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Das Wichtigste in Kürze

  • Unterschieden wird zwischen kurzfristiger (zum Beispiel für die Miete) und langfristiger (zum Beispiel für Steuernachzahlungen) Liquidität.

  • Für eine gute Liquidität ist es wichtig, Lagerbestände zu kontrollieren und einen Überblick über Lager und Lieferanten zu haben.

  • Lastschriftzahlungen und Sofortüberweisungen sichern die Liquidität Ihres Unternehmens eher, als Zahlungen auf Rechnung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine gute Liquidität?   

Eine gute Liquidität lässt sich nicht in Summe X widerlegen, da die notwendigen flüssigen Mittel abhängig von der wirtschaftlichen Tätigkeit des Unternehmens sind. Hat Ihre Firma viele Ausgaben, benötigen Sie umso mehr Einnahmen; bei niedrigen Ausgaben dürfen die Einnahmen geringer sein. Einen Richtwert für gute Liquidität gibt es nicht, doch viele Unternehmen arbeiten nach folgendem Prinzip:

Die liquiden Mittel sollten so gering wie möglich und so hoch wie nötig sein. Reicht das vorhandene Geld aus, um pünktlich fällige Rechnungen zu bezahlen, ist Ihre Liquidität gut. Bleibt nach Zahlung aller Verbindlichkeiten noch Geld übrig? Bravo! Ihr Unternehmen ist wirtschaftet rentabel und Ihre Liquidität ist sehr gut. Um jedoch Wert- und Zinsverlust zu vermeiden, sollten Sie nicht zu viel Geld „horten“. Die Liquidität zu verbessern und langfristige Zahlungsfähigkeit zu schaffen, sollte das Ziel eines jeden Unternehmens sein.

Liquidität verbessern für mehr finanzielle Stabilität  

Ein finanziell gut aufgestelltes Unternehmen wirkt vertrauenswürdig und kann durch genügend liquide Mittel neue Investitionen tätigen und im Wettbewerb mithalten. Doch manchmal reichen weder die flüssigen Mittel noch eine gute Eigenkapitalquote aus, um alle fälligen Verbindlichkeiten fristgerecht zu bezahlen. Die Gründe für Zahlungsunfähigkeit eines Unternehmens können unterschiedlich sein, meist sind zu hohe Ausgaben, Zahlungsausfälle durch Kunden sowie eine schlechte oder gar keine Liquiditätsplanung ausschlaggebend für einen finanziellen Engpass. Gerade im Bereich Forderungsmanagement können Sie auf die Unterstützung von Lowell bauen – denn wir wissen: Die Zahlungsfähigkeit langfristig sichern und die Liquidität verbessern sind unverzichtbare Ziele für jedes Unternehmen.

Bei der Verbesserung der Liquidität wird in zwei Gruppen unterschieden:

  1. kurzfristige Liquidität
  2. langfristige Liquidität

Die kurzfristige Liquidität umfasst flüssige Mittel, die Ihrem Unternehmen innerhalb kurzer Zeit (maximal einem Jahr) zur Verfügung stehen. Von einer langfristigen Liquidität ist die Rede, wenn die Zahlungsfähigkeit mit langfristiger Planungssicherheit auf mehr als fünf Jahre ausgelegt ist.

Beispiel: In jedem Unternehmen gibt es Kosten wie Miete, Nebenkosten, Gehälter sowie Beiträge für Versicherungen. Für die monatlichen Verbindlichkeiten müssen Sie eine kurzfristige Liquidität schaffen. Bei Rechnungen für Lieferanten, Neuinvestitionen sowie Steuernachzahlungen haben Sie meist ein längeres Zahlungsziel, daher sollten Sie für diese Zahlungsverpflichtungen die langfristige Liquidität verbessern.

Übrigens: Neben der kurzfristigen und langfristigen Liquidität wird auch in statischer und dynamischer Liquidität unterschieden. Die statische Liquidität wird mithilfe der Zahlen der stichtagsabhängigen Bilanz erfasst, die dynamische Liquidität (auch Cashflow genannt) stellt die liquiden Mittel eines bestimmten Zeitraumes dar.

Vor- und Nachteile von guter und schlechter Liquidität

Ein liquides Unternehmen besitzt ausreichend Geld, um all seine Schulden zu bezahlen. Richtig! Doch das ist nicht der einzige Vorteil von Solvenz. Eine gute Liquidität:

  • schafft finanzielle Sicherheit, Sie können alle Rechnungen begleichen.
  • wirkt vertrauenswürdig, das Image Ihres Unternehmens ist positiv.
  • ermöglicht neue Investitionen, Sie können Projekte starten und Güter kaufen. 
  • erhöht die Chancen im Wettbewerb, da Sie auch im Marketing nicht sparen müssen

Was Sie vielleicht nicht wissen: Eine zu hohe Liquidität ist kontraproduktiv! Auf der Bank „gehortetes“ Geld kann durch Inflation an Wert verlieren, zudem lassen sich damit kaum Zinsen erwirtschaften. Jetzt fragen Sie sich vielleicht, warum Sie Ihre Liquidität verbessern sollten? Weil zu wenig flüssige Mittel einen Liquiditätsmangel schaffen. Eine mangelnde Liquidität:

  • sorgt für leere Konten, Sie müssen Konten überziehen oder Kredite aufnehmen.
  • führt zu Nichtzahlungen von Rechnungen und Gehältern sowie keiner Abführung der USt.
  • führt dazu, dass Sie Vermögensgegenstände unter Wert verkaufen müssen.
  • schadet dem Image Ihres Unternehmens und wirkt unseriös.
  • Ist häufiger Grund von Verschuldung und Insolvenz.

