Das Wichtigste in Kürze
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Das Wichtigste in Kürze

  • Der Bonitätsscore wird meist in Prozent angegeben und bestimmt, wie zahlungswillig oder zahlungsfähig eine Person/ein Unternehmen ist.

  • Ein Bonitätsscore von 80 oder darunter wird als schlecht angesehen.

  • Negativmerkmale verfallen drei Jahre nach Begleichung der Ausstände.

Inhaltsverzeichnis

Kurz erklärt: Was ist Bonitätsscoring?

Beim Bonitätsscoring, auch Kreditscoring genannt, handelt es sich um ein Verfahren, das mithilfe verschiedener Daten Auskunft über das zukünftige Zahlungsverhalten von Unternehmen und Privatpersonen gibt. Auskunfteien sowie Kreditinstitute nutzen Bonitätsscoring zur Bewertung der Kreditwürdigkeit und zur Einschätzung des Ausfallrisikos offener Forderungen.

Bonitätsscoring ist wichtig, damit Kreditgeber und Dienstleister wissen, wie vertrauens- und kreditwürdig der potenzielle Vertragspartner ist. Gerade in der heutigen Zeit des bargeldlosen Bezahlens kommt es häufig vor, dass Kunden Verträge abschließen, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt zahlungsunfähig sind. Die Folge: Der Kunde kommt seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nach!

Forderungsausfälle oder auch bewusster Betrug durch zahlungsunwillige Partner sind ein hohes Finanzrisiko für annähernd jedes Unternehmen. Durch Prüfung des Bonitätsscores können Banken und Unternehmen die Chancen und Risiken bei Kreditvergabe oder Vertragsabschlüssen besser einschätzen und Zahlungsausfälle sowie Betrugsfälle minimieren

Ein geringeres Ausfallrisiko sorgt für weniger Kreditausfallkosten und einen niedrigen Zinssatz, was wiederum den Kreditmarkt und die Volkswirtschaft stärkt.

Was sagt der Bonitätsscore aus?

Die Ermittlung des Bonitätsscores erfolgt durch ein statistisches und mathematisches Verfahren, wobei der berechnete Wert meist als Prozentzahl zwischen 0 und 100 angegeben wird. Je nach Auskunftei kann der Score auch anders dargestellt werden und eine andere Aussage haben, letztendlich gilt aber immer: Umso höher der Bonitätsscore, desto besser ist die Kreditwürdigkeit

Der beim Bonitätsscoring ermittelte Wert dient als statisches Maß der Kreditwürdigkeit und soll einschätzen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit der pünktlichen Rückzahlung ist. Oder einfacher erklärt: Der Bonitätsscore dient als Anhaltspunkt, inwieweit die jeweilige Privatperson oder das Unternehmen in der Lage ist, seinen zukünftigen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. 

Für eine möglichst genaue Berechnung des Bonitätsscores greifen Auskunfteien meist auf statistische Daten sowie auf Positiv- und Negativmerkmale zurück. Eine Software ermittelt aus diesen Informationen den Bonitätsscore und ordnet die Personen oder Unternehmen in Vergleichsgruppen ein. Ein Bonitätsscore von 95 Prozent bedeutet in diesem Fall, dass 95 von 100 Personen aus der Gruppe pünktlich ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen. Ein niedriger Bonitätsscore bedeutet folglich, dass die Wahrscheinlichkeit von Forderungsausfall höher ist. 

Ein Beispiel:
Max Mustermann möchte als Neukunde in Ihrem Unternehmen einen Vertrag abschließen. Um die Kreditwürdigkeit vor Vertragsunterzeichnung zu prüfen, checken Sie bei der Auskunftei den Bonitätsscore von Max Mustermann. Der Wert liegt bei 90 Prozent und damit wird Max Mustermann als recht zuverlässig bei Zahlungsaufforderungen eingeschätzt.

