Warum ist die Liquidität eines Unternehmens wichtig?

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Das Wichtigste in Kürze

  • Die Liquidität eines Unternehmens bestimmt auch seine Reputation, denn nicht-liquide Unternehmen wirken nicht vertrauenserweckend.

  • Um die Liquidität eines Unternehmens zu bestimmen, müssen die Liquiditätsgrade berechnet werden.

  • Eine zu hohe Liquidität führt dazu, dass Sie keine Zinsen sammeln können – Ihr Unternehmen sollte nur so flüssig sein, wie es sein muss.

Inhaltsverzeichnis

Liquidität – einfach erklärt

Hinter dem Begriff Liquidität steht die Fähigkeit eines Wirtschaftssubjekts, seine anfallenden Verbindlichkeiten fristgerecht und uneingeschränkt bezahlen zu können. Bei Wirtschaftssubjekten handelt es sich um natürliche oder juristische Personen, die sich am Wirtschaftsleben beteiligen. Max Mustermann, der in Ihrem Unternehmen als Kunde Einkäufe tätigt gehört genauso zu den Wirtschaftssubjekten wie Ihr Unternehmen, das Waren und Dienstleistungen anbietet.

Die Liquidität eines Unternehmens ist von großer Bedeutung. Die Zahlungsfähigkeit Ihres Betriebes bestimmt, ob Sie mit den vorhandenen liquiden Mitteln wie Bargeld und Bankguthaben die fälligen Zahlungen für beispielsweise Mieten, Nebenkosten, Verträge, Gehälter und offene Rechnungen begleichen können. Gelingt Ihnen das, ist Ihr Unternehmen liquide. Bleibt nach Zahlung aller fälligen Verbindlichkeiten sogar noch ein Gewinn auf dem Konto, wirtschaftet Ihr Unternehmen rentabel.

Sollten die flüssigen Mittel nicht mehr ausreichen, um den Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können, besteht ein Liquiditätsmangel. Bei Illiquidität (= vorübergehende Zahlungsunfähigkeit) kommt es häufig zu Verschuldungen und es droht in den meisten Fällen die Insolvenz

Ein effektiver Liquiditätsplan mit qualifiziertem Forderungsmanagement durch einen externen Inkassodienstleister wie Lowell ist daher unverzichtbar für jedes Unternehmen – egal ob kleine bis mittlere Unternehmen (KMU) oder große Betriebe. Mit erfolgreichen Forderungsmanagement-Prozessen lassen sich finanzielle Engpässe frühzeitig erkennen und vorzeitig vermeiden, um die Liquidität eines Unternehmens sicherzustellen.

Was sind liquide Mittel?

Bei liquiden Mitteln handelt es sich um Vermögenswerte, die Ihrem Unternehmen zur sofortigen Zahlung zur Verfügung stehen. In der Unternehmensbilanz sind liquide Mittel als Posten im Umlaufvermögen auf der Aktivseite zu finden.

Flüssige Mittel sind laut Handelsgesetzbuch:

  • Bargeld in der Kasse
  • Bankguthaben
  • Guthaben bei Kreditinstituten
  • Schecks

Wie hoch die Liquidität eines Unternehmens sein muss, hängt von der wirtschaftlichen Tätigkeit ab. In der Regel werden die flüssigen Mittel so gering wie möglich und gleichzeitig so hoch wie notwendig gehalten. Oder einfacher gesagt: Sie sollten in Ihrem Unternehmen genügend liquide Mittel zur Verfügung haben, um laufenden Kosten wie Miete, Nebenkosten, Versicherungen, Verträge, Lohnkosten und offene Rechnungen bezahlen zu können, damit Sie zahlungsfähig bleiben.

Allerdings ist eine zu hohe Liquidität kontraproduktiv. Keine Frage: Mit genügend Geldmitteln sind Sie in der Lage, sämtliche Rechnungen fristgerecht zu bezahlen. Das „herumliegende“ Geld kann jedoch durch Inflation an Wert verlieren und es lassen sich damit kaum Zinsen erwirtschaften. Um eine finanzielle Stabilität in Ihrem Unternehmen zu schaffen, sollten Sie vorhandene Gelder in erfolgsversprechende Projekte investieren.

Merke: Eine gute Liquidität eines Unternehmens sollte immer nur so hoch wie nötig sein!

Wie wird die Liquidität geprüft?

Zur Überprüfung der liquiden Mittel im Unternehmen wird der sogenannte Liquiditätsgrad berechnet. Da sich nicht alle Vermögenswerte schnell und unkompliziert in Bargeld umwandeln lassen, wird in Barliquidität, kurzfristige und aktuelle Liquidität unterschieden.

Liquiditätsgrad 1 (Barliquidität/Cash Ratio):
Hierfür werden alle sofort zur Verfügung stehenden liquiden Mittel (Bargeld, Bankguthaben und liquidierbare Vermögensgegenstände) den kurzfristigen Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von maximal einem Jahr gegenübergestellt.

