehen im allgemeinen Sprachgebrauch eher auf langfristige Ausleihungen angewandt wird, bezeichnet der Begriff Kredit sowohl die kurz-, mittel- als auch langfristige Überlassung von Geld bzw. Kapital. Man unterscheidet zwischen Kontokorrentkrediten, die täglich fällig sind, Wechselkrediten und Hypothekarkrediten.

L

Laufzeit

Zeit zwischen Hergabe eines Kredits und seiner festgesetzten Rückzahlung. Bei festverzinslichen Wertpapieren die Zeit zwischen der Ausgabe eines Papiers und seiner Rückzahlung. Laufzeiten sind stark von der Marktsituation abhängig. Die häufigsten Laufzeiten bei festverzinslichen Wertpapieren liegen z.Zt. zwischen fünf und zehn Jahren.

Liquidität

Als Liquidität wird die Fähigkeit bezeichnet, alle Zahlungsverpflichtungen rechtzeitig erfüllen zu können.

LZB

Abkürzung für Landeszentralbank

O


Outsourcing

Das Wort ist zusammengesetzt aus den angelsächsischen Begriffen "Outside" und "Resourcing". Der Begriff Outsourcing beinhaltet die Auslagerung von Unternehmensbereichen (z.B. EDV) mit der Erwartung, dass diese (nun eingekauften) Leistungen für das Unternehmen weniger Kosten verursachen. Ein weiteres Ziel des Outsourcing ist die Straffung der betrieblichen Organisationsstruktur.

S


Schuldner

Im Gegensatz zum Gläubiger ist der Schuldner die Person, welche verpflichtet ist, eine Leistung zu erbringen (z.B. Geld oder Sachleistung), die er schuldet.

T


Tilgung

Der Rückkauf oder die Rückzahlung einer Schuld an den Kreditgeber (Gläubiger) wird als Tilgung bezeichnet. Schuldverschreibungen (festverzinsliche Wertpapiere wie Anleihen, Pfandbriefe oder Obligationen) werden entsprechend der Emissionsbedingungen getilgt. Diese stehen auf jedem Wertpapier.

U


Umlaufvermögen

Zum Umlaufvermögen gehören Vermögensgegenstände, die nicht dazu bestimmt sind, dauerhaft dem Geschäftsbetrieb des Unternehmens zu dienen und nicht Posten der Rechnungsabgrenzung sind. Zum Umlaufvermögen gehören Vorräte, Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände, Wertpapiere und Liquiditätsbestände. Wertpapiere gehören nur zum Umlaufvermögen, wenn sie zur Veräußerung oder als kurzfristige Liquiditätsreserve bestimmt sind; andernfalls sind sie im Anlagevermögen ausgewiesen.

Umsatz

Der Umsatz bezeichnet die im Geschäftsjahr erzielten Erlöse eines Unternehmens. An der Börse bezeichnet man die Summe aller an einem Tag gehandelten Wertpapiere, multipliziert mit dem entsprechenden Börsenkurs, als Umsatz.

Universalbanken

Unter Universalbanken versteht man Banken die zur Durchführung aller Arten von Bankgeschäften berechtigt sind und dieses Recht auch wahrnehmen. Das Universalbankensystem ist das in der Bundesrepublik Deutschland vorherrschende System.

Unternehmensbesteuerung

Als Unternehmenssteuern werden die Steuerarten bezeichnet, die speziell für Unternehmen von Bedeutung sind. Die Besteuerung basiert auf bestimmten Größen wie Ertrag, Vermögen und Umsatz. Die Art der Besteuerung ist von der Rechtsform der Unternehmen abhängig. Die wichtigsten Unternehmenssteuern in der Bundesrepublik Deutschland sind die Einkommenssteuer, die Körperschaftsteuer, die Umsatzsteuer, die Gewerbesteuer und die Vermögenssteuer.

V


Verbindlichkeiten

Als Verbindlichkeiten gelten sämtliche finanziellen Verpflichtungen (Schulden aller Art) eines Unternehmens gegenüber Dritten.

Vermögensaufstellung

Teil des Rechenschafts- und Halbjahresberichts, aus dem Aufteilung und Veränderung des Fondsvermögens hervorgehen.

Vorstand

Geschäftsführendes, in der Regel durch Gesetz vorgeschriebenes Organ einer Aktiengesellschaft. Der Vorstand einer AG ist neben dem Aufsichtsrat und der Hauptversammlung einer der drei Bestandteile einer AG. Der Vorstand wird (für höchstens 5 Jahre) vom Aufsichtsrat gewählt.

W


Wertpapier

Urkunden, in denen ein privates Recht in der Weise verbrieft ist, daß zur Geltendmachung des Rechtes zumindest der Besitz der Urkunde erforderlich ist. Wertpapiere sind z.B. Banknoten, Schecks, Wechsel, Aktien, Anleihen, Hypothekenbriefe. Die Übertragung der Rechte erfordert die Vorlage oder Übergabe des Wertpapiers. Im engeren Sinne versteht man unter Wertpapieren Effekten. Dazu zählen z.B. Schuldverschreibungen, Aktien, Investmentzertifikate .

Working Capital

Working Capital ist die angelsächsische Bezeichnung für Umlaufvermögen. Es ist eine Kennzahl in der statischen Bilanzanalyse, die der Beobachtung von Veränderungen der Liquidität eines Unternehmens dient (Liquiditätsbeurteilung). Sie zeigt die Differenz zwischen Umlaufvermögen und kurz- und mittelfristigem Fremdkapital an. Die Veränderung des Working Capital wird in der Kapitalflussrechnung zur Beurteilung der Finanzlage des Unternehmens herangezogen.

Z

Zession

Bezeichnung für die Abtretung von Forderungen jeglicher Art.

Zinsen

Wenn ein Schuldner zur Beschaffung von Finanzmitteln z.B. einen Kredit aufnimmt, zahlt er den geliehenen Betrag zuzüglich Zinsen zurück. Die Höhe von Zinsen richtet sich beispielsweise auch nach Verwaltungs-/Betriebskosten, Bearbeitungsgebühren, Geldbeschaffungskosten o.ä.

Zinseszins-Effekt

Wiederangelegte Ausschüttungen eines Investmentfonds erhöhen den Anlagebetrag und damit den Zinserlös. So ergibt sich ein größerer Wertzuwachs des eingesetzten Kapitals im Vergleich zur regelmäßigen Entnahme der Erträge.

Zinsswap

Zinsswaps sind Austauschvereinbarungen zwischen zwei Marktteilnehmern, die der Absicherung gegen steigende oder fallende Zinsen dienen. Bei einem Zinsswap handelt es sich also um eine vertragliche Vereinbarung zwischen zwei Partnern, bestimmte, unterschiedlich gestaltete Zahlungsströme auszutauschen. Bei den angesprochenen Zahlungsströmen handelt es sich um verschieden gestaltete Zinsvereinbarungen, meist feste oder variable Zinssätze. Diese Rechte auf Zinszahlungen können von den Inhabern gegeneinander ausgetauscht werden. Einen solchen Austausch bezeichnet man als Swap.