Sieben Wege, Ihren Cashflow zu erhöhen
Das Wichtigste in Kürze
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Das Wichtigste in Kürze

  • Ein externer Dienstleister kann helfen, Ihren Cashflow zu erhöhen und langfristig zu verbessern.

  • Vereinbaren Sie individuelle Verträge mit Ihren Lieferanten, um die bestmöglichen Konditionen sowie ein spätes Zahlungsziel zu vereinbaren und so Ihren Cashflow zu verbessern.

  • Auch der richtige Umgang mit säumigen Konsumenten kann Ihnen dabei helfen, Ihren Cashflow zu verbessern.

Inhaltsverzeichnis

Warum es wichtig ist, den Cashflow zu erhöhen

Der Cashflow sind die liquiden Mittel, die dem Unternehmen in einer bestimmten Periode zur Verfügung stehen. Ein positiver Cashflow ist ein Überschuss, während ein negativer Cashflow einen Fehlbetrag anzeigt. Ist der Cashflow negativ oder 0, ist kein Geld für neue Investitionen vorhanden. 

Ist der Cashflow vorübergehend niedrig, besteht keine große Gefahr. Allerdings gehen dem Unternehmen dadurch gewinnbringende Vorteile verloren. Wenn der Cashflow längere Zeit oder dauerhaft negativ ist, kann es zur Zahlungsunfähigkeit und Insolvenz kommen. 

Die Vorteile eines hohen Cashflows

Wenn Sie Maßnahmen zur Erhöhung des Cashflows ergreifen, stehen dem Unternehmen mehr liquide Mittel zur Verfügung. Diese zusätzliche Liquidität ist hilfreich, um Lieferantenrechnungen zu begleichen und sich den Skonto-Vorteil zu sichern. Das trägt zur Optimierung des Einkaufs bei.

Außerdem ist es möglich, die neue Liquidität zur Verringerung der Bankfinanzierung zu verwenden. Durch den höheren Cashflow haben Sie die Chance, spontan auf Marktveränderungen zu reagieren. Sie sind flexibler und agiler: ein Wettbewerbsvorteil.

Bevor Sie den Cashflow verbessern, sollten Sie ihn analysieren. Wenn Sie sich die Cashflow-Analyse erleichtern möchten, können Sie Excel nutzen. Erfahren Sie hier, wie Sie mit Excel den Cashflow berechnen.

1. Factoring

Eine Methode zur Cashflow-Erhöhung ist das Factoring. Da es in vielen Situationen sinnvoll ist, stellen wir Ihnen diese Variante zuerst vor.

Factoring stammt vom lateinischen Begriff „factura“, der ins Deutsche übersetzt „Rechnung“ bedeutet. In der Betriebswirtschaft ist mit Factoring eine spezielle Vorgehensweise in Unternehmen gemeint. Es geht um die gewerbliche Übertragung von Forderungen eines Lieferanten beziehungsweise Kreditors. Diese Forderungen bestehen gegen einen Debitor, auch Forderungsschuldner genannt. Die Übertragung erfolgt an ein Kredit- oder Finanzdienstleistungsinstitut.

Im Finanz- und Wirtschaftssektor gibt es ein echtes und ein unechtes Factoring. Diese beiden Varianten unterscheiden sich danach, bei wem nach der Übertragung der Forderungen das Risiko verbleibt. Hierbei ist das Risiko des Forderungsausfalls gemeint. Ein anderer Begriff hierfür ist Delkredererisiko.

Beim echten Factoring erfolgt die Übertragung des Risikos an den Factor. Beim unechten Factoring bleibt im Gegensatz hierzu das Risiko beim Lieferanten. Bei beiden Methoden liegt die Haftung für den Forderungsrechtsbestand jedoch beim Lieferanten. Dieses heißt auch Veritätsrisiko.

Wenn Sie sich für Factoring entscheiden, verkaufen Sie die Forderungen an einen externen Partner. Die Konditionen richten sich nach dem Finanz- oder Kreditinstitut. Häufig verfügen Sie innerhalb von zwei Tagen nach der Übernahme der Forderungen über 80 Prozent des Rechnungsbetrages – manchmal 100 Prozent. Sobald Ihr Kunde an Ihren Factoring-Partner bezahlt hat, bekommen Sie den Restbetrag ausgezahlt: So gewinnen Sie in kurzer Zeit an Liquidität und der Cashflow erhöht sich.

Das Factoring hat weitere Vorteile. Der Factoring-Partner übernimmt das Risiko für den Ausfall der Forderungen und bietet an, das gesamte Debitorenmanagement zu übernehmen. Er trägt zur Optimierung des Mahnwesens bei. Zudem zeigt er Potenzial zur Verbesserung des Rechnungswesens auf. Auf diese Weise ergibt sich aus dem Factoring ein Wettbewerbsvorteil.