Liquiditätsgrad 2 (kurzfristige Liquidität/Quick Ratio):
In diesem Fall wird das Verhältnis zwischen allen flüssigen Mittel und kurzfristigen Forderungen (Vermietungen, Lieferungen und Leistungen), die schnell liquidierbar sind, und kurzfristigen Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von ein bis fünf Jahren berechnet. 

Liquiditätsgrad 3 (aktuelle Liquidität/Current Ratio):
Das gesamte Umlaufvermögen (liquide Mittel, kurzfristige Forderungen sowie Lagerbestände und unfertige Produktionen), die sich teils nur schwer in Bargeld umwandeln lassen, stehen den kurzfristigen Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von mehr als fünf Jahren gegenüber.

Mithilfe der Formeln zum Liquiditätsgrad berechnen, erhalten Sie eine grobe Übersicht über die Zahlungsfähigkeit Ihres Unternehmens:

Liquiditätsgrad 1: flüssige Mittel / kurzfristige Verbindlichkeiten x 100
Liquiditätsgrad 2: flüssige Mittel + kurzfristige Forderungen / kurzfristige Verbindlichkeiten x 100
Liquiditätsgrad 3: Umlaufvermögen / kurzfristige Verbindlichkeiten x 100

Die Höhe der liquiden Mittel wird später im Cashflow (=Kapitalfluss) im Jahresabschluss eines Unternehmens dargestellt.

Gut zu wissen: Liquiditätsgrade geben Ihnen nur einen groben Blick auf die Zahlungsfähigkeit Ihres Unternehmens, da die stichtagsbezogene Berechnung „verschönert“ und fehlende Positionen oder falsche Zahlen beinhalten kann.

Tipps zur Verbesserung der Liquidität eines Unternehmens  

Als Unternehmer sollten Sie die finanzielle Lage in Ihren Betrieb immer im Blick haben, sodass es nicht zu Zahlungsunfähigkeit und Insolvenz kommt.

Die Liquidität eines Unternehmens verbessern, gelingt Ihnen durch:

  • Einsparungsmaßnahmen
    Zum Beispiel: geplante Investitionen verschieben, Reduzierung vom Lagerbestand, Einstellung von Lagerproduktion, keine Privatentnahmen, keine Ausgaben für Spenden und Mitgliedschaften, Kündigung von nicht notwendigen Versicherungen, Ratenzahlungsvereinbarung, Steuervorauszahlung minimieren, Kostensenkung im Personalbereich bei Gehältern, freiwilligen Leistungen und Überstunden, etc.
     
  • Generierung neuer Einnahmen
    Unter anderem: Verkauf oder Vermietung unnötiger Anlagegüter, Sale-and-lease-back, Aufnahme von Krediten aus dem Familien-/Verwandtenkreis, verbessertes Forderungsmanagement mithilfe von Forderungsabtretung und Factoring, Outsourcing von Teilbereichen oder kompletten Abteilungen wie Mahnwesen durch externes Inkassobüro, Tilgungsaussetzung oder-streckung, etc.

Ein besonders effizienter Weg, um die Liquidität eines Unternehmens zu sichern, ist das professionelle Forderungsmanagement durch einen externen Dienstleister wie Lowell. Ein Experte im Bereich Mahnwesen und Inkasso übernimmt verantwortungsvolle und zweitaufwendige Aufgaben wie unter anderem Bonitätsprüfung, Schuldnerkorrespondenz, Erstellung und Überprüfung von Zahlungsplänen, Forderungseintreibung durch Mahnwesen und Gericht, Einleitung Inkassoverfahren und Vollstreckungsprozessen sowie die Pflege von Kundendaten und Verbesserung der Zahlungsoptionen zu Ihrem Vorteil. 

Gut zu wissen: Das Forderungsmanagement durch ein externes Inkassobüro bringt Ihnen Vorteile wie Zeit- und Kostenersparnis!  

Fazit: Gute Liquidität schafft finanzielle Stabilität

Ohne Moos nix los – das gilt auch für erfolgreiche Unternehmen. Nur mit ausreichend flüssigen Mitteln kann Ihr Betrieb seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen. Ein Unternehmen wirtschaftet rentabel, wenn nach Abzug aller Kosten noch Geld auf dem Konto übrigbleibt. Doch aufgepasst: „Herumliegendes“ Guthaben kann an Wert verlieren und sollte daher gut und sicher investiert werden. Bei zu wenig liquiden Mittel können Sie Ihre Rechnungen nicht mehr begleichen und es droht eine Insolvenz. Daher gilt: Halten Sie Ihre flüssigen Mittel so gering wie möglich und so hoch wie notwendig.

Lowell unterstützt Sie als Experte im Inkasso in sämtlichen Bereichen des Forderungsmanagement und hilft Ihnen dabei, die Liquidität Ihres Unternehmens zu verbessern.

Tipp: Haben Sie bei der Finanzplanung in Ihrem Unternehmen immer die goldene Bilanzregel im Hinterkopf – kurzfristige Vermögen sollten immer kurz und langfristige Vermögen demzufolge lang finanziert werden.