Beim Bonitätsscore wird in zwei Arten unterschieden: 

  1. Basisscore
  2. Branchenscore

Der Basisscore gibt Hinweise über die allgemeine Kreditwürdigkeit, der Branchenscore bezieht sich explizit auf verschiedene Branchen wie beispielsweise Kreditinstitute, Telekommunikationsanbieter oder Versandhändler.

Gut zu wissen: Reduzieren Sie Zahlungsausfälle im Unternehmen mithilfe von Bonitätsscoring der Lowell Group. Als starker Partner im Forderungsmanagement überprüfen wir das Zahlungsverhalten und die Bonität Ihrer Vertragspartner und finden passgenaue Lösungen im Risikomanagement.

Wie wird der Bonitätsscore berechnet?

Der Wert beim Bonitätsscoring lässt sich entweder intern im Unternehmen oder extern bei einer Auskunftei berechnen. 

Die interne Berechnung hat den Nachteil, dass Ihnen ausschließlich Daten zur Verfügung stehen, die Sie im Unternehmen über den Vertragspartner gesammelt haben. Der interne Score gibt also keine Einschätzung zur allgemeinen Kreditwürdigkeit und lässt sich nur von bestehenden Kunden berechnen – bei Neukunden liegen Ihnen keine Informationen vor

Der Bonitätsscore von einer externen Auskunftei wird mithilfe verschiedener Daten erstellt. Der große Vorteil beim Bonitätsscoring über eine Auskunftei ist also, dass Ihnen nicht nur Informationen aus dem Vertragsabschluss zwischen Ihrem Unternehmen und dem Verbraucher zur Verfügung stehen, sondern dass Daten verschiedener Vertragspartner vorliegen. 

Für die Berechnung des Bonitätsscores werden nachfolgende Daten und Informationen genutzt:

  • Personenbezogene Daten (Name, Adresse, Geburtsdatum, Geschlecht)
  • Zahlungsverlauf (pünktliche Rückzahlungen, Zahlungsunregelmäßigkeiten) 
  • bestehende Kredite/Darlehen 
  • Inkassodaten (Mahnbescheide)
  • Gerichtsdaten (Haftbefehle, eidesstattliche Versicherungen)
  • Insolvenzverfahren (Zahlungsunfähigkeit) 

Auf Informationen zum Familienstand, Arbeitsverhältnis, Einkommen und Vermögen wird beim Bonitätsscoring in der Regel nicht zurückgegriffen. Allerdings verlangen viele Kreditgeber diese Daten vor einer Kreditvergabe vom potenziellen Vertragspartner, um das Risiko von Zahlungsausfällen bei der Rückzahlung zu minimieren. 

Wie gut oder schlecht der Bonitätsscore ausfällt, hängt von den vorliegenden Informationen und vom Zahlungsverhalten ab. Bei pünktlichen Zahlungen und keinen Negativmerkmalen ist eine gute Bonität vorhanden. Zahlungsverzug oder Forderungsausfall wirkt sich negativ auf die Bonität aus und führt meist dazu, dass es nicht zu Vertragsabschluss kommt (z. B. Kredit, Handy- oder Mietvertrag). 

Wichtig: Für eine gute Bonität sollte der Bonitätsscore zwischen 95 und 97 Prozent liegen, ein darüberliegender Wert wird als sehr gute Bonität bezeichnet. Mit einem Wert unter 80 Prozent ist es schwer, bei seriösen Bankinstituten einen Kredit zu bekommen. Die Angaben gelten für die Score-Tabellen der SCHUFA und können bei anderen Auskunfteien abweichen.

Was sind Negativmerkmale in der Bonität?