Allerdings müssen Sie oft eine Gebühr zahlen, die, je nach Dienstleister, sehr unterschiedlich ausfallen kann.

2. Lean Management

Durch die Anwendung von Lean Management erreicht ein Unternehmen die Minimierung der Vorräte und der Forderungen. Die Kosten sinken und der Gewinn erhöht sich. Lean Management bezeichnet die Verschlankung der Betriebsabläufe. Eine Variante des Lean Managements ist zum Beispiel das Outsourcing der Debitorenbuchhaltung.

3. Rechnungen optimieren

Die Rechnungslegung ist zu optimieren, um den Cashflow zu erhöhen. Dabei sollte das Ziel sein, die durchschnittliche Forderungsdauer zu verkürzen. Möglichkeiten zur Optimierung der Rechnungslegung sind etwa Factoring oder vorausschauendes Forderungsmanagement. Eine weitere Möglichkeit zur Cashflow-Verbesserung im Bereich der Rechnungen sind Standardisierungen. Aber auch viele Leistungen sind standardisierbar.

Tipp: Oft ist es von Vorteil, gezielt den operativen Cashflow zu erhöhen.

4. Cleveres Debitorenmanagement

Für gutes Debitorenmanagement ist eine Verkürzung der Laufzeit erforderlich. Damit ist die Vereinbarung kurzer Zahlungsziele mit den eigenen Kunden gemeint. Ein optimiertes Mahnwesen und effiziente Prozesse tragen dazu bei, die Laufzeit zu verkürzen. Dabei darf jedoch nicht außer Acht gelassen werden, dass zu einem guten Debitorenmanagement auch eine persönliche Kundenansprache sowie individuelle Beratung zählen.

5. Leasing-Optionen nutzen

Um den Cashflow zu erhöhen, ist Leasing sinnvoll. Das bedeutet, Anlagegegenstände wie Maschinen und den Fuhrpark zu leasen, statt zu kaufen. Dadurch verringern sich die Mittelabflüsse für Investitionen. Gerade bei verschleißanfälligen Maschinen lohnt es sich, die Leasing-Kosten gegenüber den Kauf- und Wartungskosten aufzurechnen. Das Ergebnis ist meist ein besserer Cashflow durch Leasing. Zu beachten ist jedoch die Belastung des Gewinns in den folgenden Jahren.

6. Anlagevermögen clever planen

Die Veräußerung von nicht betriebsnotwendigem Anlagevermögen trägt zur Verbesserung des Cashflows bei. Hierzu zählen Grundstücke und Gebäude. Zudem können Sie über den Verkauf von Maschinen nachdenken, die Sie in Zukunft nicht mehr benötigen. Hier spielt Leasing mit ein, denn nach dem Verkauf selten genutzter Maschinen, können Sie diese für wenige Monate im Jahr günstiger leasen.

7. Lieferantenabsprachen überprüfen

Längere Zahlungsziele mit den Lieferanten zu vereinbaren, ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Auch die Integration und Schulung von Lieferanten tragen dazu bei, Kosten zu senken und einen höheren Cashflow zu haben. Überprüfen Sie, ob Lieferantenwechsel oder Einkaufskooperationen von Vorteil sind. Die Verträge sollten so gestaltet sein, dass sich der Cashflow positiv entwickelt. Sinnvoll sind Vertragsharmonisierungen.

Indem Sie die Auszahlungen an Ihre Lieferanten reduzieren, senken Sie die Kosten. Diese Analyseverfahren helfen dabei:

  • Ausgabenanalyse
  • Preisanalyse
  • Kostentreiberanalyse
  • Wertanalyse
  • Kostenstrukturanalyse

Zudem ist Benchmarking hilfreich. Benchmarking ist die vergleichende Ergebnis- oder Prozessanalyse mit einem vorher feststehenden Wert, der als Bezugsgröße dient. Unerlässlich sind auch:

  • Wettbewerbsanalyse
  • Analyse des Lagerbestands
  • ABC-Analyse
  • XYZ-Analyse

Fazit

Um ausreichend finanzielle Mittel für Neuinvestitionen zur Verfügung zu haben, ist eine Erhöhung des Cashflows wichtig. Welcher Weg in Ihrem Unternehmen ratsam ist, zeigt eine Analyse Ihrer individuellen Situation. Die vorgestellten Optionen können in Kombination genutzt werden, um Ihrem Unternehmen und Ihrer individuellen Lage gerecht zu werden.