Wichtig zu wissen: Häufiger Zahlungsverzug sorgt für eine schlechte Bonität, was wiederum die Liquidität Ihres Unternehmens gefährdet. Die Folge: Sie erhalten von Banken und Kreditinstituten keine Gelder mehr und sind zahlungsunfähig.

Liquidität langfristig sichern: So geht’s!

Ein erfolgreiches Unternehmen sichert mithilfe eines Liquiditätsplans langfristig die Zahlungsfähigkeit. Wir haben Ihnen 5 Tipps zusammengestellt, wie Sie Ihre Liquidität verbessern:

1. Allgemeine Kosten senken

Durch jeden eingesparten Cent verbessern Sie Ihre Liquidität: Verschieben Sie Neuinvestitionen, schulden Sie Kredite um, vereinbaren Sie Ratenzahlungen, senken Sie Steuervorauszahlungen, kontrollieren und reduzieren Sie Ausgaben, verzichten Sie auf Kontoüberzug und Privatentnahmen.

2. Lagerbeständen und Lieferanten kontrollieren

Mit hohem Lagerbestand können Sie Aufträge bedienen und ein gutes Verhältnis zu Geschäftspartnern fördert die Zusammenarbeit. Doch bei Liquiditätsmangel müssen Sie sparen: Reduzieren Sie Lagerbestände, stellen Sie die Produktion auf Lager ein, verhandeln Sie regelmäßig mit Lieferanten und Herstellern und holen Sie Vergleichsangebote ein.

3. Verkauf und Vermietung von Anlagegütern

Gerade im Bereich Vermietung oder Verkauf von Anlagegütern gibt es verschiedene Wege, wie Sie langfristig die Liquidität verbessern können: Verkaufen oder vermieten Sie nicht benötigte Anlagegüter, nutzen Sie Leasing, um die Ausgaben gering zu halten und ziehen Sie in Betracht, inwieweit Sale-and-lease-back für Sie infrage kommt.

4. Optimierung im Bereich Zahlung und Rechnung

Nutzen Sie Ihre Vorteile aus, um zahlungsfähig zu bleiben: Erstellen Sie auch bei kleinen Beträgen die Rechnung direkt nach Leistungserbringung, gewähren Sie Skonto und Rabatte bei Zahlung bis zu einem bestimmten Tag und bevorzugen Sie Lastschriftzahlungen und Sofortüberweisung als Zahlungsmöglichkeit von Kunden.

5. Forderungsmanagement durch Inkassounternehmen

Zahlungsunfähige oder -unwillige Kunden sind häufige Gründe für mangelnde Liquidität im Unternehmen. Mit einem Experten wie Lowell können Sie das Forderungsmanagement optimieren: Forderungsabtretung, Factoring, Forfaitierung sowie Abgabe von Mahnwesen schaffen Ihnen Zeit- und Kostenersparnis und verbessern langfristig die Liquidität.

Wichtig: Egal ob Sie die kurzfristige oder langfristige Liquidität verbessern wollen – checken Sie alle Bereiche zur Kostenreduzierungen und versuchen Sie die Eigenkapitalquote zu erhöhen.

Wie können Sie die Eigenkapitalquote erhöhen?   

Neben den fünf Maßnahmen zur Verbesserung der Liquidität gibt es weitere Wege, um die Eigenkapitalquote zu erhöhen:

Kapitaleinlagen:
Bei einem finanziellen Engpass muss neues Geld her. Können Sie das Eigenkapital nicht selbst durch neue Einzahlungen erhöhen, bietet sich als GmbH die Möglichkeit, die Gesellschafter um eine Finanzspritze zu bitten oder neue Gesellschafter aufzunehmen. Alternativ eignen sich Kredite von Familienmitgliedern oder Verwandten, um schnell zu flüssigen Mitteln zu kommen.

Beteiligungen:
Ein Unternehmen hat die Möglichkeit, bei Gründung und bei Investitionen verschiedene Beteiligungen von sogenannten öffentlichen Beteiligungsgebern in Anspruch zu nehmen. Diese stillen Beteiligungen haben eine unterschiedliche Laufzeit und kommen meist dem wirtschaftlichen Eigenkapital zugute, ohne jegliches Mitspracherecht für den Beteiligungsgeber. 

Rangrücktrittsvereinbarung:
Bei einer Rangrücktrittsvereinbarung wird seitens des Gläubigers (Darlehensgeber) vorläufig auf die offene Forderung verzichtet. So kann die Liquidität verbessert und eine Insolvenz vermieden werden. Die Rangordnung legt fest, welche Gläubiger ihre Forderungen im Falle einer Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens erhalten, wenn dieses nicht allen Zahlungen nachkommen kann.

Fazit: Mit effektiven Maßnahmen die Liquidität verbessern  

Ein Unternehmen ist „flüssig“, wenn ausreichend finanzielle Mittel zur Begleichung der Verbindlichkeiten vorhanden sind. Wollen Sie langfristig die Zahlungsfähigkeit sichern, helfen Ihnen die hier genannten Maßnahmen zur Verbesserung der Liquidität sowie die Tipps zur Erhöhung der Eigenkapitalquote.

Optimieren Sie Ihr Forderungsmanagement und überlassen Sie das Mahnwesen einem Experten wie Lowell. Mit der langjährigen Erfahrung des externen Inkassodienstleisters können Sie Ihre Liquidität langfristig verbessern.  

Ein Tipp: Forderungsabtretung (Forderungszession) ist eine gute Möglichkeit, das Ausfallrisiko zu übertragen und die Liquidität zu verbessern. Die Forderungen werden durch das Inkassobüro eingeholt – bei Erfolg erhalten Sie die offene Forderung abzüglich Gebühren erstattet.