Eine Auskunftei speichert auch sogenannte Negativmerkmale ab, die beim Bonitätsscoring den Wert beeinflussen und die Kreditwürdigkeit verschlechtern. Die negativen Einträge werden in der Regel drei Jahre nach Erledigung von der Auskunftei gelöscht

Negativmerkmale in der Bonität sind zum Beispiel:

  • vom Kreditgeber gekündigte Kredite aufgrund von Zahlungsverzug oder Zahlungsausfall
  • Mahnbescheide 
  • laufende Inkassoverfahren 
  • ein eröffnetes Insolvenzverfahren 
  • Vollstreckungsbescheide oder Zwangsvollstreckung
  • keine Angaben zur Vermögensauskunft 

Aber auch ein häufiger Bankwechsel, die Aufnahme vieler Kleinkredite sowie mehrere Konten und Kreditkarten bei unterschiedlichen Anbietern können als „leichte“ Negativmerkmale gewertet werden und den Bonitätsscore verschlechtern.

Mit diesen negativen Merkmalen lässt sich eine bessere Risikoeinschätzung zur Kreditwürdigkeit erstellen, sodass Banken und Unternehmen mithilfe des Bonitätsscores bei zukünftigen Verträgen mit potenziellen Partnern die Forderungsausfälle reduzieren können.

Übrigens: Auch positive Merkmale fließen ins Bonitätsscoring ein, dazu gehören beispielsweise Telekommunikationsverträge mit Laufzeit, Konten bei Versandhändlern, bestehende Giro- und Kreditkartenkonten sowie Kredite oder Leasingverträge mit regelmäßiger Abzahlung. 

Welche Vorteile bietet Bonitätsscoring über eine Auskunftei?

Mit Bonitätsscoring können Sie die Risiken von Forderungsausfällen mit potenziellen Verbrauchern oder Geschäftspartnern (z. B. Lieferanten, Herstellern) besser einschätzen. Während Ihnen beim internen Bonitätsscoring lediglich im Unternehmen gespeicherte Daten aus bestehenden Verträgen mit dem Kunden zur Verfügung stehen, greift eine externe Auskunftei auf zahlreiche Daten von anderen Vertragspartnern zurück

Durch Bonitätsscoring über eine Auskunftei erhalten Sie einen Gesamteindruck über die Kreditwürdigkeit des potentiellen Vertragspartners und nicht nur Informationen zum Zahlungsverhalten in Ihrem Unternehmen. Schließlich kann es auch sein, dass Ihr Kunde die offenen Forderungen bei Ihnen rechtzeitig bezahlt, bei anderen Vertragspartnern ist er jedoch weniger zahlungswillig. 

Eine externe Auskunftei wie die deutsche Multiauskunftei GmbH nutzt zum professionellen Bonitätsscoring sowohl interne Unternehmensdaten, externe Datenquellen und Data Analytics, um Ihnen individuelle Lösungen im Risikomanagement zu erstellen. Je mehr personenbezogene Daten, Informationen zum Zahlungsverhalten sowie Positiv- und Negativmerkmale eines potenziellen Kunden oder Geschäftspartners vorliegen, desto aussagekräftiger ist der Bonitätsscore.

Hinweis: Beim Bonitätsscoring über eine Auskunftei erhalten Sie nicht nur eine Risikoeinschätzung zur Kreditwürdigkeit des zukünftigen Vertragspartners, sondern Sie können sich oftmals auch vor Betrugsfällen schützen!

Mit Bonitätsscoring das Ausfallrisiko verringern 

Um sich als Kreditinstitut oder Unternehmen vor Forderungsausfällen und Betrug zu schützen, ist eine Bonitätsprüfung unverzichtbar. Beim Bonitätsscoring über eine Auskunftei wird mithilfe verschiedener Daten ein Bonitätsscore erstellt, der Ihnen Auskunft über die Kreditwürdigkeit der Privatperson oder des Unternehmens gibt, womit Sie das Ausfallrisiko minimieren können.

Ein Tipp: Auskunfteien arbeiten eng mit Inkassodienstleistern zusammen. Wenn Sie ein professionelles Mahnwesen „unter einem Dach“ haben möchten, ist die Lowell Group ein zuverlässiger Partner für effizientes Forderungs- und Risikomanagement